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Region Schwandorf
Dienstag, 16. Januar 2018 6

Freizeit

Das wünschen sich die Schwandorfer

„Was fehlt?“ haben wir auf unserer Facebook-Seite gefragt. Rund 300 Antworten haben uns erreicht – die Wunschliste ist lang.
Von Hubert Heinzl

Schwandorf.Den Schwandorfern liegt ihre Heimatstadt am Herzen. Das haben die vielen Vorschläge für den Bürgerhaushalt gezeigt. Aber was kommt heraus, wenn der Fantasie einmal keine Grenzen gesetzt sind, auch nicht die Schallmauer von 100 000 Euro? Wir haben auf unserer Facebook-Seite die Frage gestellt: „Was fehlt?“ Die Antworten waren frei wählbar.

Spitzenreiter: „Wir wollen unser Kaufland wieder“

Spitzenreiter auf der Facebook-Wunschliste ist mit 60 von rund 300 abgegebenen Stimmen das Kaufland. Nicht wirklich eine Überraschung: Vor dem Aus sammelten die Bürger rund 3000 Unterschriften für den Vollsortimenter im Stadtsüden. Und auch die inzwischen gescheiterten Bemühungen, den Lebensmittler in einem Gelände beim Autohaus Maschek an der Libourne-Allee anzusiedeln, lösten in den sozialen Netzwerken immer wieder ein großes Echo aus. Jetzt ist wieder Bewegung in die Debatte gekommen, weil die Immler Großfamilienstiftung angekündigt hat, auf dem alten Kaufland-Areal an der Industriestraße abzureißen und wieder einen Vollsortimenter zu errichten.

Der Wunsch vieler Schwandorfer, dass es wieder ein Kaufland gibt, könnte sich erfüllen. Foto: Archiv/mt

Eine Handelsmarke wurde bisher noch nicht genannt. Für das nahe gelegene Maschek-Areal, das bald zur Verfügung steht, interessiert sich wiederum Edeka. Und auch für ein Gelände beim Ämterzentrum gibt es einen möglichen Investor, der in Kombination mit einem Hotel ebenfalls einen Vollsortimenter plant, im Stadtrat allerdings kaum Fürsprecher hat. So oder so: Der Wunsch der Schwandorfer nach einer Wiederansiedlung des Kaufland oder eines anderen Vollsortimenters im Stadtsüden dürfte in absehbarer Zeit auch in Erfüllung gehen.

Ein Hallenbad, das diesen Namen auch verdient

Das gilt für Schwandorfs Herzensangelegenheit Nummer zwei nicht unbedingt. 29 Meldungen betrafen das Hallenbad in Dachelhofen, das in die Jahre gekommen ist: 1975 erbaut, wurde es nach etwas mehr als 20 Jahren für 2,5 Millionen Mark teilsaniert. Jetzt sind wieder über 20 Jahre ins Land gegangen, und es ist unbestritten: Den Anforderungen an einen modernen Sport- und Wellnesstempel genügt das Bad trotz großem Engagement der Mitarbeiter nicht mehr. Das sieht auch die Schwandorfer Facebook-Gemeinde so und verweist auf das „Bulmare“ oder das Kurfürstenbad in Amberg. Was also tun?

Viele Facebook-Nutzer wünschen sich ein Hallenbad, das diesen Namen verdient. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Oberbürgermeister Andreas Feller ist 2014 mit dem Wahlkampf-Schlager angetreten, das Erlebnisbad, wenn irgend möglich, in ein Ganzjahresbad umzubauen. Dass man eher auf dem Freibadgelände als in Dachelhofen einen Ausbau planen will, hat einen gewichtigen Grund: Im Erlebnisbad stehen, 25 Jahre nach der Rundumerneuerung, ohnehin schon größere Investitionen an. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie wird zeigen, wie und ob sich das Ganze rechnet. In welcher Form auch immer – eine breite Stadtratsmehrheit wird sich dem Wunsch der Bürger nach einer saisonunabhängigen, attraktiven Badestätte wohl nicht verschließen.

