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Region Schwandorf
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Projekt

Durchbruch am SchmidtBräu-Gelände

Die Stadt Schwandorf will die Wirtschaftsbrache im Herzen der Innenstadt kaufen. Am Mittwoch gibt es eine Pressekonferenz.
Von Hubert Heinzl

Die Stadt soll das SchmidtBräu-Gelände kaufen, hat am Montag der Hauptausschuss empfohlen. Foto: Heinzl

Schwandorf.Nach jahrelangem Tauziehen ist beim SchmidtBräu-Gelände im Herzen der Innenstadt der Durchbruch geschafft. Am Montag empfahl der Hauptausschuss in nichtöffentlicher Sitzung mit deutlicher Mehrheit den Kauf des 3000 Quadratmeter großen Areals zwischen Marktplatz und Spitzwegstraße. Das letzte Wort hat zwar der Stadtrat in seiner Jahresabschlusssitzung am 11. Dezember, doch eine positive Entscheidung ist eigentlich nur noch Formsache. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 15. November, im Rathaus will Oberbürgermeister Andreas Feller nähere Details über den geplanten Kauf bekanntgeben.

Die Verwaltung selbst hatte den Vorschlag eingebracht, die Wirtschaftsbrache mitten in der Stadt zu erwerben. Der Hintergrund: „Die Stadt erhofft sich durch den Erwerb des interessanten Gebäudes in zweiter Reihe zum historischen Marktplatz (...) eine schnellere und zielführende städtebauliche Nutzung des Areals“, wie es in der Einladung zu der Pressekonferenz heißt. Da ist etwas dran – denn über Monate trat man mit den Diskussionen über die Zukunft des Areals buchstäblich auf der Stelle.

2016: Auftritt des Investors

Im Oktober 2013 wurde im Schwandorfer Planungsausschuss eine erste Machbarkeitsstudie über die mögliche Entwicklung des SchmidtBräu-Geländes präsentiert. Ein möglicher Investor trat allerdings erst Anfang 2016 auf – und präsentierte seine eigenen Vorstellungen. Der Regensburger Architekt Prof. Hans-Peter Scheck wollte auf dem Gelände ursprünglich drei große Gebäude mit 44 Wohneinheiten errichten – darunter einen Block für Eigentumswohnungen und einen weiteren für den sozialen Wohnungsbau. Doch obwohl Prof. Scheck die Pläne noch einmal abspeckte, entwickelte sich das Vorhaben zur Hängepartie. Die Verwaltung blieb wegen der massiven Bebauung lange Zeit skeptisch.

Hinter den Kulissen gab es aber offenbar Bewegung in der Sache.

Chronik

  • Im Oktober 2013

    stellte ein externes Planungsbüro eine Machbarkeitsstudie für die Entwicklung des SchmidtBräu-Geländes vor. Das Konzept sah einen lockeren Mix aus Gewerbe und Wohnen vor, der zur Spitzwegstraße hin ansteigen sollte.

  • Anfang 2016

    trat der Regensburger Architekt mit Plänen für eine reine Wohnbebauung an die Öffentlichkeit. Ursprünglich sah er auf dem Areal drei Wohnblocks mit 44 Einheiten, in der zweiten Version nur noch 36 Einheiten für 100 Bewohner vor.

  • Am 23. Oktober 2017

    wurde bei einer Stadtratssitzung erstmals bekannt, dass die Stadt Schwandorf das Gelände erwerben will. Der Hauptausschuss gab am Montag grünes Licht. Geplant ist ein Mix aus Wohn- und öffentlicher Nutzung. (hh)

Denn im Oktober dieses Jahres wurde überraschend bekannt, dass die Stadt das Gelände kaufen und gemeinsam mit einem Investor entwickeln wolle. Als Kaufpreis wurde eine mittlere sechsstellige Summe genannt. Geplant sei eine Kombination von Wohn- und öffentlicher Nutzung, wie Sabine Pollinger, die Leiterin des Stadtplanungsamts, in der Sitzung erläuterte.

Unklar ist, welche Gebäude erhalten werden sollen

An diesen Vorstellungen hat sich nichts geändert – vor allem auch deshalb, weil für eine Mischkalkulation mit öffentlichem Anteil Zuschüsse aus der Städtebauförderung zu erwarten sind. Ob, wie immer wieder im Gespräch, die Stadtbibliothek auf das Gelände ziehen wird, ist allerdings noch längst nicht ausgemacht. Ebensowenig, welche Gebäude erhalten bleiben. Die Gaststätte SchmidtBräu ist jedenfalls von dem gesamten Vorhaben nicht betroffen.

Einen kleinen Haken hat der Beschluss vom Montag immer noch. Das von Sabine Pollinger angekündigte statisch-geologische Gutachten über das Areal liegt noch nicht vor, was bei zwei Stadträten im Hauptausschuss für Bedenken sorgte. Doch bis zur Stadtratssitzung soll die Expertise vorliegen. Dann wird auch klarer sein, wie sich die Verwaltung die Entwicklung des Geländes vorstellt.

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