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Region Schwandorf
Samstag, 25. Juni 2016 29° 8

„Dringend Lösung für die Krankenhäuser finden“

Diskutierten über die Zukunft der Krankenhäuser (v. l.): der Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins Dr. Ernst Hampe, FU-Chefin Ulrike Feldmeier, Dr. Thomas Brandl, Verwaltungsrat der gemeinnützigen Krankenhaus-Gesellschaft, und der derzeitige Geschäftsführer Dr. Holger Stiller

Zur Diskussion geladen hatten die FU Burglengenfeld und ihre Vorsitzende Ulrike Feldmeier. Podiumsgäste waren Dr. Thomas Brandl in seiner Eigenschaft als Verwaltungsrat der gemeinnützigen Krankenhaus-Gesellschaft, Dr. med. Holger Stiller, Interimsgeschäftsführer und Dr. med. Ernst Hampe als Vorsitzender des Fördervereins für das Krankenhaus Burglengenfeld.

Wie zu erwarten, war der Saal sehr gut gefüllt. Ärzte, Personal und auch Bevölkerung waren interessiert, wie es denn mit den Krankenhäusern des Landkreises, speziell natürlich mit dem Haus in Burglengenfeld weitergeht. Neue Ergebnisse wurden aber nicht verkündet. Zwar hat sich in einer neuerlichen Ausschreibung für die Trägerschaft nach den Barmherzigen Brüdern nun auch ein zweiter Bieter gefunden — aber um wen es sich hierbei handelt, darüber schwiegen sich Brandl und Stiller aus, um eventuelle Verhandlungen nicht zu gefährden.

Bisher sei noch nicht einmal sicher, ob die Krankenhäuser gegebenenfalls auch an einen privaten Bieter veräußert werden. Die Grundsatzentscheidung hierzu werde wohl erst am 5.Oktober in einer Sitzung des Kreistages fallen. Sollte diese dann tatsächlich negativ ausfallen, hätte man sich ein zweites Bieterverfahren allerdings ersparen können.

Die „zögerliche Vorgehensweise“ des Landrates und seine „Zurückhaltung in punkto Öffentlichkeit“, löste besonders bei Brandl „einiges Befremden“ aus. Der Landrat habe sein Verhalten damit begründet, dass er sich nicht dem Vorwurf der Wahlkampftaktik aussetzen will. Irgendwie sei ja doch immer Wahlkampf, sagte Brandl, die Zeitspanne seit 2003 sei schon sehr großgewesen und wertvolle Zeit unnütz verstrichen.

Wie sehr die momentane unsichere Situation an den Nerven der Betroffenen zerrt, vor allem auch beim Pflegepersonal, das ja hinsichtlich Weiterbeschäftigung und Zukunftsaussichten völlig in der Luft hängt, wurde klar, als sich zwischen Brandl und Peter Fleischmann, dem Betriebsratsvorsitzenden, doch eine lebhafte Diskussion mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen entspinnt. Unter anderem um die Fragen, ob der zwischenzeitliche Einsatz von Dr. Brigitte Birzer als Geschäftsführerin eine gute Wahl war und ob Zugeständnisse der Belegschaft und große finanzielle Abstriche im neuen Tarifvertrag nicht sinnlose Opfer seien.

Zum Thema Geschäftsführer beklagte der frühere Chefarzt Dr. Ernst Hampe einen Mangel an Kontinuität. Allein unter seiner Leitung habe das Krankenhaus fünf Geschäftsführer in neun Jahren erlebt, seit seinem Ausscheiden sei der jetzige Geschäftsführer Dr. Stiller auch schon wieder der vierte. Das sei nicht hinnehmbar und sicher ein Grund für die defizitäre Lage. Wobei Dr. Stiller sich offenbar zu einem Favoriten entwickelt hat, wie die Nachfragen nach einem eventuellen Verbleib in Burglengenfeld zeigten.

Einig waren sich die Diskutanten, dass auf jeden Fall eine baldige Lösung gefunden werden muss. Der Erhalt des Burglengenfelder Krankenhauses einschließlich aller Grundversorgungen bei einem Einzugsgebiet von gut 50000 Menschen sei notwendig, eine Zusammenarbeit mit großen Kliniken kein Problem, eine Umstrukturierung aller Krankenhäuser hinsichtlich der Spezialisierung allerdings wohl unumgänglich.

Ebenso dringend sei die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten als Belegärzte, was in der Vergangenheit nach Ansicht Dr. Ulrich Hofmanns manchmal ein Problem darstellte.

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