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Region Schwandorf
Sonntag, 22. Oktober 2017 11° 7

Freizeit

Beim Wakeboarden fällt jeder ins Wasser

Schöne Urlaubsziele müssen nicht fern sein. MZ-Reporterin Julia Schnorrer stellt sich diese Woche für Sie aufs Wakeboard.

  • Wasserski-Start im Trockenen
  • Wer sich zu stark nach vorne beugt, fliegt von den Skiern.
  • So machen es die Profis.
  • MZ-Reporterin Julia Schnorrer kurz vor ihrem zweiten Start – enden wird auch er im Wasser!

Steinberg am See. Es ist Mittwochnachmittag, 15.30 Uhr am Steinberger See auf der WildWake&Ski-Anlage. Ausgestattet mit Leihboard und Neoprenanzug, geselle ich mich zu den vielen anderen Neulingen, denen das hochsommerliche Wetter Lust auf neue Erfahrungen gemacht hat.

Hier am Übungslift haben Anfänger die Möglichkeit, das Starten zu erlernen, egal ob auf Wakeboard, Wasserskiern oder Kneeboard. Meine Wassersporterfahrung hält sich zwar in Grenzen, und bis auf einen Skikurs vor einigen Jahren bin ich völlig unbedarft, was Bretter unter meinen Füßen angeht. Doch damit bin ich, was ich so von anderen Anfängern erzählt bekomme, nicht alleine.

In der Theorie ist alles klar

Schon sitze ich am Übungslift, Füße im Wasser, Bord um die Füße geschnallt, rechter Fuß angewinkelt nach vorne, die Boardspitze schaut in Fahrtrichtung, die Hantel drücke ich fest an die Hüfte und warte auf den Zug, wie WildWake&Ski-Mitarbeiterin Carina uns bei der Anfängereinweisung kurz zuvor erklärt hat. Theoretisch ist mir klar, was ich zu tun habe: Sobald ich den Zug spüre, Arme strecken und über den hinteren Fuß aufstehen, das Gewicht auf beide Füße verteilen und Arme lang lassen.

Zeit zum Denken bleibt nicht viel, schon spüre ich den Zug der Anlage, richte mich auf... und fahre! Ein tolles Gefühl, einfach so übers Wasser zu gleiten, die Sonne auf der Haut, Fahrtwind im Gesicht – wenn auch nur für zwei, drei Meter, bis ich das Gleichgewicht verliere und mehr oder minder elegant ins Wasser falle.

So schwer ist das ja gar nicht, ist mein erster Gedanke, als ich wieder auftauche und zurück zu einem der Stege schwimme. Das muss ich sofort noch einmal versuchen! Ich klettere aus dem Wasser und stelle mich wieder an. Beim zweiten Start schaffe ich es sogar noch ein Stück weiter und gehe voller Zuversicht zum dritten Versuch. Die Jungs hinter mir kommen gerade von der letzten Anfängereinweisung und beobachten nervös, wie eine ihrer Freundinnen nach einem halben Meter vom Wakeboard fällt. „So weit komme ich wahrscheinlich nicht mal“, höre ich einen sagen.

Neuer Start, neues Glück. Nur will mein Gleichgewichtssinn nicht so, wie ich, und nach zwei Metern ist nun Schluss... Egal! Unbeirrt kehre ich zurück zur Schlange am Übungslift.

Viel zu schnell geht die erste Stunde zu Ende, und ich bringe das Wakeboard und den Neoprenanzug zurück, um noch mit Chrystelle Wild zu reden, die gemeinsam mit ihrem Mann Steffen die Anlage 1999 aufgebaut hat. Auf dem Weg dorthin sehe ich auf den Bahnen zwei und drei, wie einige Fahrer Sprünge und Stunts absolvieren, und im Bistro holen sich zwei Mütter und ihre Kinder ein Eis.

Auf die Technik kommt es an

„Nach fünf bis sechs Starts kann man schon gut fahren“, erklärt sie mir. Vor allem in den Ferien mache sie viele Anfängerkurse mit Kindern, die viermal eineinhalb Stunden lernen, und am Freitag fahren bereits alle auf den großen Bahnen. „Es liegt nicht an der Kraft oder am Alter“, betont Wild, „sondern nur an der Technik!“ Ihr vierjähriger Sohn fahre ebenso sicher wie ihr 70-jähriger Schwiegervater. Gesundheitlich fit sollte man schon sein, aber auch blinde Sportler würden die Anlage mit Freunden nutzen. Auch für Touristen ist Wild-Wake&Ski ein Highlight, meint Chrystelle Wild. Allein in der ersten Stunde hier habe ich schon drei verschiedene Sprachen ausmachen können.

„Die Anlage sieht toll aus, und der See ist unheimlich schön!“ Die Besitzerin bedauert es ganz offensichtlich nicht, dass ihr Mann, ehemaliger Wasserskiweltmeister und sie, Diplom-Wasserski-Lehrerin, 1999 damit angefangen haben. Sukzessive kam die zweite Bahn hinzu und 2010 schließlich der Übungslift, der sich seitdem größter Beliebtheit erfreut. Ich kann das gut nachvollziehen, denn bei 27 oder gar 30 km/h Startgeschwindigkeit, die bei Bahn zwei und drei an der Tagesordnung sind, hätte ich wohl größere Schwierigkeiten gehabt.

Einen Insider-Tipp für Anfänger hat Wild außerdem noch parat: „Wartet nicht auf schönes Wetter!“ Denn wenn weniger los sei, komme man als Anfänger öfter zum Fahren, und dank Neopreananzugverleih müsse auch bei kühleren Temperaturen niemand frieren. Ich persönlich kann Wakeboarden guten Gewissens weiterempfehlen! Alles was man braucht, ist gute Stimmung und keine Angst vor den obligatorischen Tauchgängen – so endete auch mein vierter Start... Ach ja, noch eins zum Abschluss: Anfängerinnen rate ich dringend, auf wasserfeste Mascara zu achten!

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