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Region Schwandorf
Sonntag, 22. Oktober 2017 18° 3

Drei fotografische Positionen in der Kebbel-Villa

?Konkret/Abstrakt?: Pavel Banka, Erich Spahn und Falk von Traubenberg zeigen ihre Kunstwerke

Falk von Traubenberg und Erich Spahn (v. li.) zeigen ihre fotografischen Arbeiten ab Sonntag in der Kebbel-Villa (im Hintergrund zwei Werke Spahns). Foto: Fröschl

Von Petra Fröschl

SCHWANDORF. Drei Künstler, drei Regionen, drei fotografische Positionen: Am Sonntag wird in der Kebbel-Villa die Fotoausstellung „Konkret/Abstrakt“ eröffnet. Zu sehen sind großflächige Arbeiten des Hamburger Künstlers Falk von Traubenberg, bunte Kompositionen von Erich Spahn aus Amberg und Fotografien von Pavel Banka aus Prag.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Regensburger Fotogaleristen Harald Raab entstanden. „Wir wollen Künstler nach Schwandorf bringen, die von verschiedenen Orten stammen“, beschreibt Raab die Idee hinter der Schau. Jeder der drei Aussteller vertritt eine andere fotografische Position, deren Gesamtheit eine Linie bildet: Während sich Pavel Banka der konkreten Fotografie verschrieben hat, lichtet Erich Spahn konkrete Gegenstände analog ab, setzt die Bilder dann aber am Computer zusammen. Erst so entsteht das Gesamtkunstwerk. Falk von Traubenberg hingegen hat sich gänzlich von der abbildenden Fotografie losgelöst. Seine Arbeiten sind komplett am Rechner entstanden.

Auch bei der Motivwahl der drei Fotokünstler gibt es große Unterschiede. Pavel Banka, der international tätig ist und derzeit auch in London ausstellt, befasst sich in seiner Schwarzweiß-Serie „Tezerin“ mit einer überaus vorbelasteten Materie: Der 65-Jährige hat Gewölbe des Konzentrationslagers Theresienstadt in Böhmen fotografiert, wo 35500 Juden ums Leben kamen. Einige Bilder sind scharf und kontrastreich, andere verschwommen. Sie alle wirken bedrückend und lassen das Grauen erahnen. „Bankas Grundidee ist es, die Räume zu befragen, was darin geschehen ist, geschieht oder geschehen könnte“, erläutert Raab. In jedem Bild Bankas bildet ein kleines Fenster die zentrale Lichtquelle, was ein wenig das Gefühl vermittelt, als befände man sich in einer überdimensionalen Camera obscura. Räume, auch Naturräume, sind ein Schwerpunkt des tschechischen Künstlers.

Erich Spahn, der in Amberg als Berufsfotograf arbeitet, zeigt Bild-Tableaus („Meditation in Raum und Zeit“) mit Details aus der Pflanzenwelt, die mustergleich arrangiert sind. Dabei widmet er seine Arbeiten ganz der Erforschung der Wirkkraft des Seriellen. Für die Ausstellung hat der 48-jährige Künstler Palmenblätter analog hintereinander fotografiert. Bei jeder Aufnahme drehte und verkantete er seine Kamera, so dass eine andere Perspektive entstand. Die Negative setzte er dann vergrößert am Computer zusammen. „Das Endprodukt hatte ich vorher ungefähr im Kopf“, erklärt Spahn. „Im Nachhinein sind kaum mehr Änderungen möglich.“

Die Serie „Textur – vom Schriftbild zur Bildstruktur“ Falk von Traubenbergs zeigt Schwarzweiß-Raster, die durch Vergrößern, Verdichten, Ent- und Verzerren von Buchstabenmaterial am Computer entstanden sind. Die losen Gedanken, die von Traubenberg für die Serie aufgeschrieben hat und die die Grundlage bilden, sind durch die Bearbeitung nicht mehr zu erkennen. „Mich interessieren die unterschiedlichen Spielarten mit dem Medium Fotografie“, sagt der 34-jährige Künstler, der von Haus aus Architekt ist und in Regensburg zur Schule ging. Die modernen Möglichkeiten reizten ihn besonders.

„Die Klammer, die alle drei Künstler miteinander verbindet, ist ein Spiel mit Architektonischem in einer jeweils eigenständigen Bildarchitektur“, fasst Harald Raab zusammen – „die konkrete Architektur, die Architektur von Pflanzenmaterial und die Architektur des Bildes.“

Ausstellungseröffnung ist am Sonntag um 11 Uhr. Bis 21. Mai ist die Schau mittwochs und donnerstags von 12 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung im Oberpfälzer Künstlerhaus (Fronberger Straße 31) zu sehen. Am 21. Mai findet um 14 Uhr eine Führung statt. Am Ostersonntag und Ostermontag ist die Ausstellung geschlossen.

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