Freizeit in der Halle: Investieren ist kein Kinderspiel

Eine Kinderspielwelt, wie es sie in Cham und in Nabburg gibt, fehlt den Schwandorfern. Foto: Tobiwelt

Dass die Schwandorfer Freizeitmöglichkeiten in der Stadt vermissen, zeigt sich auch beim dritten Thema ganz oben auf der Wunschliste: Einen Indoor-Kinderspielplatz wie das „Nabba Dabba Doo“ in Nabburg vermissten immerhin 17 Schwandorferinnen und Schwandorfer, und sei es als attraktives Ziel für die Kinder-Geburtstagsparty. Einen Indoor-Spielplatz gab es in Schwandorf zwar durchaus. Doch das „Kids“ , das erst im Oktober 2015 an der Gutenbergstraße eröffnete, konnte sich am Markt nicht behaupten. Gleiches gilt für das Bowlingcenter am Ahornhof, das inzwischen längst wieder geschlossen wurde. Woran es jeweils gelegen hat, ist schwer zu sagen. Angebote müssen auch marktfähig sein, und das hat viel mit Preisgestaltung, Kostenstruktur oder Service zu tun. Aber sie müssen natürlich auch genutzt werden.

Hier können Sie die Antworten nachlesen:

Bars, Kneipen – halt einfach ein „Nachtleben“

„In Schwandorf werden abends die Bürgersteige hochgeklappt“: Der Spruch ist sattsam bekannt, und er kehrt auch in immerhin 16 Facebook-Antworten wieder. Nimmt man noch den Wunsch nach einer „gescheiten Disco“ dazu (acht Nennungen), dann entsteht der Eindruck, dass es um das Schwandorfer Nachtleben nicht eben zum Besten bestellt ist. Natürlich gibt es attraktive Bars und Lokale auch in der Innenstadt, doch die Auswahl könnte doch größer sein.

Weitere Vorschläge der Schwandorfer finden Sie im Video ganz oben auf der Seite!

Vor Jahren hätte es fast eine Strandbar in Schwandorf gegeben. Foto: Archiv/hh

Schaut man nur ins benachbarte Burglengenfeld, dann könnte sich die Stadt Schwandorf hier durchaus eine Scheibe abschneiden, von Regensburg gleich ganz zu schweigen. Bewegung in die Debatte brachte vor Jahren ein Antrag, am südlichen Ende des Stadtparks eine Strandbar zu errichten – doch das private Vorhaben versandete. Einen Hoffnungsschimmer gibt es in der Sache allerdings noch: In ihren Vorschlägen zum Haushaltsplan 2018 regt die SPD neben einer festen Stadtpark-Bühne auch wieder eine Strandbar an. Vom Ordnungsamt steht dem schon einmal nichts entgegen.

Ein Programmkino ist den Schwandorfern einfach nicht genug

Das große Kino-Geschäft wird in Amberg, Burglengenfeld (Foto) und vor allem Regensburg gemacht. Foto: Archiv/bjs

Und noch eine Freizeitmöglichkeit vermissen die Schwandorfer – ein Kino. Kino? Seit zwei Jahren gibt es wieder ein Lichtspielhaus an der Postgartenstraße in Schwandorf. Doch das „Lichtwerk“ spricht mit seinem Arthouse-Geschmack nur ein überschaubares Publikum an. Das große Geschäft wird in Amberg, Burglengenfeld und vor allem Regensburg gemacht. Dr. Karl-Heinz Saur, Inhaber des „Lichtwerk“-Kinos, bemüht sich zwar um ein mittelgroßes „Cineplex“ in Globus-Nähe, braucht dazu aber noch einen weiteren Investor. Ob und wie das was wird, steht in den Sternen.

Von Parkplätzen bis zur Kinderstation am Krankenhaus

Parkplätze stehen auch an der Wunschliste. Foto: Archiv/hh

Bleiben, in abnehmender Reihenfolge, noch viele weitere Wünsche, die die Schwandorferinnen und Schwandorfer haben: Vermisst werden Parkplätze (vor allem in der Innenstadt), Burger King, eine Eishalle, Kentucky Fried Chicken, bezahlbare Wohnungen, eine „Depot“-Filiale ebenso wie die Kinderstation am Krankenhaus, eine Veranstaltungshalle, mehr Events im Stadtpark, ein Spielzeugladen und vieles Mehr. Da bleibt viel zu tun für die Stadt und potenzielle Investoren...

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