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Region Schwandorf
Mittwoch, 22. November 2017 3

Wirtschaft

Die Welt der Technik kennenlernen

Zwölf Mädchen nehmen am „Mädchen für Technik-Camp“ bei F.EE teil. Sie tüfteln, feilen und löten, um eine Ampel zu bauen.
Von Karl-Heinz Probst

  • Johanna Dirscherl ist mit großer Begeisterung bei der Sache. Foto: Karl-Heinz Probst
  • Hermann Brandl (bayme vbm-Geschäftsführer, 4. von links) besuchte die Mädchen mit ihren Ausbildern und Betreuern sowie F.EE-Personalleiter Udo Starck (2. von rechts). Foto: Karl-Heinz Probst
  • Ausbilder Thomas Schmid zeigt das Modell der herzustellenden Ampel. Foto: Karl-Heinz Probst

Neunburg.Ab an die Werkbank hieß es am Montag für zwölf junge Mädchen im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Sie nehmen bis Freitag am „Mädchen für Technik-Camp“ bei der Neunburger Firma F.EE teil. Das Ferienangebot ist eines von 16 Angeboten und Projekten der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0 im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V..

Als Vertreter des Hauptsponsors bayme (Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V.) besuchte Geschäftsführer Hermann Brandl am Mittwochnachmittag die Mädchen und ihre Ausbilder in der Pfalzgrafenstadt. Die „Mädchen für Technik-Camps“ erweitern das Berufsspektrum von Mädchen in der Altersgruppe zwölf bis 14 und zeigen ihnen Chancen und Anforderungen technischer Berufe auf, erläuterte Brandl. Die Camp-Teilnehmerinnen beschäftigten sich mit technischen Fragestellungen und tauschen sich in einem Unternehmen aktiv mit Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Auszubildenden aus.

Fertigung einer Ampel

Die „Mädchen für Technik“-Camps finden in den Ferien in Kooperation mit bayerischen Unternehmen statt. Unter Anleitung von Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Auszubildenden setzen zehn bis 20 Mädchen während einer Woche ein technisches Projekt um – im Camp bei F.EE fertigen die Mädchen eine Ampel an.

Darüber hinaus werden die Schülerinnen von pädagogischen Referentinnen betreut, die mit ihnen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm durchführen. In Neunburg sind Nicole Mutzl und Patricia Janda im Einsatz. Erfahrungen und Projektbeispiele präsentieren die Teilnehmerinnen am Ende des Camps am Freitagvormittag vor Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertretern, Eltern, Presse und Öffentlichkeit.

Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden in technisch orientierten Berufen ist hoch und im Wachsen begriffen, so Brandl weiter. Es gelte, die Attraktivität technischer Ausbildungs- und Studiengänge zu erhöhen. Unternehmen würden durch die „Mädchen für Technik-Camps“ bei der langfristigen Nachwuchsgewinnung und bei der positiven Imagebildung technischer Berufe unterstützt.

Mädchen, die an den Camps teilnehmen, bekämen Gelegenheit, ihre technischen Fähigkeiten zu entdecken und zu stärken und Vorbilder im technischen Bereich kennenzulernen. Ihnen werde zudem ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich präsentiert.

Die Nachfrage nach den bayernweit angebotenen Plätze ist so groß, dass die Bewerberinnen ausgesucht werden müssen, informierte Fabienne Kleinknecht (Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft). Mittlerweile hätten seit 2002 mehr als 3200 Schülerinnen die Camps absolviert. Das Ferienangebot ist für die Mädchen kostenlos. Financiers sind das bayerische Wirtschaftsministerium und der Bayerische Unternehmensverband Metall und Elektro.

Brandl konnte sich bei seinem Besuch in der Ausbildungswerkstatt für Elektrotechnik im Gespräch mit den Mädchen überzeugen, dass mit jedem neuen Handgriff die Begeisterung und Neugier auf Technik sowie das Selbstbewusstsein der zwölf Mädchen gewachsen ist.

Johanna Dirscherl war zunächst überrascht, dass die Mädchen zusammen nicht eine Ampel basteln, sondern jede ihr eigenes Exemplar fertigen muss. Am meisten gefällt der Neukirchnerin das Bohren. Unter Anleitung der erfahrenen Ausbilder Stefan Reitmeier (Mechanik) und Thomas Schmid (Elektrotechnik) fertigen die Mädchen eine Miniatur-Ampel an. Das Projekt umfasst dabei die Planung, Anfertigung und Montage der Teile. Dabei wird ausgiebig gefräst, gelötet und gebohrt. Nur ein einziger Bohrer ist dabei zu Bruch gegangen, berichtet Stefan Reitmeier anerkennend.

Vorurteile abbauen

Ausbilder und Auszubildende führten die Mädchen spielerisch-ambitioniert an Technik heran, um Ängste und Vorurteile abzubauen, sagte F.EE-Personalleiter Udo Starck. So haben die Schülerinnen Berufe wie Feinmechanikerin und Elektronikerin kennengelernt und einen realistischen Einblick in die Welt der technischen Berufe bekommen. Für die Projektträger und die teilnehmenden Firmen ist laut Brandl wichtig: Nicht das Geschlecht, sondern die Leistung ist entscheidend. F.EE wolle die Mädchen, nicht, weil sie Mädchen sind, sondern, weil sie gut sind, betonte Personalleiter Starck.

Die Teilnehmrinnen kommen überwiegend aus der Oberpfalz, jedoch auch aus Coburg und Erding. Die Mädchen übernachten mit ihren beiden Betreuerinnen im Gasthof Sporrer. Der Ferienspaß kommt beim Camp auch nicht zu kurz; am Feierabend stehen Teamaktionen auf dem Programm.

Hermann Brandl dankte der Firma F.EE, für ihre Bereitschaft, erstmals das Camp zu veranstalten. Schließlich sei mit der Durchführung doch ein großer Aufwand für das Unternehmen verbunden. „Wenn wir dürfen, gerne wieder“, antwortete Personaleiter Starck auf Brandls Frage nach einer Wiederholung anno 2018.

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„Mädchen für Technik-Camps“

  • Die „Mädchen für Technik-Camps“

    gibt es seit 2002.

  • Das Ferienangebot

    für Mädchen ab zwölf Jahren ist eines von 16 Angeboten und Projekten der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0.

  • Träger

    ist das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw e. V.).

  • Die Camps

    sind so beliebt, dass per Los entschieden wird, wer teilnehmen kann. Die Camps sind, bis auf An- und Abreise, für die Mädchen kostenfrei.

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