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Region Schwandorf
Mittwoch, 22. November 2017 3

Polizei

Enkel sticht auf seine Oma ein

Bluttat in Burglengenfeld: Das Opfer wird in der Uniklinik Regensburg versorgt. Der mutmaßliche Täter ist psychisch krank.
Von Thomas Rieke

Dienstag gegen 10 Uhr in einer Siedlung in Burglengenfelds Stadtsüden: Rettungsdienst, Notarzt und zwei Polizeifahrzeuge rücken wieder ab. Kripo und Spurensicherung sind aber im Anmarsch.Foto: Rieke

Burglengenfeld.In einer Wohnsiedlung in Burglengenfelds Stadtsüden, dem sogenannten „Sonnenpark“, hat sich Dienstagvormittag ein Familiendrama abgespielt. Wie Egid Viehauser, Leiter der örtlichen Polizeiinspektion auf Anfrage unseres Medienhauses erklärte, hat ein 22-jähriger Mann offenbar wegen einer Belanglosigkeit auf seine Großmutter eingestochen.

Die 77-jährige Frau erlitt mindestens einen Stich in den Brustbereich und wurde nach der Erstversorgung durch den Notarzt vom BRK-Rettungsdienst ins Regensburger Uniklinikum eingeliefert. Über den Zustand der Seniorin gab es zunächst widersprüchliche Aussagen. Erst hieß es, die Verletzungen seien „nicht so dramatisch“, dann wurde gemutmaßt, es könnte doch eine Not-Operation erforderlich sein. Gegen 16 Uhr gab Präsidiumssprecher Albert Brück Entwarnung: „Die Patientin ist außer Lebensgefahr!“

Einweisung in Fachklinik?

Die Hintergründe, die zu der Bluttat führten, sind noch nicht vollständig geklärt. Sicher aber scheint zu sein, dass der mutmaßliche Täter an einer psychischen Krankheit leidet, die sich schubweise bemerkbar macht. Schon eine Nichtigkeit konnte genügen, dass er die Selbstkontrolle verlor. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Ein Richter ordnete am späten Nachmittag die Einweisung in ein Fachkrankenhaus an. Polizeisprecher Peter Merold bewertete die Tat nach den ihm vorliegenden Erkenntnissen am Mittag als „versuchte Tötung“.

Die Burglengenfelder Polizeiinspektion wurde gegen 9.20 Uhr von einem Bewohner des Hauses, in dem die Tat verübt wurde, alarmiert und war binnen weniger Minuten am Ort des Geschehens. Der Messerstecher ließ sich laut Viehauser widerstandslos abführen. Weil er sich zunächst aber in dem Gebäude versteckt hatte, rief die Einsatzleitung vorsorglich die sogenannte Verhandlungsgruppe auf den Plan, die über psychologisch besonders geschulte Kräfte verfügt. Eingreifen musste sie jedoch nicht.

Mitarbeiter der Spurensicherung aus Amberg nehmen ihre Arbeit auf. Foto: Rieke

Kurz nach 10 Uhr rückten Rettungssanitäter und Notarzt bereits wieder ab; mit dem Sanka wurde die 77-Jährige auf dem schnellsten Weg ins Regensburger Uniklinikum transportiert. Für die Polizei war die Arbeit am Tatort aber noch längst nicht abgeschlossen. Spezialisten der Kripo Amberg rückten an, um Spuren zu sichern. Die schmale Erschließungsstraße war mehrere Stunden durch Einsatzfahrzeuge blockiert.

Eine „Traubenbildung“ durch Schaulustige war nicht festzustellen; Nachbarn hielten entweder respektvoll Abstand – oder sie hatten von dem Einsatz schlicht nichts mitbekommen, weil sie zur fraglichen Stunde unterwegs waren.

Erinnerung an Mitte August

Vor genau zwei Monaten war es in Burglengenfelds Vorstadt zu einer vergleichbaren Tat gekommen. Ein 55-Jähriger attackierte damals seine eigene Mutter mit einem Messer. Auch er ließ sich widerstandslos festnehmen. Mittlerweile ist die 78-Jährige körperlich wieder wohl auf. Laut der Polizei soll sich der Angreifer zur Tatzeit „in einer psychischen Ausnahmesituation befunden“ haben.

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