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Region Schwandorf
Mittwoch, 20. September 2017 16° 6

Städtebau

Ein Parkdeck bleibt auf der Agenda

Das Projekt in der Nittenauer St.-Wolfgang-Straße ist laut Bürgermeister Bley von einem Tauschgeschäft abhängig.
Von Thomas Rieke

Der provisorisch angelegte öffentliche Parkplatz in der St. Wolfgang-Straße: Bürgermeister Bley wünschte sich hier einen „Lückenschluss“. Um auch die Pläne für ein Parkdeck zu realisieren, ist seinen Worten zufolge ein Grundstückstausch mit der Raiffeisenbank erforderlich. Fotos: Rieke

Nittenau. Das sogenannte Sommerloch in journalistischem Sinne gibt es zwar längst nicht mehr, doch bietet die Ferienzeit gleichwohl die Chance, einen Gang zurückzuschalten – und die Aufmerksamkeit auf Dinge zu lenken, die vielleicht etwas in Vergessenheit geraten sind. Bürgermeister Karl Bley nahm sich für unser Medienhaus spontan Zeit, um für ein halbes Dutzend Themen den Stand der Dinge abzuklopfen.

Das Parkdeck in der St.-Wolfgang-Straße ist seinen Worten zufolge noch immer auf der kommunalpolitischen Agenda. Allerdings sei es nach wie vor vom Gelingen eines Grundstückstauschs mit der Raiffeisenbank abhängig. Noch seien die Interessenlagen, so Bley, unterschiedlich, aber er sei optimistisch, dass sich die zuständigen Gremien (Bankenvorstand auf der einen und Stadtrat auf der anderen Seite) 2018 weiter annähern könnten, um entsprechende Beschlüsse zu fassen.

Ein Schritt zum Besinnungsweg

Das Konzept sieht die Beseitigung der Garagenzeile vor, die aktuell die Grenze zum provisorischen Parkplatz bildet, auf dem früher das „Jugendheim“ stand. Zwischen dem neuen Pfarrhaus und dem Anwesen links der Garagen sollte dann ein möglichst gelungener „Lückenschluss“ entstehen; dies sei, so Bley, das große städtebauliches Ziel. Das Parkdeck dahinter hält Bley für erforderlich, obwohl er sich in den letzten Jahren immer wieder bemühte, Klagen aus der Geschäftswelt über akute „Parkraumnot“ im Citybereich zu entkräften.

Ein Stück vorangekommen ist die Stadt bei ihren Bemühungen, im Ortsteil Neuhaus einen Besinnungsweg zu Ehren Eustachius Kuglers anzulegen. Der 2009 selig gesprochene Ordensbruder wurde vor 150 Jahren in Neuhaus geboren – und somit hatten die Bestrebungen trotz der Finanznot der Stadt heuer einen neuen Impuls erhalten. Zwar wurden die Mittel für das Projekt, für das sich neben Bürgermeister Bley auch CSU-Rat Willi Sturm immer wieder stark gemacht hat, in den Haushaltsberatungen gegenüber dem ursprünglichen Ansatz deutlich zusammengestrichen, nämlich auf 50000 Euro. Doch im Zuge des Kanalbaus sei es, so berichtet der Rathauchef, gelungen, eine Wegstrecke entlang des Waldes „so gut herzurichten“, dass sie nun von Wanderern bestens genutzt werden könne.

Um dem Charakter eines „Besinnungswegs“ gerecht zu werden, fehlen freilich noch entsprechende Stationen, die zum Gebet oder zur Meditation einladen würden. Diesbezüglich wolle die Stadt Gespräche mit dem Orden der Barmherzigen Brüder führen, kündigte Bley an.

Nächste „Baustelle“: Über ein Jahr ist es nun schon her, da die Eheleute Thomas und Jutta Weber für die Bodensteiner Straße „Tempo 30“ beantragten. Als Begründung nannten sie die Tatsache, dass viel zu viele Kraftfahrer schneller unterwegs sind, als es die Polizei erlaubt; Messungen belegen dies. Dies sei vor allem morgens und mittags für Schüler ein Risiko. Um sie zu schützen, sei es geboten, die Autofahrer zu mehr Rücksichtnahme zu zwingen. Die Einführung des verschärften Tempolimits schien nur Formsache, weil es dazu im Bauausschuss und Stadtrat fast nur positive Äußerungen gab. „Eigentlich sollten wir für diese Initiative dankbar sein“, kommentierte seinerzeit Sachbearbeiter Reinhard Fohringer.

Parkverbot statt Tempo 30

Doch bis heute wartet der Antragsteller auf die entsprechende Anordnung. Stattdessen wurde eine ganze Reihe von Parkverbotsschildern aufgestellt, weil am Straßenrand abgestellte Fahrzeuge nach Auffassung des Bürgermeisters zu oft für Behinderungen – und damit brenzlige Situation sorgten. Und: Der Feuerwehr werde das schnelle Ausrücken erschwert. Indirekt sind diese Schilder auch Kritik an Antragsteller Weber, dessen Mitarbeiter („Lebenshilfe St. Lambert“) in der Bodensteiner Straße parken.

Nun scheint sich freilich doch noch alles im Sinne von Familie Weber zu fügen. Bley kündigte gegenüber der MZ an, mit Inbetriebnahme des neuen Kinderhauses Mitte September würde „Tempo“ 30 zur Dauereinrichtung. Im Prinzip hätten die Stadt und Weber ja dasselbe Ziel: die Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es aber unverändert über die Auswirkungen des Parkens. Während Bley darauf hofft, Webers Personal werde künftig die Autos nicht mehr am Straßenrand abstellen, weil ihr Arbeitgeber eine Alternative bieten könne, vertritt Weber eher die Ansicht, geparkte Fahrzeuge seien mitnichten eine „Gefährdung“, sondern würden durch die Verengung der Straße sogar mithelfen, Schnellfahrer zu disziplinieren.

Vier weitere Projekte

  • Asphaltierung Stefling:

    Noch immer soll es in Stefling Anlieger geben, die es lieber hätten, wenn die Stadt bestimmte Straßen nicht asphaltierte. Bürgermeister Bley versichert aber: „Wir sind weiter am Ball. Heuer laufen die Planungen, 2018 rücken die Arbeiter an.“ Das gilt natürlich auch für das Neubaugebiet Stefling-West.

  • E-Mobilität:

    2015 rückten wir die E-Transporter, die die Stadt 2011 zu einem Sonderpreis gekauft hat, in den Fokus. Ein Fahrzeug befindet sich aktuell in einer Fachwerkstatt; das andere gilt wegen des Getriebes als unzuverlässig. Ein neues Dienstauto mit E-Antrieb hat die Stadt nicht beschafft, denn „das ist unverändert eine Frage des Geldes“.

  • Radwegprojekt 1:

    Der Lückenschluss nach Marienthal bleibt bis auf weiteres unrealisierbar. Laut Bürgermeister scheitert die Maßnahme an einem Grundeigentümer, der sich weigere, die benötigten Flächen (1500 Quadratmeter) abzutreten. Der Grund für die ablehnende Haltung laut Bley: „Allgemeine Abneigung gegen Radfahrer.“

  • Radwegprojekt II:

    Die Verlängerung des Radweges Nittenau-Bruck bis zur Walderbacher Straße sollte eigentlich schon 2016 realisiert werden. Doch die Zauneidechse machte den Planern einen Strich durch die Rechnung. Für sie wurden nun neue Minibiotope angelegt. Gelingt die Umsiedlung, kann eventuell noch heuer gebaut werden. (ht)

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