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Region Schwandorf
Mittwoch, 17. Januar 2018 11

Ziele

Das Bodenwöhrer Rathaus steht im Fokus

Die Bodenwöhrer Gemeinderäte wollen das Dauerthema anpacken. Aber auch im gesellschaftlichen Bereich gibt es viele Ideen.
Von Philipp Seitz

Seit vielen Jahren ist die Verwaltung der Gemeinde Bodenwöhr hier untergebracht. Das „Provisorium“ wurde zur Dauerlösung. Foto: Archiv/Rieke

Bodenwöhr.In einem Punkt sind sich die Gemeinderatsfraktionen in Bodenwöhr einig: Das Thema Rathaus soll in diesem Jahr angepackt werden. Über den künftigen Standort herrscht allerdings im Gemeinderat noch Uneinigkeit. Bürgermeister Richard Stabl hielt sich zu den Diskussionen bislang zurück. „Nicht spruchreif“ seien die Überlegungen im Gemeinderat, sagte der derzeit erkrankte Rathauschef in einem Interview im Sommer.

Neben dem Rathaus gibt es aber noch weitere Projekte, die auf der Wunschliste der Bodenwöhrer Gemeinderäte stehen. Für CSU-Fraktionschef und dritten Bürgermeister Georg Hoffmann hat die Schaffung eines neuen Gewerbegebietes Priorität. Hierzu sei bereits ein Antrag der CSU-Fraktion, in Neuenschwand an der B85 Flächen auszuweisen, im Gemeinderat beschlossen worden. Dies sei ein wichtiger Schritt, denn die Gemeinde verfüge laut Hoffmann über keine weiteren Flächen für Firmenansiedlungen.

Auf den Mehrwert achten

Albert Krieger (FWG): „Das Thema Rathaus muss geklärt und vorangebracht werden. Der beste Standort soll in Diskussion mit den anderen Fraktionen gefunden werden, wenngleich aus FWG-Sicht nach wie vor der Platz des alten Rathauses sich als der geeignetste Standort darstellt.“ Foto: sxu

Zweiter Bürgermeister Albert Krieger nennt ebenfalls die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben als wichtiges Thema für die Gemeinde. Dabei sollte insbesondere auf den Mehrwert für die Gemeinde hinsichtlich der neuen Arbeitsplätze sowie der Gewerbesteuereinnahmen und einem möglichst effektiven Flächenverbrauch geachtet werden. Für das gesellschaftliche Leben sollten Freizeitmöglichkeiten und Locations geschaffen werden, „die für Jung und Alt zu Treffpunkten werden“. FWG-Sprecher Krieger nennt hier unter anderem ein Bücherei-Café und eine offene Verweil-Oase, welche künftig alle Generationen nutzen könnten.

Maria Stabl (Bürgerliste): „Dass wir das Rathaus anpacken, wird höchste Zeit. Die Mitarbeiter warten hier auf eine Lösung. Auch bei der Ortskernsanierung muss es weitergehen. Die Straße hinter Ludwigsheide steht noch auf dem Plan. Auch eine Jugendbefragung wäre hilfreich.“ Foto: Stabl

Auch Maria Stabl von der Bürgerliste Bodenwöhr würde im gesellschaftlichen Bereich gerne weitere Impulse setzen. An einem Jugendtreff habe die Fraktion bereits gearbeitet, dieses Thema könnte wieder angepackt werden. „Es wäre sinnvoll, hier die Jugendlichen zu befragen, welche Angebote sie wollen und nutzen würden.“ Die Fertigstellung der Kanalarbeiten seien ein weiteres Anliegen der Fraktion. Die Neuausweisung von Gewerbeflächen sei sinnvoll, um weitere Arbeitsplätze zu schaffen, stimmt sie ihren Ratskollegen zu. „Wir verfügen aber auch schon über einige Gewerbeflächen.“

