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Region Schwandorf
Freitag, 20. Oktober 2017 18° 1

Soziales

Arbeit im Zeichen der Nächstenliebe

Die Caritas im Landkreis Schwandorf hilft überall, wo sich Menschen in schwierigen Situationen befinden.
Von Regina Suttner

Landrat Thomas Ebeling (rechts) und Kreisrat Georg Hottner (3. von rechts) informierten sich bei Dekan Hans Amann, der stellvertretenden Caritasvorsitzenden Ursula Glatzl, Caritas-Direktor Manfred Weißmann und Geschäftsführer Wolfgang Reiner (von links). Foto: Suttner

SCHWANDORF.Die Caritas sei als Grunddienst der Kirche, nahe am Menschen mit einer prophetischen Stimme Anwalt der Ärmsten und Bedürftigen der Gesellschaft erklärte Dekan Hans Amann, Vorsitzender der Caritas Schwandorf, Landrat Thomas Ebeling bei seinem Besuch im Caritas Sozialzentrum.

Wie Geschäftsführer, Wolfgang Reiner erklärte, arbeiten derzeit 20 hauptamtliche Mitarbeiter und 110 ehrenamtliche für die Caritas. Weitere 300 Mitglieder leisten in wertevermittelnder Weise ihren Beitrag.

Schwerpunkte der Arbeit seien derzeit die Integration von Flüchtlingen, die Bekämpfung von Armut und die Unterstützung von Menschen mit Behinderung und Senioren. Ausgebaut werden sollen die Offene Behindertenarbeit, die Fachstelle für pflegende Angehörige sowie die Kulturtafel. „Das Herz der OBA sind aber die Freizeit-und Bildungsangebote“, sagt deren Leiter Diplom Sozialpädagoge Stefan Bauer. Besonders am Wochenende und in den Ferien sei die Arbeit gefragt, um Eltern zu entlasten. Vier hauptamtliche Mitarbeiterinnen und 20 stundenweise Honorarkräfte unterstützen Bauer bei seiner Arbeit.

„Wie erhalte ich einen Pflegegrad, kann ich meine Wohnung altersgemäß umbauen, soll ich ins Heim ziehen, was mache ich, wenn ich im Ruhestand Langeweile habe oder wie gehe ich mit meinem an Demenz erkrankten Partner um?“ Diese Fragen zu beantworten und weiter zu helfen sei das Aufgabengebiet von Diplom Sozialpädagogin Petra Ihring, der Leiterin der Offenen Sozialen Altenarbeit (OSA).

Hilfe für Demenzkranke

  • Angebot: Angeschlossen an die Offene Soziale Altenarbeit von Petra Ihring ist aus seit 2017 das Demenznetzwerk im Landkreis Schwandorf (DeNiS), das die Sozialpädagogin leitet.

  • Termin: Anlässlich des Weltalzheimer-Tages gibt es am kommenden Dienstag, 19. September, im Globus einen Infostand des DeNiS, bei dem die Netzwerkpartner den Angehörigen und Betroffenen mit Rat zur Seite stehen.

Hausbesuche, Vorbereitungen für den Besuch des medizinischen Dienstes der Kassen, Hilfe bei der Begutachtung, Verfassen von Widersprüchen und Antragstellung für wohnraumverbessernde Maßnahmen füllen ihre 20 Arbeitsstunden pro Woche mehr als aus.

Lösungen für die Erziehung

Den Eltern in belastenden Lebenssituationen helfen und zur Seite stehen damit verhaltensauffällige Kinder in Familie und Schule gut integriert sind, möchte die ambulante Erziehungshilfe von Diplom Sozialpädagogin Maria Pfundtner. Gemeinsam mit der Leiterin helfen drei Mitarbeiter den Klienten gemeinsam Wege und Lösungen zu erarbeiten, einen Erziehungsplan zu erstellen oder kommen nach Absprache auch nach Hause. Bei den Erziehungsbeistandschaften stehen das Kind oder der Jugendliche im Mittelpunkt und die Entwicklung seiner Zukunftsperspektive.

„Die zehn Millionen Euro für die Jugendhilfe sind hier notwendig für den Erfolg“, erklärten Kreisrat Hans Hottner und Landrat Thomas Ebeling. Die allgemeine Sozialberatung (ASB) steht laut Diplom Sozialpädagogen Gero Utz all jenen offen, die Klärung in Not- und Konfliktsituationen benötigten.

Die Einrichtungsleitungen des Kreis-Caritasverbandes Schwandorf: Gero Utz, Maria-Luise Schindler, Stefan Bauer, Petra Ihring, Peter Häußler, Andrea Bercea, Maria Pfundtner, Jasmin Hummel (von links). Foto: Suttner

Ein großes Arbeitsfeld seien die beiden Tafeln in Schwandorf und im Städtedreieck. 340 Haushalte nutzten die Einrichtungen und 110 Ehrenamtliche setzten dafür 14 500 Arbeitsstunden im Jahr ein. „Die Tafel ist nicht nur ein Lebensmittelladen“, erklärte Dekan Amann. Viele Asylbewerber und Spätaussiedler kämen hierher und nutzen die Gelegenheit, die deutsche Sprache zu lernen.

Lesen Sie hier, wie wichtig die Arbeit der Tafeln gegen die Armut in der Region ist.

Wer ein Problem mit Alkohol und Drogen, Spielsucht, Essstörungen, aber auch bei Führerscheinentzug habe, sei bei Diplom Sozialpädagogen Peter Häußler an der richtigen Stelle. „Die Menschen, die zu uns kommen werden kränker und haben zur Sucht noch andere Erkrankungen“ sagte er. Vielen bleibe nur der Gang zu den Profis.

Partner für werdende Eltern

Ansprechpartnerin für alle werdenden Eltern sei in der Schwangerschaftsberatung Diplom Sozialpädagogin Maria Luise Schindler. Bei 800 Beratungen im vergangenen Jahr habe sie geholfen Existenzängste, Arbeitslosigkeit, ungewollte Schwangerschaften oder Partnerprobleme zu bewältigen. Bei der Begleitung zu Ämtern oder beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen sei sie behilflich. „Die Probleme künftiger Eltern sind komplexer geworden“, ist ihre Erfahrung.

Diplom Sozialpädagogin Jasmin Hummel berät die Flüchtlinge und Asylanten in der Unterkunft Koppenlohe, Teublitz. Aus dem Irak, Eritrea und Somalia kommen die meisten. Wohnungssuche, Arbeit, Schule sind hier ihre Aufgaben. Deeskalierende Beratung und Krisenintervention fänden direkt in der Unterkunft statt.

In der Migrationsberatung ist ab Montag auch Diplom Sozialpädagogin Andrea Bercea im Einsatz. 130 Perso-nen aus Syrien, dem Irak und Eritrea hat sie bisher schon zum Familiennachzug und bei Krankheiten beraten. Die größte Herausforderung ist die Wohnungssuche. Hier gibt es lange Wartelisten.

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