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Region Schwandorf
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Geschichte

Eine Erinnerung an die Opfer der Nazis

Naabtal-Realschüler gedachten bei einem Besuch der „Stolpersteine“ in der Altstadt der ermordeten jüdischen Bürger Nabburgs.

Alljährlich rund um den 9. November besuchen die Realschüler die „Stolpersteine“. Foto: Naabtal-Realschule

Nabburg.Traditionsgemäß besuchte eine Abordnung der Naabtal-Realschule den Ort der Stolpersteine in Nabburg. Da die Schule Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist, fühlt sie sich der Erinnerung an den Holocaust verpflichtet.

Die mit einer Messingplatte versehenen Steine, die im Boden verlegt sind, wurden vom Künstler Günter Demning entworfen und gehören als „Steine des Gedenkens“ zu insgesamt 45 000 weiteren Gedenktafeln, verteilt in Deutschland und anderen europäischen Ländern. In den Bürgersteig der Nabburger Altstadt eingelassen, sollen die Steine an die jüdischen Familien Baum, Wilmersdörfer und Bruckmann aus Nabburg erinnern. Ihre Familienmitglieder wurden von den Nazis deportiert und ermordet. Ihre Namen, ihr Geburts- und Todesdatum, eingraviert in die Stolpersteine, sollen ihrer gedenken.

Gemeinsam mit der 3. Bürgermeisterin der Stadt, Heidi Eckl, und dem ehemaligen Stadtrat Josef Götz legten die Jugendlichen Blumen als Zeichen der Trauer und der Verbundenheit an dem Gedenkort in Nabburg nieder, zündeten Kerzen an und sprachen zusammen mit dem Religionslehrer Bernd Schöttl ein Friedensgebet.

Anlass war der Gedenktag des 9. November, ein Tag, der in die Geschichte als „Reichspogromnacht“ einging, wie die Organisatorin Gerda Bayer den Jugendlichen aus der 10. Jahrgangsstufe erklärte: „In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wüteten SA- und Parteitruppen der Nationalsozialisten gegen jüdische Mitbürger. Sie zerstörten zahlreiche Synagogen, schändeten jüdische Friedhöfe und plünderten jüdische Gebäude und Wohnungen. In dieser Nacht wurden fast 30 000 Juden verhaftet und in die sogenannten Konzentrationslager, die Tötungsanlagen der Nazis gebracht. Diesem schrecklichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ging das drei Jahre zuvor beschlossene ‚Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre‘ voraus. Dieses ‚Blutschutzgesetz‘ verbot unter Strafe den Intimkontakt zwischen Juden und Nichtjuden und es markiert den Beginn der schrecklichen Nazi-Herrschaft, in der mehr als sechs Millionen Juden mit ihrem Leben bezahlten.“

Die Stolpersteine erinnern aber auch daran, dass Tausenden von Menschen damals die Flucht aus Deutschland gelang, weil ihnen in vielen Ländern der Welt Asyl gewährt wurde.

Vorurteile schaffen Hass

  • Erkenntnis:

    Sowohl der Vortrag von Prof. Erika Rosenberg, der Ende Oktober stattfand, als auch die Besuche im ehemaligen Konzentrationslager in Flossenbürg zeigen den Schülerinnen und Schülern die Auswirkungen von menschenverachtendem Hass, der seinen Ursprung in unbegründeten Vorurteilen und damit einhergehender Intoleranz gegenüber Minderheiten hat.

  • Aktuell:

    „Diese Themen sind gerade heute aktuell und machen bewusst, wie wertvoll ein Leben in Demokratie und persönlicher Freiheit ist“, erklärte Gerda Bayer im Anschluss an den Besuch.

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