Stefan Rauch (SPD): „Die Gemeinde Bodenwöhr steht nicht nur im Jahr 2018, sondern auch in den folgenden Jahren, vor der großen Aufgabe, die Pflichtaufgaben im Bereich Sanierung der Wasserleitungen, Kanalleitungen und Straßenunterhalt zu erfüllen.“Foto: Jürgen Kuprat

SPD-Rat Stefan Rauch fordert, dass das Projekt „Hammersee ohne Blaualgen“ weiter betrieben wird, „um Bodenwöhr sowohl für seine Bürger, als auch touristischen Betriebe und Gäste attraktiv zu erhalten“. Hier setze sich die SPD dafür ein, „den sehr kostenintensiven Einsatz der Ultraschallbehandlung zurückzufahren oder ganz zu beenden“. Gleichzeitig sollten ökologische Maßnahmen, wie das Anlegen von Schilfgürteln mit jährlichem Rückschnitt, von Vorflutern und die Renaturierung von Zuläufen angegangen werden. Außerdem sollten beschattete Flächen bei der Liegewiese vor dem Sommer geschaffen werden.

Sitzungskultur sorgt für Unmut

Rauch wünscht sich aber auch, dass im Gemeinderat „sachbezogen und ohne persönliche Angriffe“ diskutiert wird. Hier wolle die SPD-Fraktion ihrer Linie treu bleiben, auch wenn laut Rauch im vergangenen Jahr „medienwirksam Vorwahlkampf“ betrieben worden sei. Das Jahr 2017 sei von einem „Rückfall zu einer Sitzungskultur vergangener Jahre“ geprägt gewesen.

Georg Hoffmann (CSU): „Wir als CSU-Fraktion möchten unseren eingeschlagenen Weg, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, weiter vorantreiben. Aus keinem Wasserhahn in der Gemeinde Bodenwöhr darf künftig mehr braunes Wasser fließen.“ Foto: Obermeier

CSU-Chef Hoffmann betont, dass es im Gemeindegremium und zwischen den Fraktionen „kein schlechtes Klima“ gebe. Der Gemeinderat arbeite ausgezeichnet auf einer sachlichen Ebene zusammen. Fast alle Beschlüsse würden einstimmig gefasst oder in Kompromissen erarbeitet. Eine Debatte zu einem Thema sei normale politische Demokratie.

FWG-Fraktionssprecher Krieger erklärt, dass „trotz aller Kontroversen“ mit mehrheitlich einstimmigen Beschlüssen viel erreicht worden sei. Hier nennt Krieger die Erweiterung der Kinderkrippe und die begonnene Umsetzung der Wassersanierung. Diskussionen sollten immer in „Zimmerlautstärke“ geführt werden. Maria Stabl beklagt hingegen unsachliche Debatten. „Das sollte aufhören. Uns allen geht es doch um Bodenwöhr.“

Diese Themen wollen die Fraktionen in Angriff nehmen:

Die Meinungen der Fraktionen

  • Georg Hoffmann (CSU):

    „Wir als CSU-Fraktion möchten unseren eingeschlagenen Weg, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, weiter vorantreiben. Aus keinem Wasserhahn in der Gemeinde Bodenwöhr darf künftig mehr braunes Wasser fließen.“
    „Das Thema Rathaus muss geklärt und vorangebracht werden. Der beste Standort soll in Diskussion mit den anderen Fraktionen gefunden werden, wenngleich aus FWG-Sicht nach wie vor der Platz des alten Rathauses sich als der geeignetste Standort darstellt.“

  • Stefan Rauch (SPD):

    „Die Gemeinde Bodenwöhr steht nicht nur im Jahr 2018, sondern auch in den folgenden Jahren, vor der großen Aufgabe, die Pflichtaufgaben im Bereich Sanierung der Wasserleitungen, Kanalleitungen und Straßenunterhalt zu erfüllen.“
    „Dass wir das Rathaus anpacken, wird höchste Zeit. Die Mitarbeiter warten hier auf eine Lösung. Auch bei der Ortskernsanierung muss es weitergehen. Die Straße hinter Ludwigsheide steht noch auf dem Plan. Auch eine Jugendbefragung wäre hilfreich.“

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