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Region Schwandorf
Sonntag, 18. Februar 2018 11

Kultur

Der 30-jährige Krieg ist im Visier

Das Schwarzachtaler Heimatmuseum hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Eine Sonderausstellung für 2018 ist in Arbeit.
Von Karl-Heinz Probst

Ausschnitt der Unterabteilung „Dreißigjähriger Krieg“ im Schwarzachtaler Heimatmuseum Foto: Karl-Heinz Probst

Neunburg.Die unmittelbare Begegnung mit originalen Zeugnissen im Museum schafft Orientierungsgrundlagen und Maßstäbe der Bewahrung von Erbe und Tradition, aber auch der Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zukunft. Museen vermitteln ästhetische Werte, eröffnen den Zugang zu vergangenen Epochen und zu fremden Kulturen, schärfen unseren Blick auf unsere Welt und Umwelt und regen zu sinnvoller Freizeitgestaltung an. Damit sind Museen Orte lebenslangen Lernens für Jung und Alt, die hier sowohl spezielles Wissen wie allgemeine Schlüsselqualifikationen erwerben können.

Bildungsauftrag erfüllt

Diesem Bildungsauftrag, der sich an alle Bevölkerungsgruppen richtet, kommt das Schwarzachtaler Heimatmuseum seit über 100 Jahren in besonderer Weise nach – zum einen mit der Dauerausstellung seiner umfangreichen Bestände und zum anderen mit alljährlichen Sonderausstellungen. Nachdem im Jubiläumsjahre „1000 Jahre Neunburg vorm Wald“ gleich vier Sonderausstellungen zu sehen waren, geht es Museumsleiter Theo Männer mit seinen rührigen Streitern vom Arbeitskreis Museum heuer etwas gemächlicher an.

Pieter Snayers malte anno 1645 „Die Einnahme der Stadt Neunburg am Walde“. Das Gemälde befindet sich im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien; eine Kopie hängt im Schwarzachtaler Heimatmuseum. Foto: Probst

Das Schwarzachtaler Heimatmuseum blickt auf eine erfolgreiche Saison 2017 zurück. Dieses positive Fazit zog Museumsleiter Theo Männer am Montag im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. Über 2000 Besucher (rund 1600 Erwachsene und 400 Kinder) haben in diesem Jahr die Sammlungen des Schwarzachtaler Heimatmuseums besichtigt. Das sind doppelt soviele Besucher wie in den Vorjahren. Männer führt diesen Anstieg insbesondere auf die vier Sonderausstellungen zurück. Auffällig sei insbesondere im Sommer das Interesse von Auswärtigen gewesen.

Geprägt war die Museumsarbeit zum einen durch die Optimierung und Ergänzung der umfangreichen ständigen Ausstellung. Ein weiterer Schwerpunkt waren die vier bereits erwähnten Sonderausstellungen „Neunburg im Bild“, „Postgeschichte Neunburgs“,„Hieronymus von Prag“ und „Als ich noch in den Kinderjahren ...“ (historisches Blech- und Holzspielzeug).

Natürlich ist auch für das Jahr 2018 eine Sonderausstellung geplant. Auf Anregung von Karl-Heinz Probst, Ortsheimatpfleger in Neukirchen-Balbini, steht diesmal der 30-jährige Krieg im Fokus, dessen Ausbruch sich zum 400. Mal jährt. Während es sich bei vorangegangenen Kriegen meist um einzelne Schlachten handelte, die wenig Einfluss auf die Zivilbevölkerung nahmen, änderte der 30-jährige Krieg das Bild des „klassischen“ Krieges grundlegend.

Schwarzachtaler Heimatmuseum

  • Örtlichkeit:

    In zwei Geschossen des ehemals pfalzgräflichen Schlosses und seines spätgotischen Wartturms führt es den Besucher in 18 Räumen und einem Lapidarium mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt 1000 qm in die Geschichte und Kultur der Stadt und des Schwarzachtals ein.

  • Themen:

    Eine einzigartige Sammlung historischer Militaria, attraktiver sakraler Kunst mit Hinterglasbildern, Gemälden, Skulpturen und Zeugen der Volksfrömmigkeit sowie eine umfangreiche Abteilung „Stadtgeschichte“ dokumentieren die 1000-jährige Geschichte der Pfalzgrafenstadt.

Das Leben der einfachen Menschen war in dieser Zeit ständig bedroht. Die Truppen zogen kämpfend, mordend und brandschatzend durch Europa und brachten unermessliches Leid. Dazu kam noch, dass in vielen Teilen die Menschen auch ihre Religion aufgeben und eine neue annehmen mussten, so auch in der Oberpfalz.

Die geplante Sonderausstellung stützt sich zum einen auf Material, das bereits im Museum in der Unterabteilung „Dreißigjähriger Krieg“ ausgestellt ist oder sich im Museumsdepot befindet, und zum anderen aus Material, das Männer und Probst aus anderen Quellen wie etwa dem Staatsarchiv Amberg schöpfen. Großer Wert werde bei den Exponaten auf den örtlichen Bezug gelegt. Es werden auch Dokumente und Abbildungen gezeigt, die bisher noch nicht in Neunburg zu sehen waren, verspricht Männer.

Neues Konzept

In seinem weiteren Ausblick auf die nächsten Monate erwähnte Männer die Fertigstellung des Segments „Stadtentwicklung“ in der Abteilung Stadtgeschichte. Aktuell werden Texte nachgebessert zu den Themen Beerdigung, Glocken, Epitaphien, Maße und Gewichte sowie Glasschleifen. Darüber hinaus werden die Arbeitskreis-Mitglieder noch einige Vitrinen in der Stadtgeschichte nachjustieren.

Ein weiteres Thema, das die Museumsmannschaft beschäftigen wird, ist die zukünftige Entwicklung des Schwarzachtaler Heimatmuseums. Die kulturelle Einrichtung soll zeitgemäß und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. Mit der Erstellung des neuen Grobkonzepts für das Museum hat der Stadtrat das Büro RT-CConcepts aus Eichstätt beauftragt. Ein erster Workshop mit dem Leiter, Dr. Rainer Tredt, hat zur Materialsichtung bereits stattgefunden. Im Februar folgt ein zweiter Workshop. Im Sommer soll das Grobkonzept vorliegen.

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