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Region Schwandorf
Sonntag, 19. November 2017 3

Gesundheit

Eine Gallen-OP als Besuchermagnet

Die Asklepios-Klinik in Burglengenfeld hat ihre Chirurgie in den Fokus gerückt – bei der Live-Übertragung einer Operation.
Von Stefan Barte

Eine Frau leidet unter einem Gallenstein. Bei einer Live-Operation konnten die Besucher erleben, wie Dr. Ivor Dropco diesen entfernte und seine einzelnen Schritte erläuterte. Neben der Leinwand stand Oberarzt Marc Philippbaar und beantwortete die Fragen der Zuschauer. Foto: Stefan Barte

Burglengenfeld.Es hat sich viel getan in der Asklepios-Klinik. Schon von außen ist sie nicht wiederzuerkennen. Übersichtlich und freundlich gestaltet, präsentiert sich das Krankenhaus nunmehr modern und attraktiv. Aber nicht nur baulich hat ein Erneuerungsprozess stattgefunden, sondern auch auf dem medizinischen Sektor ist dies geschehen. Inzwischen bietet das Krankenhaus ein breites Behandlungsspektrum in modern ausgestatteten Operationssälen an, das weit über „Normalversorgung“ auf dem Land hinausgeht.

Die führenden Ärzte der Asklepios Klinik gewährten Einblicke in ihr ärztliches Können (von links): Ärztlicher Direktor Dr. Bernhard Kellner, Leitender Arzt Dr. Gary Haller, Leitender Arzt Dr. Thorsten Cedl, Geschäftsführer Felix Rauscher, Bürgermeisterin Maria Steger, Chefarzt Dr. Igor Dropko und Oberarzt Marc Philippbaar Foto: Barte

Am Sonntag konnte sich die Bevölkerung hautnah vor Ort ihr eigenes Bild machen. Dabei wurden die Gäste durch Geschäftsführer Felix Rauschek in smart-charmanter Weise begrüßt. Die Leiter der chirurgischen Abteilungen selbst standen an ihren Infoständen bereit, zeigten ihr medizinisches Gerät und erklärten die verschiedenen Operationsverfahren.

Der Vortragssaal war überfüllt

Volle Konzentration war am chirurgischen Simulator gefragt. Foto: Barte

Absolutes Highlight war eine erstmals in der Asklepios-Klinik live übertragene OP an einer Gallenblase. Unter großem technischen Aufwand wurde die Entfernung eines Gallensteins bei einer freiwilligen Probandin gezeigt und sowohl vom Operateur, Dr. Ivor Dropco, als auch durch den neben der Leinwand stehenden Oberarzt Marc Philippbaar in anschaulicher Weise kommentiert. Die Zuschauer hatten zahlreiche Fragen, die fachgerecht beantwortet wurden. Der anfänglich vollkommen überfüllte Vortragssaal leerte sich freilich mit fortschreitender Operationsdauer deutlich. Die teils doch recht blutige Angelegenheit war nicht jedermanns Sache. Aber für die vielen Besucher gab es noch eine ganze Reihe anderer interessanter Mitmachstationen zu entdecken, die rege genutzt wurden.

Ein Interview mit Asklepios-Geschäftsführer Rauschek und Pflegedienstleiter König lesen Sie hier.

Die Kleinen hatten an der Gipsstation ihren Spaß. Foto: Barte

Am Stand von Reinhold Scharf, Hygienefachkraft des Hauses, konnte man praktisch lernen, sich richtig die Hände zu waschen, oder sehen, dass der Touchscreen eines Handys deutlich mehr Bakterien beheimatet als das häusliche WC. Oft überlebenswichtig ist die Anwendung der Herz-Lungen-Wiederbelebung, die ebenfalls trainiert werden konnte. Dabei konnte auch der Umgang mit einem Defibrillator, der heutzutage an vielen öffentlichen Gebäuden hängt, eingeübt werden. An einem Simulator konnte man sein chirurgisches Geschick testen und bei Dr. Gary Haller chirurgische Nahttechniken erlernen.

Auszubildende überwachten die korrekte Gabe einer Übungsspritze oder gipsten Kinderarme ein. Ein kleines Mädchen war so begeistert von ihrem bunten Gips, dass sie sich strikt weigerte, diesen wieder abzulegen.

„Keine Angst vor einem Eingriff!“

Vor der Klinik zeigten das BRK Maxhütte und Burglengenfeld das „Innenleben“ eines Rettungswagens sowie einen nagelneuen Betreuungsdienstkombi mit Katastrophen-Notfallausstattung für 200 Personen. Der Landkreis verfügt seit 2016 über solch ein Fahrzeug, auf dem von Geschirr über Windeln bis zum Tee alles vorhanden ist. „Ziel unserer Veranstaltung ist es, zu zeigen, was heute möglich ist, und dass eine OP oft durch Standardisierung und Checklisten größtmögliche Sicherheit gewährleistet.

Mehr Eindrücke vom Tag der offenen Tür sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Die Asklepios-Klinik Burglengenfeld

Viele Techniken haben wir aus der Luftfahrt abgeschaut und erfolgreich eingeführt. Man braucht also keine Angst vor einem Eingriff zu haben. Aufklärung und eine Extra-Empfangsstation am Tage der Operation sollen den Tag für den Patienten möglichst stressfrei ablaufen lassen“, erläutert Rauschek das Konzept. Dass die Klinik am richtigen Weg ist, belegen die Patientenzahlen. Hier war im letzten Jahr eine Steigerung um 15 Prozent zu verzeichnen.

Mehr Nachrichten aus Burglengenfeld lesen Sie hier.

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