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Region Schwandorf
Donnerstag, 18. Januar 2018 9

Betreuung

Ein kleines Paradies für Kinder

Im Mai nimmt der Waldkindergarten in Stefling wieder den Betrieb auf. Am früheren Konzept will der neue Träger festhalten.
Von Philipp Seitz

Die Kinder eines Waldkindergartens entdecken die Natur und verbringen viel Zeit im Freien. Foto: Martin Schutt/dpa

Nittenau.Der Nittenauer Waldkindergarten öffnet wieder seine Pforten. Die Johanniter wollen ab Mai dem früheren „Natur- und Kreativ-Kindergarten“ neues Leben einhauchen. Das bestätigte Johanniter-Regionalvorstand Martin Steinkirchner unserem Medienhaus. Der blaue Bauwagen mit den Blumenmotiven und der hellgelb strahlenden Sonne soll dann wieder von den Kindern genutzt werden. Seit diesem Sommer hätten die Johanniter alles in die Wege geleitet, um den Neuanfang des Waldkindergartens realisieren zu können, sagte Steinkirchner.

Vor vielen Jahren hatte es mit dem damaligen „Natur- und Kreativ-Kindergarten“ bereits eine vergleichbare Einrichtung auf dem gleichen idyllischen Wald- und Wiesengrundstück gegeben. Doch plötzlich war es um das Projekt, das Gundula Liebisch vor genau zehn Jahren in Stefling der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, ruhig geworden. Was die genauen Gründe dafür waren, blieb ungewiss. Manche sagten, das Interesse der Eltern sei erloschen. Doch die Johanniter sehen in dem Waldkindergarten in Stefling großes Potenzial. Jetzt steht der Neustart als „Johanniter-Waldkindergarten“ bevor.

Optimale Rahmenbedingungen

Im Bauwagen können die Kinder ihre Sachen deponieren und Unterschlupf bei einem Regenguss finden. Foto: Renate Ahrens

Johanniter-Regionalvorstand Martin Steinkirchner, selbst ein Nittenauer, spricht von einer „Reaktivierung“ des früheren Waldkindergartens. Immer mehr Eltern hätten in den vergangenen Monaten Interesse bekundet und mittlerweile würden bereits fünf Anmeldungen vorliegen. „Von daher wollen wir zum Mai 2018 durchstarten.“ Die Rahmenbedingungen für den Waldkindergarten könnten nach den Worten Steinkirchners „kaum besser sein“. Bauwagen, Tipi und Wiese seien auf dem fast 4000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Stefling und Geiseck nach wie vor vorhanden. „Die Gegenstände werden komplett übernommen“, sagt Steinkirchner.

Die neue Einrichtungsleiterin, die bereits gefunden sei, werde die Einrichtung des Waldkindergartens noch ausgestalten. Das Angebot, so glaubt Steinkirchner, werde auf großes Interesse stoßen: „Die Erfahrungen aus der Umgebung zeigen, dass Waldkindergärten sich innerhalb eines Jahres füllen.“ Mit einer Gruppe für bis zu 20 Kinder soll im Mai gestartet werden. Anmeldungen ab September 2018 würden ebenfalls schon entgegen genommen. Die Einrichtung wird laut aktueller Planung von 7.30 Uhr bis 14 Uhr geöffnet haben.

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Der Elternbeitrag beläuft sich auf 110 Euro im Monat. „Das ist etwas mehr als in einem regulären Kindergarten“, räumt Steinkirchner ein. Das liege daran, dass für den Waldkindergarten mehr Betreuungspersonal benötigt werde: „Wir setzen pro Gruppe drei Mitarbeiter ein. Das liegt daran, dass sich im Waldkindergarten nicht alles in einem Raum abspielt, wie es in einem regulären Kindergarten der Fall ist.“ Ob Eltern sich für einen Waldkindergarten oder eine reguläre Einrichtung entscheiden, ist laut Steinkirchner auch eine „Philosophiefrage“. In einem Waldkindergarten würde der Nachwuchs die Natur besser kennenlernen und viel Zeit im Freien verbringen. Die Betreuungszeit sei allerdings etwas kürzer als in einem Regelkindergarten.

Der Wald wird zum Spielplatz

  • Die Johanniter

    betreiben in Nittenau gleich mehrere Einrichtungen, wie einen Kinderhort und eine Krabbelstube.

  • Ein Vorteil

    des Waldkindergartens ist, dass die Kinder von Anfang an lernen, auf die Natur zu achten.

  • Die Anmeldung

    ist unter der Telefonnummer (09 41) 46 46 71 80 oder an kita.ostbayern@johanniter.de möglich.

Bereits im Frühsommer hatten Nittenaus Bürgermeister Karl Bley, Anna Roßkopf vom Jugendamt Schwandorf und die Johanniter die Planungen aufgenommen. „Es hat sich gezeigt, dass diese Einrichtungen wieder im Trend liegen. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich für die Wiedereröffnung hier in Stefling“, so Anna Roßkopf damals.

Erziehung mit Natur verknüpft

Auch Bürgermeister Bley freute sich über das Comeback der Einrichtung und über ein weiteres Angebot an Kindereinrichtungen in Nittenau. Die Johanniter stellten die Besonderheit eines Waldkindergartens heraus: Bei jedem Wetter seien die Kleinen draußen an der frischen Luft – selbstverständlich mit entsprechender Kleidung. Somit würden Kindererziehung und Natur eng miteinander verknüpft. Die erholsame Umgebung des Waldes stärkt nach Angaben der Johanniter nachweislich die körperliche und seelische Gesundheit. „Die Kinder entdecken und erleben die Natur täglich und lernen so einen behutsamen Umgang mit der Umwelt und mit Tieren“, schreiben die Johanniter in einer Mitteilung.

Nach dem Konzept der Waldkindergärten sind die Kleinen bei Wind und Wetter in der Natur. Foto: Philipp Schulze/dpa

Außerdem würden die Kinder die verschiedenen Jahreszeiten bewusster wahrnehmen und dadurch ein Gespür für die unterschiedlichen Abläufe in der Natur bekommen. Sie würden so auch lernen, mit den verschiedenen Begebenheiten in der Natur, wie dem Wetter, besser umzugehen.

Ein Video zum pädagogischen Konzept eines Waldkindergartens sehen Sie hier:

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