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Region Schwandorf
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Bilanz

Der Holzpreis hat sich erholt

Die Experten der WBV Nabburg-Burglengenfeld sind sich einig: Der Wald muss genutzt und gepflegt werden.

Die Wälder haben sich von Sturm „Kolle“ erholt. Foto: WBV

Schwandorf.Mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen gaben die Waldbesitzervereinigungen (WBV) im Landkreis Schwandorf ihren Mitgliedern einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt. Gut besucht waren die vier Veranstaltungen der WBV Nabburg-Burglengenfeld zu verschiedenen Themen der Forstwirtschaft. Der Schwerpunkt lag hierbei, jahreszeitlich bedingt am Beginn der Einschlagsperiode, beim Thema Holzpreis und Absatzmöglichkeiten für Rundholz.

Weniger Schadholz als gedacht

Entgegen allen Erwartungen haben sich die Holzpreise nach einem leichten Rückgang aufgrund eines Überangebotes wegen des Borkenkäfers und Sturmschäden im Spätsommer erstaunlich schnell erholt. Die Schadholzmengen in den vom Sturm „Kolle“ betroffenen Gebieten in Niederbayern wurden weit überschätzt. Die Aufarbeitung ist weitgehend abgeschlossen, so dass nur noch in den umliegenden Sägewerken eine gute Holzversorgung gewährleistet ist.

Alle anderen Holzabnehmer suchen dringend Holz und sind hierbei auf eine kontinuierliche Rohstoffversorgung aus dem Privatwald angewiesen. Die Bayerischen Staatsforsten haben bereits reagiert und ihren Einschlagstopp nach „Kolle“ aufgehoben.

Drei Vereinigungen

  • Für den Landkreis

    Schwandorf sind mehrere Waldbesitzervereinigungen zuständig.

  • WBV Nabburg-Burlgengenfeld:

    1. Vorsitzender August Steinbauer, Sitz in Nabburg

  • WBV Neunburg-Oberviechtach:

    1. Vorsitzender Martin Prey

  • WBV Cham-Roding:

    1. Vorsitzender Josef Ziegler, Sitz in Wald

Ausdrücklich wiesen die Mitarbeiter der WBV darauf hin, dass ein nachfrageorientierter Holzeinschlag nicht nur den Sägewerken nutzt, sondern vor allem auch die Marktposition der Vereinigungen stärkt. Der einzelne Waldbesitzer hat hierbei den langfristigen Vorteil von relativ stabilen Preisen und kurzfristig die Möglichkeit, frisches Holz bei zügiger Abfuhr auf gutem Niveau zu verkaufen.

Ein weiteres Thema der Veranstaltungsreihe war die Pflege und Durchforstung von Waldbeständen. Die Förster der WBV gingen hier vor allem auf die Notwendigkeit der Durchforstung für eine stabile und zukunftsorientierte Waldentwicklung ein.

Privatwald gehört durchforstet

In weiten Teilen des WBV-Gebietes sind enorme Durchforstungsrückstände im Privatwald vorhanden. Dies hat gravierende Folgen. Der Holzzuwachs auf der Fläche findet so im niederen Durchmesserbereich vieler Einzelbäume statt, und nicht, wie eigentlich sinnvoll, bei weniger und zuwachsstärkeren Einzelbäumen mit später besseren Vermarktungsmöglichkeiten.

Ein zweiter Aspekt ist die zunehmende Instabilität des Waldbestandes. Lange Schäfte und kleine Kronen erhöhen das Risiko von Sturm- und Schneebruch. Bei der Fichte kommt bei starkem Dichtstand möglicher Wassermangel mit erhöhtem Borkenkäferrisiko hinzu. Sind solche Bestände durch Schadereignisse aufgerissen, dauert es nicht lange, bis kein Baum mehr steht.

Das Fazit der WBV-Förster am Ende jeder Veranstaltung war: Waldpflege und Waldnutzung sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Planmäßige Nutzung, kombiniert mit förderfähigem Waldumbau, schafft zukunftsfähige Wälder mit Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg und hoher Gemeinwohlfunktion.

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