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Region Schwandorf
Mittwoch, 17. Januar 2018 7

Bildung

Der Schulverbund bleibt bestehen

Die Regierung der Oberpfalz hat dem Bestreben Bodenwöhrs, den Brucker Schulsprengel zu verlassen, eine Absage erteilt.
Von Renate Ahrens

Die Schule Bruck leistet nach Überzeugung der Regierung der Oberpfalz „gute Bildungsarbeit“. Die Schüler aus Bodenwöhr seien hier „gut aufgehoben“, so Regierungspräsident Axel Bartelt. Foto: Ahrens

BRUCK.Der lange Streit um den von Bodenwöhr gewünschten Austritt aus dem Sprengel des Schulverbunds Sulzbachtal und damit um eine Herausnahme aus dem Einzugsgebiet der Mittelschule Bruck hat ein Ende. Die Regierung der Oberpfalz hat das Bestreben der Gemeinde Bodenwöhr abgelehnt, erklärte Bürgermeister Hans Frankl in der letzten Gemeinderatssitzung in Bruck. Für Bruck sei diese Entscheidung von großer Bedeutung und „erfreulich“, wie Frankl zufrieden feststellte.

„Die Regierung hat dem Willen der Gemeinde Bodenwöhr und meines Erachtens auch der Stadt Neunburg vorm Wald auf Änderung des Einzugsbereichs der Mittelschule Bruck sowie der Sprengel des Schulverbundes Sulzbachtal und der Mittelschule Neunburg vorm Wald nicht entsprochen“, so Frankl weiter. Bodenwöhr hatte die Zuordnung zum Sprengel der Mittelschule Neunburg „angeregt“, wie in dem Schreiben von Regierungspräsident Axel Bartelt steht.

Viele Eltern, so die Begründung von Bodenwöhrs Bürgermeister Richard Stabl, würden ihre Kinder ohnehin schon nach Neunburg schicken und sich von Bruck „abwenden“. Bruck sei nicht schlechter, aber Neunburg habe Visionen, die nachhaltig seien, betonte Stabl und sprach gar von „akutem Handlungsbedarf“.

Streit ums Geld war Auslöser

Streitigkeiten hatte es auch wegen der Finanzen gegeben, doch ginge es nicht darum, hatte Stabl versichert, sondern um die „qualitativ hohe Schulorganisation“ in Neunburg, vor allem in Bezug auf das Ganztagsangebot. Das Konzept dort habe die Räte bei einer Besichtigung überzeugt. Beide Bürgermeister beharrten auf ihren Standpunkten. Frankl wollte den Zusammenschluss halten, unter anderem mit dem Argument, die Strecke nach Neunburg sei für die Bodenwöhrer Kinder zu weit.

Der Schulverbund

  • Der Mittelschulverbund Sulzbachtal

    wurde im Jahr 2011 aus den Hauptschulen Nittenau und dem Schulverband Bruck/Bodenwöhr gegründet.

  • Laut Nittenaus Bürgermeister Karl Bley

    ist das gemeinsame Ziel aller beteiligten Kommunen, in Zukunft an einem Strang zu ziehen, wie er 2011 betonte. Hans Frankl, Bürgermeister von Bruck, zeigte sich stolz, nun eine Mittelschule im Markt zu haben, zudem sei die Schule bestens ausgestattet.

  • Bodenwöhrs Bürgermeister

    Richard Stabl erklärte damals, für „eventuelle weitere Diversifizierungen“ sei man hier bestens gerüstet.

Zum Eklat war es vor einem Jahr gekommen, als Stabl bei einer Sitzung des Schulverbandes verärgert den Saal verließ. Stabl hatte eine Vertagung beantragt, was abgelehnt wurde. Nach weiteren „intensiven Überprüfungen“, so Bartelt in dem Schreiben, hätten die Bürgermeister im Oktober an einem Runden Tisch die Gelegenheit gehabt, vor Abschluss des Verfahrens erneut ihre Sichtweisen darzulegen – doch anscheinend ohne Erfolg.

Bereits hier habe es einen „Ausblick“ auf die getroffene Entscheidung gegeben. Eine einvernehmliche Lösung sei nicht möglich gewesen. Ein Anhörungsverfahren zur Änderung der Zuordnung könne jedoch nicht eingeleitet werden, da dies gegen den Willen der Gemeinde Bruck nicht möglich sei. Stolz ist Frankl nun auf die Aussage von Regierungspräsident Bartelt, er sei „fest überzeugt“, die Mittelschule Bruck würde gemeinsam mit der Mittelschule Nittenau „sehr gute Bildungsarbeit“ leisten.

Kinder sind gut aufgehoben

Hier wären die Kinder aus Bodenwöhr gut aufgehoben. Es bestünde nach Auswertung aller Unterlagen unter schulorganisatorischen, schulfachlichen und schulpädagogischen Gesichtspunkten „kein hinreichender Anlass“, die vor sechs Jahren im Einvernehmen mit allen betroffenen Gemeinden festgelegte Schulorganisation von Amts wegen zu ändern. Zudem könnten die Bodenwöhrer Schüler weiterhin dem gebundenen Ganztagsangebot der Mittelschule Neunburg zugewiesen werden.

Bodenwöhrs zweiter Bürgermeister Albert Krieger als Vertreter von Stabl hielt sich bedeckt. „Es ist eine klare Aussage der Regierung“, so Krieger. „Es geht nun darum, das Beste daraus zu machen, um den Schulstandort zu stärken.“ Welche Maßnahmen das sein könnten, ließ er offen. „Wir werden uns mit den entsprechenden Gremien wie Elternbeirat und Gemeinderat zusammensetzen und darüber beraten und diskutieren.“ Es gäbe, so Krieger, sicher „andere Möglichkeiten“, den Standort attraktiver zu machen.

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