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Region Schwandorf
Dienstag, 21. November 2017 5

Infrastruktur

„Durchblick“ für Nittenaus Gymnasiasten

Die Ferien wurden am RTG unter anderem für einen Fensteraustausch genutzt. Der Landkreis investiert rund eine Viertelmillion.
Von Thomas Rieke und Renate Ahrens

Eine Elektrofirma aus Pfreimd ist aktuell im RTG damit beschäftigt, die Oberlichten mit einer elektronischen Steuerung auszustatten. Auch Ferienjobber Manuel Gradl darf, natürlich unter strenger Aufsicht eines „Gelernten“, verschiedene Dinge erledigen. Foto: Rieke

Nittenau.Fehlte es Schülern und Lehrern des Regentalgymnasiums in den letzten Jahren tatsächlich am Durchblick? Diese flapsige Frage hat durchaus einen ernsten, wenn auch nur bautechnischen Hintergrund.

Die Verglasung der aus den 1970er Jahren stammenden Holzfenster trübte zuletzt den Blick ins Freie doch beträchtlich; die Thermoscheiben waren im Laufe der Zeit, vermutlich durch Haarrissbildung und dadurch bedingtes Eindringen von Feuchtigkeit, „blind“ geworden. Auch an den Rahmen hatte der Zahn der Zeit massiv genagt, so dass immer wieder ein Schreiner anrücken musste.

Was noch fehlt, sind die Außenjalousien. Foto: Rieke

Das hat sich nun, wenigstens teilweise, radikal geändert. Der Landkreis, der für das RTG bekanntlich der Sachaufwandsträger ist, nutzte die „großen“ Ferien, um an der Südfassade für zwölf Klassenzimmer die Fenster komplett auszuwechseln. Eine Firma aus dem Landkreis Cham hat binnen weniger Tage die morschen Elemente entfernt und durch eine moderne Kombination aus Holz-Metall ersetzt. Natürlich entsprechen Konstruktion und Glas nun den neuesten Wärmeschutzverordnung – und bescheren wieder freie Sicht.

Weitere Maßnahmen folgen

Elektriker sind aktuell damit beschäftigt, für die Bedienung der Oberlichten eine elektronische Steuerung zu installieren. Und laut Hans Prechtl, Sprecher des Landratsamtes Schwandorf, werden Handwerker einer weiteren Firma demnächst eine Außenjalousie anbringen.

Von einer neuen Prallwand in der alten Zweifachturnhalle abgesehen, investiert der Landkreis heuer 230000 Euro in das Nittenauer Gymnasium, und es sei feste Absicht, den Fensteraustausch in den nächsten Jahren sukzessive fortzusetzen, sagt Hans Prechtl. In einem weiteren Schritt soll die Beleuchtung auf den modernsten Stand gebracht werden.

Der Zahn der Zeit hat heftig genagt. Foto: Rieke

Nachdem das Flachdach des Gebäudes bereits generalsaniert worden ist, wäre das RTG damit unterm Strich „energetisch wieder auf einem guten Stand“, versichert der Pressesprecher der Kreisbehörde. Eine Sanierung, sprich Dämmung, der Außenfassaden sei derzeit kein Thema.

An der Grund- und Mittelschule Nittenau, für deren Unterhalt die Stadt selbst zuständig ist, wurden heuer laut Geschäftsleiter Jakob Rester keine Investitionen getätigt. Gleichwohl sei die Schule der Kommune „natürlich lieb und teuer“. Denn nur wenn sich das Gebäude in einem vernünftigen Zustand befinde, fühlten sich Schüler und Lehrer in ihr wohl, was sich erwiesenermaßen auf die Lernziele auswirke. Seit sieben Jahren, so erinnert Rester, nehme die Stadt für die Grund- und Mittelschule regelmäßig Geld in die Hand; auch die Sanierung der Turnhalle habe man „natürlich am Schirm“.

Warten auf die neuen Möbel

Unterdessen kämpft die Mittelschule in Bruck aktuell mit Lieferschwierigkeiten. Man hoffe, so Bürgermeister Hans Frankl, die bestellten Möbel noch zu Schulbeginn zu erhalten, denn dann soll auch die neue Ganztagsschule starten. „Dafür wurde ein lernpädagogisches Konzept erstellt, das auch die Aufstellung der Stühle und Tische betrifft“, so Frankl. Sollten die Möbel nicht rechtzeitig eintreffen, müsse man sich für kurze Zeit mit den alten begnügen. Größere Renovierungsarbeiten würden in den Ferien nicht durchgeführt.

Zudem wurden jedoch in der letzten Bauausschusssitzung außerplanmäßige Ausgaben für die Grundschule Bruck beschlossen. 8160 Euro betragen die anteiligen Grundschulkosten des Schulverbands Bruck-Bodenwöhr für die Bewirtschaftung von Schulgebäude und Turnhalle, 5400 Euro für Lernmittel und 10200 Euro für die Schulwegbeförderung.

Weitgehend ruhig verlaufen die Ferien in der Schule Bodenwöhr. Laut 2. Bürgermeister Albert Krieger waren außer „kleineren Reparaturen“ heuer keine Maßnahmen geplant.

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Was sonst noch läuft

  • Aktuelle Investitionen:

    Der Fensteraustausch in Nittenau ist, was die Ausgaben für Schulen angeht, für den Landkreis Schwandorf heuer nur ein relativ kleiner Posten. Die größte Baustelle ist seit Jahren das Beruflische Schulzentrum Schwandorf, in das 30 Millionen Euro investiert werden; heuer entsteht dort zwischen Werkstätten und Hauptgebäude ein Verbindungsbau. Am Gymnasium in Nabburg installieren Arbeiter eine neue Brandmeldeanlage.

  • Entscheidungsfindung:

    Der Schulausschuss des Kreistags hat es sich laut Pressesprecher Hans Prechtl zur Gewohnheit gemacht, Tagungen dort abzuhalten, wo Investitionen erforderlich sind. So könnten sich die Mandatsträger vor Ort ein Bild vom Zustand eines Gebäudes machen. In Nittenau allerdings war der Ausschuss zuletzt vor neun Jahren. Im Rahmen einer Landkreis-Tour wurden das RTG und die damals neugebaute Dreifach-Sporthalle besichtigt.

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