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Region Schwandorf
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Reise

Auf den Spuren jüdischen Lebens

Kommunale Beschäftigte der Neunburger VG-Gemeinden unternahmen einen Ausflug nach Pilsen, die Metropole Westböhmens.

Die Bediensteten der Verwaltungsgemeinschaft und der Gemeinden mit den Bürgermeistern Markus Dauch (Dritter von rechts vorne), Walter Schauer (links vorne) und Maximilian Beer (rechts Mitte), der zugleich als Reiseleiter in Pilsen fungierte. Foto: VG Neunburg

Neunburg.Nach einer mehrjährigen Pause boten die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald sowie die Verwaltungsgemeinschaft selbst für ihre Bediensteten einen ganztägigen Personalausflug an. Da die Mitarbeiter der fünf Körperschaften Schwarzhofen, Thanstein, Neukirchen-Balbini, Dieterskirchen und der VG oft kaum Gelegenheit zu einer Begegnung und einem persönlichen Kontakt haben, sollte der Betriebsausflug das gegenseitige Kennenlernen und die persönliche Begegnung fördern. So brachen Bedienstete der kommunalen Kindergärten, Büchereien, Bauhöfe und Recyclinghöfe, aber auch der verschiedenen Sachgebiete der VG nach Pilsen auf.

Der stellvertretende Gemeinschaftsvorsitzende der VG und Thansteiner Bürgermeister Walter Schauer begrüßte die Gruppe und seine ebenfalls teilnehmenden Bürgermeisterkollegen Markus Dauch aus Neukirchen-Balbini und Maximilian Beer aus Schwarzhofen. Beer Begann in Pilsen seine kurze Stadtführung am Platz der Republik, der zur Zeit der Stadtgründung 1295 einer der größten Plätze Europas war. Anschließend führte er die Kommunalbediensteten in das Renaissance-Rathaus der Stad,t, wo sich die Gruppe anhand eines Stadtmodells im Maßstab 1:200 aus dem Jahr 2000 einen ersten Überblick über Pilsen machen konnte. Voll im Blick hatte man schließlich die Stadt und einen Teil Westböhmens von der Aussichtsgalerie des insgesamt 102 m hohen Kirchturms der St. Bartholomäus Kirche, die seit 1993 Kathedrale der neuen Pilsener Diözese ist.

Nach dem Mittagessen ging es zur großen Synagoge, der drittgrößten Synagoge der Welt, die die Reichsprogromnacht 1938 nur deshalb einigermaßen unversehrt überstand, weil sie in direkter Nachbarschaft eines Verwaltungsgebäudes der Nazis lag. Im Rahmen einer interessanten Führung, die die meisten zum ersten mal in ihrem Leben in eine Synagoge führte, lernten die Oberpfälzer vieles über Sitten und Gebräuche der jüdischen Religion, aber auch Erschreckendes über die Judenverfolgung im Dritten Reich. Wesensfremde Nutzungen des Gotteshauses in der Nazizeit und in der kommunistischen Ära haben dem Gebäude, das 1200 Besucher fassen kann, schwer zugesetzt, so dass die mittlerweile wieder möglichen jüdischen Gottesdienste zwischenzeitlich vor allem in der alten Synagoge sattfinden. Diese wesentlich kleinere Synagoge, versteckt in einem Innenhof Altpilsens, wurde vor kurzem mit Förderung der Europäischen Union komplett restauriert. Auf Wunsch der Gruppe führte sie Beer auch in dieses aktive Gotteshaus, das auch eine Ausstellung zum jüdischen Leben beherbergt.

Nichts für Menschen mit Platzangst war der abschließende Besuch der Pilsener Unterwelt. Die drei- und vierstöckigen unterirdischen Räume, die teilweise miteinander verbunden sind, dienten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und natürlich auch des berühmten Pilsener Bieres. Das System von Gängen ist mit seinen 20 km und 3 Etagen eines der weitläufigsten in Europa. Gestärkt mit einer Kostprobe eines Original Pilseners trat die Gruppe der vier Gemeinden und der Verwaltungsgemeinschaft die Heimreise an. Die Fahrt klang mit einem gemeinsamen Abendessen in der Nähe von Waldmünchen aus. Die Fahrtteilnehmer waren sich einig, dass der Ausflug dem Miteinander der Bediensteten der Verwaltungsgemeinschaft und der Mitgliedsgemeinden gut getan hat, so dass auf der Heimfahrt schon einige Überlegungen für kommende Ziele anstellten.

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