mz_logo

Region Schwandorf
Donnerstag, 19. Oktober 2017 18° 3

Tradition

Faszination „Pferd“ gilt bis heute

Der „Neusather Rosstag“ war am Sonntag ein Anziehungspunkt im Oberpfälzer Freilandmuseum. Beim Feldgottesdienst wurden Ross und Reiter gesegnet.
Von Christina Röttenbacher

  • Das Kaltblut-Sechsergespann mit dem Brauereiwagen gab beim Rosstag im Oberpfälzer Freilandmuseum ein beeindruckendes Bild ab. Fotos: Röttenbacher
  • Kaplan Alexander Dyadychenko segnete die Rösser.

Neusath.. Der Termin, der Sonntag um den 10. September, ist fest im Gedächtnis von Pferdeliebhabern verankert. Dann lädt das Freilandmuseum Neusath-Perschen zum „Neusather Rosstag“, um authentisches, ländliches Kulturgut, nämlich das frühere Leben mit dem Pferd, lebendig zu erhalten. In der Gegenwart sei das Pferd zum Freizeit- und Sportartikel geworden.

In der Vergangenheit dagegen war ein Pferd als Arbeitstier unabdingbar – in der Landwirtschaft, im Forst als Rückepferd und im Bergbau. Was heute Traktoren und Maschinen in der Landwirtschaft leisten, wurde damals mit zwei oder vier PS bewältigt. Auch nach 21 Jahren „Rosstag“ ist das Interesse in der Bevölkerung ungebrochen.

Zum Auftakt des Rosstages zelebrierte Kaplan Alexander Dyadychenko den Feldgottesdienst, zu dem mehr als 30 Reiter und Gespanne im Sternritt kamen, um ihre Tiere segnen zu lassen. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von den Oberpfälzer Parforcehornbläsern. Im Anschluss ging es auf dem Vorführplatz geschäftig zu.

Beim Raiffeisen-Lagerhaus zeigte und erklärte Hufschmied Werner Stubenvoll das Beschlagen der Pferde und Hufpflege. Auf großes Interesse stieß die Pferderasseschau, bei der sowohl die Entwicklungsgeschichte des Pferdes, die vor rund 60 Millionen Jahren begann, als auch bedarfsgemäße Züchtungen sowie die Anatomie der Pferde anschaulich erläutert wurden. Laut archäologischen Funden waren die Urpferde noch kleiner als die heutigen Huzulen-Ponys, die wegen ihrer Kleinheit im Bergbau eingesetzt wurden. Man schätzt, dass Pferde vor etwa 8000 Jahren domestiziert wurden. Erste Pferdedarstellungen fänden sich auf 20 000 Jahre alten Höhlenmalereien.

Die Faszination Pferd habe sich bis heute erhalten, ob schweres Kaltblut aus Rumänien und Polen, Süddeutsches Kaltblut, Rottaler, Friese oder Haflinger – sie alle dienen seit Jahrhunderten dem Menschen, wurden durch Züchtungen den Erfordernissen angepasst und wurden für lange Zeit als „Fleischlieferanten der Götter“ hoch geachtet.

Weiterer Höhepunkt war der Bieranstich durch Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer. Nach „einigen“ Schlägen hatte Angerer das Fass angezapft und damit den Startschuss für das Programm rund um den Rosstag gegeben.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht