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Region Schwandorf
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 3

Infrastruktur

Breitbandausbau sorgt weiter für Unmut

Immer wieder gibt es in Nittenau Beschwerden. Die Stadt will Abhilfe schaffen, doch es gibt Voraussetzungen.
Von Renate Ahrens, MZ

  • Die Stadt Nittenau möchte bis Ende des Jahres das zweite Ausbauprogramm für das schnelle Internet abschließen.Foto: dpa
  • Bürgermeister Karl Bley vereidigte die neuen Stadträte Christoph König, Michael Prasch und Markus Fohringer (von links nach rechts). Foto: Ahrens

Nittenau.Ab dem 20. September seien 96 Prozent der Bevölkerung in Nittenau mit Breitbandausbau versorgt. Diese gute Nachricht konnte Geschäftsführer Jakob Rester bei der Stadtratssitzung am Dienstag verkünden. Doch zunächst stand die Vereidigung von drei neuen Stadträten auf der Tagesordnung. Otto Storbeck, Franz Probst und Reinhold Hochmuth waren auf eigenen Wunsch ausgeschieden, was eine Neubesetzung gleich mehrerer Gremien erforderlich machte. Bley würdigte den wegen Krankheit abwesenden Reinhold Hochmuth (CSU) und sprach ihm Dank und Anerkennung aus.

18 Jahre lang habe Hochmuth sich, so Bley, ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. Von 1999 bis 2017 hatte er als ständiges Mitglied im Bau- und Umweltausschuss gewirkt. „Im Ratsgremium vertrat Reinhold Hochmuth den Berufsstand der Landwirte und verwies bei so manchen Entscheidungen auf deren Belange. Dabei hatte er stets die Interessen der Stadt insgesamt im Blick.“ Anstelle von Hochmuth rückt nun Albert Meierhofer in den Bau- und Umweltausschuss nach.

Als Vertreter und auch Nachfolger im Hauptausschuss wurde Markus Fohringer als ersten Vertreter von Meierhofer vereidigt. Listennachfolger für den ausgeschiedenen Otto Storbeck ist Michael Prasch (Freie Wähler). Prasch wurde außerdem neuer Verbandsrat des Abwasserzweckverbands Sulzbachtal – „gerade rechtzeitig zum baldigen Jubiläum“, wie Bley augenzwinkernd anmerkte. Für Franz Probst (Grüne) hätte eigentlich Vera Potempa aufrücken sollen, doch diese lehnte ab, sodass Christoph König von Bley vereidigt wurde.

Verzögerungen sorgen für Unmut

Neue Sprecherin der Grünen wurde Elisabeth Bauer, für die FW-Fraktion wählte man Heinrich Hofstetter zum stellvertretender Sprecher. In neuer Zusammensetzung wurden die Räte von Rester über den neuen Stand der Breitbandversorgung informiert. Für viel Unmut hatte die Verzögerung des Ausbaus gesorgt. „Eine Menge Arbeit war es für uns, wir mussten uns mit komplizierten Vorgängen beschäftigen“, seufzt auch Bürgermeister Karl Bley. Kein Tag sei ohne Anrufe erboster Bürger vergangen, denen der Ausbau zu langsam gegangen sei und die sich nach dem neuen Stand erkundigt hätten. 26 von 28 Standorte, so der Geschäftsführer, hätte man in der Ausbaustufe Zwei Ende August in Betrieb nehmen können. „Tests sind positiv verlaufen, zwei Standorte sind noch in der Schwebe.“

Seit einiger Zeit beschäftige man sich bereits mit der Ausbaustufe Drei: „Das Förderprogramm läuft, aktuell haben wir einen Änderungsantrag eingereicht“, so Rester. Wesentliche Änderungen seien eine Erhöhung der Trassenmenge und ein Wegfall von Mitnutzungsrechten, was zu einer Erhöhung der Kosten führe. Die landkreisweiten Ausbaukosten für die bisherigen 26 Standorte würden bei zehn Prozent liegen, so Rester weiter. „Der momentane Eigenanteil unter Abzug der Fördermittel beträgt mindestens 614 000 Euro.“ Man müsse nun das aktuelle Ausschreibungsergebnis abwarten, danach würden die Stadträte eine Entscheidung treffen.

Die Voraussetzungen sind erfüllt

Wichtig war es für Bley zu betonen, dass der einzelne Bürger allein wegen des Ausbaus nicht über ein Breitbandangebot verfüge. „Die technischen Voraussetzungen sind zwar gegeben, eine Nutzung muss aber erst über die Telekom bestellt werden – von selbst geht das nicht. Es fallen außerdem Gebühren an“, so Bley. Man sei, was das zweite Ausbauprogramm anbelangt, jedoch auf der „Zielgeraden“. Endgültig fertig wolle man Ende des Jahres sein. Johann Frimberger (SPD) habe jedoch feststellen müssen, so gab er zu bedenken, dass bei der Internetverbindung „Stabilitätsprobleme und Aussetzer“ aufträten. „Es wird nicht gehalten, was uns versprochen wurde“, kritisierte er.

Lesen Sie mehr: Die Ausbaustufe 2 schreitet in Nittenau ihrer Vollendung entgegen. Für die „weißen Flecken“ läuft die Kostenermittlung.

Auch mit der Satz für den Naturfriedhof Schlosswald Regental vom Mai 2015 setzten sich die Räte auseinander. Die Satzung wurde geändert und aufgrund der „gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse an die aktuellen Bedürfnisse angepasst“. Ein Anspruch auf den Erwerb von Grabstellen bestünde demnach nicht. Basis- und Gemeinschaftsgrabstätten bestehen aus einer Grabstelle, Familien- und Wunschgrabstätten aus maximal zwölf Grabstellen. Für die Beisetzung sind nur Urnen zulässig, die aus naturbelassenem Vollholz bestehen und sich im Erdreich zersetzen können. Der Nutzungsberechtigte ist verpflichtet, spätestens sechs Monate nach der Beisetzung an der Grabstätte eine Erinnerungstafel anbringen zu lassen. Diese Tafel müsse nicht mit Namen versehen werden.

Lesen Sie mehr: Für die meisten Nittenauer rückt die „Datenautobahn“ in greifbare Nähe. Es gibt aber auch Problemstellen, die Zeit kosten.

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Aus dem Stadtrat

  • Unter die Informationen

    des Bürgermeisters fiel unter anderem der erste Schultag. 58 Erstklässler wären heuer aufgenommen worden, so Bley. Für die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn an der Mittelschule Nittenau sei zu diesem Schuljahr ein offenes Ganztagsangebot bis 16 Uhr von der Regierung der Oberpfalz genehmigt worden.

  • Für den Bauhof

    wurde außerdem ein neuer Radlader angeschafft, ein „Kompaktlader“ als zweites Gerät dieser Art. Im Zuge der Rathaussanierung würden gerade die Büros der Bauverwaltung auf einen neuen Stand gebracht. Möbel für etwa 40000 Euro sollen angeschafft werden, diese Mittel seien bereits im Haushalt vorgesehen.

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