mz_logo

Region Schwandorf
Montag, 18. Dezember 2017 3

Tourismus

Der Kugel-Bau kommt jetzt ins Rollen

Im Herbst soll die Holzkonstruktion am Steinberger See stehen. Eröffnung ist an Ostern geplant, am 21. Juli ist Spatenstich.
Von Reinhold Willfurth

Bewegungs- und Spielstationen in luftiger Höhe zählen zum Konzept des Erlebnisparks.Simulationen: Archiv/InMotion Park GmbH

Steinberg am See.Startschuss für den „InMotion Park“ am Steinberger See: Bei einem Festakt am 21. Juli setzen Ehrengäste den ersten Spatenstich für die größte begehbare Holzkugel der Welt am Seeufer. Die Bagger rücken dann laut Tom Zeller, neben Kim Kappenberger Geschäftsführer der InMotion Park GmbH aus Lappersdorf, Ende August an, um das Fundament für das rund 40 Meter hohe Bauwerk zu setzen. Im Spätherbst soll die Konstruktion aus Stahl und Leimbindern aus Lärchenholz stehen. Während der Wintermonate folgt der „Innenausbau“ mit den begehbaren Ebenen und den Spielstationen. Eröffnung soll an Ostern 2018 sein, also Anfang April. Zeller ist sich bewusst, dass dies ein „sportlicher“ Zeitplan ist, auch vor dem Hintergrund einer Baubranche mit bestens gefüllten Auftragsbüchern und dementsprechend knappen Kapazitäten.

Zwei 200-Tonnen-Kräne rücken an

Mehrere Baufirmen mussten bedauernd absagen, bis endlich ein Unternehmen gefunden war, das zum richtigen Zeitpunkt mit zwei 200-Tonnen-Kränen anrückt und die riesigen Holzfertigteile in die richtige Position bringt. „Das war schon eine harte Nummer“, sagt Zeller. Vorsichtshalber habe man in den Zeitplan einen Puffer eingebaut – auch weil niemand wisse, ob und wie der Winter die Bauarbeiten bremsen werde. Die Leimbinder habe die beauftragte Spezialfirma aus der Steiermark derzeit ausgeschrieben, sagt der Betreiber, der zusammen mit Kim Kappenberger auch als Investor des auf fünf Millionen Euro geschätzten Projekts auftritt. Vier weitere Investoren, alle aus der Region, und der Freistaat Bayern helfen dabei mit, die Kugel ins Rollen zu bringen.

An dieser Stelle am Steinberger See soll die Holzkugel gebaut werden – sehen Sie sich in unserem 360-Grad-Bild um:

Ein 360-Grad-Blick vom geplanten Standort am Steinberger See - Spherical Image - RICOH THETA

Großes Lob spendete Zeller der Genehmigungsbehörde – dem Landratsamt – und der Gemeinde Steinberg am See, die sich bei der Begleitung des Projekts große Mühe gäben. Erst in der vergangenen Woche segneten die Gemeinderäte die Planung für den gemeindeeigenen Parkplatz bei der Kugel ab, auch wenn Bürgermeister Harald Bemmerl die zunächst skeptische CSU-Fraktion erst noch überzeugen musste, dass ein Veto das „Leuchtturmprojekt“ am Steinberger See erst einmal zum Erlöschen bringen könnte (wir berichteten).

Für Politiker und Tourismus-Fachleute in der Region ist die geplante Kugel ein Glücksfall. Mit dem schon aus weiter Ferne sichtbaren Erlebnispark bekomme das Oberpfälzer Seenland sein lang ersehntes Wahrzeichen, sagte der Geschäftsführer des Touristikvereins, Joachim Häring, schon bei der Vorstellung des Projekts vor einem Jahr. „Eine wunderbare Ergänzung für die Ausflugsziele in der Region“, urteilte Alexandra Beier, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Oberpfälzer Wald.

40 Meter hoch erhebt sich der geplante Bau aus Leimbindern und Stahl über dem Ufer des Steinberger Sees.

Bei der Pressekonferenz im Gasthaus Haller direkt neben der künftigen Kugel-Baustelle am Westufer des Steinberger Sees strahlten auch der Steinberger Bürgermeister Harald Bemmerl und sein Wackersdorfer Kollege Thomas Falter. Von dem „Leuchtturmprojekt“ erwarten sich die stellvertretenden Vorsitzenden des Seenland-Vereins Impulse für die gesamte Region. Und auch Vereinsvorsitzender und Landrat Thomas Ebeling war „von Anfang an“ begeistert.

Tagesbesucher aus bis zu 200 Kilometer Entfernung sollen neben Touristen und den Einheimischen in den Erlebnispark ganz in der Nähe der Autobahnausfahrt Schwandorf-Süd gelockt werden. Mit der Vollendung der Kugel könne der 1982 begonnene „steinige Weg von einer Bergbaugemeinde in eine Wohn- und Touristikgemeinde“ an seinem endgültigen Ziel angekommen sein, jubelte Bürgermeister Bemmerl.

Sanfter Tourismus mit Bewegung

Die „InMotion-Park“-Betreiber setzen auf sanften Tourismus. Bewegung und Erholung sollen sich in dem Wandelgang im Kugelinneren abwechseln. 40 Motorik- und Bewegungsstationen, geeignet für Kinder, Eltern und Großeltern und komplett barrierefrei, warten auf die Besucher. Stets präsent ist dabei der Blick über See und Landschaft. Der Höhepunkt ist eine Aussichtsplattform in 38 Metern Höhe. Das entspricht ungefähr dem Ausblick aus einem Hochhaus mit zwölf Etagen. Mutige Besucher sausen anschließend in einer spiralförmigen Rutsche wieder nach unten. Es geht aber auch gemächlicher. „Action“ stehe bei ihrem Projekt keineswegs im Vordergrund, betonte Tom Zeller.

„Eine wunderbare Ergänzung für die Ausflugsziele in der Region.“

Alexandra Beier, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Oberpfälzer Wald

„Familienfreundliche Preise“ versprechen die Betreiber. Im Gespräch waren bei der Präsentation zehn Euro für das Einzelticket und 28 Euro für eine Familie. Eine bescheidene Imbissstation an der Kugel soll Hunger und Durst löschen, aber bewusst keine Konkurrenz sein für die örtliche Gastronomie. Das rund 750 Quadratmeter große Nebengebäude beherbergt neben dem Imbiss Besuchertoiletten und Büro. Der gemeindeeigene Parkplatz soll bis zu 180 Stellplätze für Pkw und Busse bieten.

Mehr Nachrichten aus dem Kreis Schwandorf lesen Sie hier.

Aktuelle Nachrichten von mittelbayerische.de gibt es übrigens kostenfrei auch per WhatsApp. Hier können Sie sich anmelden: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Der „InMotion Park im Seenland“

  • Planung:

    Obwohl der Baubeginn für den „Inmotion Park im Seenland“ zunächst im Juni 2017 geplant war, kalkulieren die Investoren nach wie vor mit der Eröffnung im Frühjahr 2018. Kosten: rund fünf Millionen Euro. Architektur: Transparenz durch freitragende Leimbinder aus Lärchenholz. Dimension: Die Holzkugel hat einen Durchmesser von rund 40 Metern.

  • Details:

    Barrierefreier Weg zur Aussichtsplattform auf 38 Metern Höhe. Rückweg auf einer Rutsche möglich. An drei Ringen rund um die Holzkugel sind 40 Bewegungsstationen für Jung und Alt angebracht. Unternehmen: Die Lappersdorfer Inmotion Park GmbH entwickelt und baut weltweit Erlebnis- und Bewegungsparcours.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht