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Region Schwandorf
Freitag, 24. November 2017 11° 2

Kultur

Ein ernstes Thema – und viel Ironie

Im Mehrgenerationenhaus in Maxhütte-Haidhof ist eine Karikaturen-Ausstellung von Misereor eröffnet worden.

Bernhard Suttner (links) und Robert Glöckl (rechts) diskutierten zum Abschluss mit den Gästen. Foto: bxh

Maxhütte-Haidhof.„Glänzende Aussichten“ heißt eine Ausstellung von Karikaturen, die derzeit im Mehrgenerationenhaus zu sehen ist. Der Titel ist bewusst ironisch gehalten. Denn mit den 99 Karikaturen nehmen 40 Karikaturisten Themen wie Lebensstil, Konsum, Klimawandel und Gerechtigkeit satirisch aufs Korn.

Sinnbildlich dafür steht das Titelbild der Ausstellung: Zwei Gestalten, die einem Schiff nachsehen, das durch ein Meer aus Plastik pflügt mit der Erkenntnis „Ich würde nur blaue Plastiktüten zulassen“. Bei solchen, mit spitzer Feder gezeichneten „glänzenden“ Aussichten könnte einem das Lachen schon einmal im Hals stecken bleiben.

Die Ausstellung, die von Misereor zusammengestellt wurde, wurde von der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Schwandorf ins MGH geholt. Am Montagabend eröffnete 2. Bürgermeister Franz Brunner mit dem KEB-Kreisvorsitzenden Robert Glöckl die Schau offiziell. Brunner erzählte, inspiriert vom Titelbild, ein Erlebnis bei einer Schifffahrt, das er vor 40 Jahren hatte.

Die Getränke gab es nach seinen Worten in Plastikflaschen, die die Passagiere in Kartons zurücklegten. Die Besatzung warf diese ins Meer. „40 Jahre später gibt es im Pazifik eine riesige Insel aus Plastik.“ Er hoffe, dass man in weiteren 40 Jahren den Kindern nicht erzählen müsse, dass unter all dem Plastik einmal das Meer gelegen habe. Glöckl betonte die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Entwicklung, die nicht nur dem Konsum huldigen dürfe und verwies darauf, dass sowohl Papst Benedikt XVI. als auch Papst Franziskus in ihren Sozialenzykliken die „Überlebensfragen“ der Menschheit in den Mittelpunkt stellten.

Zur Eröffnung gehörte ein Vortrag von Bernhard Suttner, dem langjährigen ehemaligen Landesvorsitzenden der ÖDP. Seine Überschrift lautete „Die sieben Basisgüter für ein gutes Leben“. Inhaltlich setzte sich Suttner mit den von Robert und Edward Skidelsky formulierten Bausteinen für ein gutes Leben auseinander, die in deren Buch „Wie viel ist genug?“ beschrieben sind. Suttner zeigte an diesen Punkten auf, wieviel mehr ein gutes Leben benötigt als nur materiellen Konsum.

Die Ausstellung ist am Sonntag von 16 bis 18, am Mittwoch von 15 bis 18 und am Donnerstag ab 18.15 Uhr zu sehen. (bxh)

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