mz_logo

Region Schwandorf
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Bürgerversammlung

BI und Steger wollen miteinander reden

Die gegenseitigen Vorwürfe im Zusammenhang mit dem geplanten Baugebiet „Weiherdorf“ sollen ausgeräumt werden.
Von Werner Artmann

Inzwischen weist ein großes Plakat mit der Aufschrift „Weiherdorf soll dorfgerecht wachsen“ auf einem Bulldoganhänger auf die Forderung der „BI-Weiherdorf“ beim Weiherdorfer Baugebiet hin. Foto: Artmann

Teublitz.Das geplante Baugebiet „Weiherdorf“ stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Stadtteil Katzdorf. Wer hierzu eine scharfe Kontroverse zwischen der „BI Weiherdorf“ und der Stadt erwartet hätte, sah sich getäuscht. In sachlicher Form wurde dieses Thema abgehandelt und die Zerwürfnisse und gegenseitigen Vorwürfe der „BI Weiherdorf“ mit Bürgermeisterin Maria Steger aus dem Weg geräumt. Man kam überein, künftig gemeinsame Wege zu gehen. Zur Aufheiterung trug auch die Aussage von Steger bei, „sie sei Weltmeisterin im Landkreis, was die Bürgerinitiativen betrifft!“

140 Zuhörer im Gasthaus Bauer

Ein Bürger aus Weiherdorf eröffnete die Anfragen vor rund 140 Zuhörern im Gasthaus Bauer, warum die Stadt so interessiert sei, in Weiherdorf so großflächig ein Wohngebiet zu planen. Man vermute, dass der Investor bei den Grundstückseigentümern in Weiherdorf „hausieren“ gegangen sei. In diesem Zusammenhang erinnerte Steger an den Flächennutzungsplan, in dem jahrelang in Weiherdorf Baugrundstücke ausgewiesen waren, jedoch wegen der fehlenden Abgabebereitschaft der Grundstückseigentümer keine Bauplätze geschaffen wurden. Deshalb plante der Stadtrat, bei der jetzigen Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes dieses Baugebiet heraus zu nehmen.

Initiative der Eigentümer

Dem widersprachen dann einige Grundstücksbesitzer, die bereit waren, ihre Grundstücke zu verkaufen. So wurde dem Stadtrat im Juli 2016 ein Bebauungsplan Weiherdorf mit rund 22 Grundstücken vorgelegt. Weitere Grundstückseigentümer in Weiherdorf kamen dann auf Stadt zu, die jetzt bereit waren, ihre Grundstücke abzugeben. „Die Vergrößerung des Weiherdorfer Baugebiets ging somit nicht von der Stadt aus, sondern von den Grundstückseigentümern,“ stellte Steger fest.

Sie stellte aber auch auf Grund einer Anfrage fest, dass die neue Planung für das Baugebiet Weiherdorf einzig und allein vom Planer bzw. Investor komme. In diesem Zusammenhang wies Steger auch darauf hin, dass nach den landesplanerischen Vorschriften „flächensparend“ gebaut werden sollte. Aufklärende Angaben dazu machte auch die für die Bauplanung beim Bauamt der Stadt zuständige Verwaltungsangestellte Doris Janus.

Planungen noch ganz am Anfang

  • Zu den Planungen

    in Weiherdorf stellte die Verwaltungsangestellte Doris Janus fest, dass man ganz am Anfang des Bauleitplanverfahrens stehe und überhaupt keine Entscheidung über das Baugebiet Weiherdorf getroffen wurde. Zwischenzeitlich wurden verschiedene Fachbehörden angeschrieben und gebeten, ihre Stellungnahmen abzugeben. Diese können dann jederzeit in der Stadtverwaltung eingesehen werden.

  • Ein Bürger kritisierte

    die schlechte Ausführung der Arbeiten zur Verlegung des Breitbands und fragte, ob hier Mehrkosten für die Stadt entstehen. Bürgermeisterin Steger klärte auf, dass Auftraggeber für die Arbeiten die Telekom sei. Hingewiesen wurde auch auf den schlechten Zustand der Straße nach Loisnitz, die mit Schlaglöchern übersät sei. Bemängelt wurde auch das zu schnelle Fahren in der Loisnitzer Straße. (bat)

BI-Sprecher Michael Mette forderte in seinem Beitrag auch weiterhin „Weiherdorf soll dorfgerecht wachsen!“ Er befürchtet, dass das neue Baugebiet eine reine „Schlafstadt“ werden würde. Man sei nicht gegen ein Baugebiet, aber nicht in dieser Größenordnung. „Der Plan ist ein Wahnsinn,“ stellte ein anderer Bürger fest. Ein weiterer Diskussionsteilnehmer fragte, „warum die Stadt keine Maßnahmen planen kann, ohne dass sich eine BI bildet?“ Auch warf man der Stadt vor, in früheren Jahren es versäumt zu haben, selbst Baugebiete auszuweisen. Steger erwiderte, dass man in dieser Hinsicht schon schlechte Erfahrungen gemacht habe und der Stadtrat bei dieser Thematik vorsichtig geworden sei.

Auch wurde die kontroverse Haltung der Bürgermeisterin gegenüber der BI kritisiert. Sie habe bisher immer nur auf die jetzige Bürgerversammlung verwiesen, bei der die entsprechenden Informationen von Seiten der Stadt aus gegeben werden.

„Funkstille“ soll ein Ende haben

Steger ging aber auch auf das Zerwürfnis zwischen ihr und der „Bürgerinitiative Weiherdorf“ ein. Da sie zur damaligen Zeit im Urlaub bzw. im Krankenstand war, führte 2. Bürgermeister Robert Wutz die Gespräche. Als sie wieder im Dienst war, sei die BI nie auf sie zugekommen, um das Gespräch zu suchen. Steger berichtete von einem Telefonat, das Geschäftsleiters Franz Härtl mit einem BI-Sprecher führte. Der BI-Vertreter lehnte es trotz mehrfachem Angebot ab, mit Steger zu sprechen. So herrschte bisher immer „Funkstille“ zwischen den beiden Parteien. Nun kam man bei der Bürgerversammlung überein, sich an einen Tisch zu setzen, um die Ungereimtheiten und Vorwürfe aus dem Weg zu räumen.

Mehr Nachrichten aus Teublitz lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht