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Region Schwandorf
Freitag, 24. November 2017 11° 3

Stadtentwicklung

Die Angerinsel ist ein Rohdiamant

Oliver Mack vom Architektenbüro „Space4“ stellte das Projekt „Haus des Flusses“ im Nittenauer Stadtrat vor.
Von Ulrich F. Klein

Die Angerinsel ist vergleichbar mit einem „ungeschliffenen Diamanten“ auf dem Stadtgebiet von Nittenau“, so Bürgermeister Karl Bley. Foto: tuk

Nittenau.In der letzten Sitzung des Nittenauer Stadtrats am 17. Oktober stand unter anderem die Konzeptvorstellung „Haus des Flusses“ auf der Tagesordnung. Mit der Konzepterstellung hatte der Stadtrat die Firma Space4 GmbH aus Stuttgart, ein anerkanntes Unternehmen mit großer Expertise in den Bereichen Museumsberatung und -konzeption, Architektur, Innenarchitektur, Design, Grafik und Medien beauftragt. „Space4 erarbeitet seit 15 Jahren erfolgreich Konzepte für Ausstellungen und Museen. Die leitenden Architekten Alexander Minx, Oliver Mack, Henning Meyer und Jürgen Hess schauen seit Bürogründung auf mehr als 120 erfolgreich realisierte Projekte für öffentliche und private Auftraggeber zurück“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.

Lange überlegte die Stadt noch, ob sie für das Objekt am Anger rechts Mittel aus dem kommunalen Wohnraumförderprogramm beantragen sollte. Nun scheint klar, dass auch dieses Relikt aus der Konservenfabrik-Ära von der Bildfläche verschwinden wird. Foto: ht/MZ-Archiv

Die Aufgabenstellung an Space4 war, mit einem „Nutzungsmix“ und den daraus resultierenden Angeboten das gemeinsame und übergeordnete Ziel der Entwicklung der Angerinsel zu unterstützen. Diplom-Ingenieur und Architekt Oliver Mack, Geschäftsführer der Space4 GmbH, erläuterte den Mitgliedern des Nittenauer Stadtrats, wie das Rahmenkonzept die Angerinsel dauerhaft in Wert setzt und deren Potenzial in zentraler Lage für die Stadt Nittenau und als Naherholungsgebiet in der Region Regensburg entwickelt werden kann.

Veranstaltungsraum und Café

Oliver Mack stellte das Projekt Haus des Flusses im Stadtrat vor. Foto: Space4

Das Rahmenkonzept besteht aus drei Säulen: der Grundidee, dem Raumprogramm und einer Kostenschätzung. Ausgehend von der Grundidee „Von der Quelle bis zur Mündung“ werden im Rahmen einer Ausstellung sinnliche Erlebnisse und fundierte Informationen zur Entstehungsgeschichte eines Flusses, zu Orten, Tieren und Pflanzen am Regen geboten. Die Ausstellung öffnet den Blick in die Geschichte von Mensch und Natur auf und am Fluss.

Dabei handelt es sich nicht um exponat-zentrierte Ausstellungen. „Die Inhalte sollen mit verschiedenen Medien verständlich und ansprechend präsentiert werden: Sehen, Hören, Tasten, Fühlen unterstützt durch Text und Bildangebote“, erläuterte Mack.

Auf junge Menschen eingehen

Die Vermittlung berücksichtigt insbesondere die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Die Kraft des Wassers und die Prinzipien ihrer Nutzung will das Planungsbüro durch einen Spielplatz mit mehreren kommentierten Spielstationen auf dem Freigelände „erlebbar“ machen. „Unser Konzept sieht drei Vermittlungsebenen vor: die atmosphärische Ebene, die informative Ebene und die partizipative Ebene“, führte Mack weiter aus. In der letzteren Ebene geht es zum Beispiel um Spiele, Begleithefte und aktive Elemente (anfassen, verstehen, verändern).

Weitere Beschlüsse

  • Einziehung des beschränkt-öffentlichen Weges „Brunnensteig“:

    Der Weg „Brunnensteig“ in der Gemeinde Neuhaus wird eingezogen.

  • Abstufung der Gemeindeverbindungsstraße (GVS) „Further Straße“:

    Die GVS „Further Straße“ wird auf ihrer gesamten Länge zu einem öffentlichen Feld- und Waldweg abgestuft.

  • Generalsanierung der Kindertagesstätte St. Josef:

    Die katholische Kirchenstiftung Nittenau beabsichtigt, das im Jahre 1982 gebaute Gebäude der Kindertagesstätte einer Generalsanierung zu unterziehen.

  • Die Verwaltung der Stadt Nittenau prüft,

    ob eine Förderung durch den Freistaat Bayern erfolgen kann.

Im vorgestellten Raumprogramm verbindet das zentrale Foyer die Ausstellungsräume, einen multifunktionalen Veranstaltungsraum und ein Café. Insgesamt, so die Planung, werden für das „Haus des Flusses“ 715 Quadratmeter Nutzfläche benötigt. „Davon entfallen 300 Quadratmeter auf die Ausstellungsfläche.“ Mit dieser Information schloss Mack seinen Vortrag ab.

„Das Ergebnis des Gesamtprojektes wird das Stadtbild und das Image von Nittenau für die Zukunft maßgeblich prägen und beeinflussen.“

Bürgermeister Karl Bley

Nun wird sich der Stadtrat mit dem 70-seitigen Rahmenkonzept beschäftigen müssen. Die ersten Reaktionen einzelner Ratsmitglieder nach der Präsentation waren recht positiv. „Die Angerinsel ist vergleichbar mit einem ‚ungeschliffenen Diamanten‘ auf dem Stadtgebiet von Nittenau“, so Bürgermeister Karl Bley gegenüber unserem Reporter. „Der ‚Schliff‘ der einzelnen Facetten, also die Gestaltung der Angerinsel, ist aber abhängig von vielen Voraussetzungen und muss wohlüberlegt sein.“

Das „Haus des Flusses“ hat im Gesamtprojekt eine strategische Bedeutung und Funktion. Alle weiteren angedachten Bau- und Gestaltungsmaßnahmen (Mehrgenerationenhaus, Gastronomie, Hotellerie, usw.) haben sich dieser Ausrichtung anzunähern. „Das Ergebnis des Gesamtprojektes wird das Stadtbild und das Image von Nittenau für die Zukunft maßgeblich prägen und beeinflussen“, so die Überzeugung von Bley.

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