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Region Schwandorf
Samstag, 18. November 2017 5

Umbau

Granit sorgt für ein neues Gesicht

Der Schwandorfer Bauausschuss wählt einstimmig das Material für die geplante Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße aus.
Von Hubert Heinzl

Bei einem Ortstermin im städtischen Bauhof an der Werthstraße wählte der Bauausschuss die verschiedenen Pflaster für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße aus. Rechts Planer Jochen Baur. Foto: Heinzl

Schwandorf.Die Friedrich-Ebert-Straße bekommt ein neues Gesicht – mit einem Make-up aus unterschiedlich gestalteten Granitpflastern in abgestuften Grautönen. Bei seiner Sitzung am Donnerstag gab jetzt der Bauausschuss dem Ganzen den letzten Schliff und wählte aus einem kleinen Sortiment die Pflastertypen aus, die beim geplanten Umbau tatsächlich verwendet werden sollen. Mitarbeiter einer Baufirma hatten dazu im städtischen Bauhof an der Werthstraße einige Proben für das künftige Parkett auf der Schwandorfer Einkaufsmeile verlegt.

Gesägtes Pflaster für Parkbuchten

Jochen Baur vom gleichnamigen Münchner Planungsbüro, das die Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße betreut, erläuterte noch einmal die Struktur des Straßenraums mit seinen unterschiedlichen Belägen: An den Gehsteig ganz außen soll sich nach innen jeweils ein Seitenstreifen, eine Entwässerungsrinne und dann die eigentliche Fahrbahn anschließen.

Die Pflastersteine für die Entwässerung und zur Abgrenzung von Gehweg und Seitenstreifen sind jeweils dunkler ausgeführt als die übrige Pflasterung. Bei den vorgesehenen Parkbuchten sollte zur Unterscheidung ein sogenanntes gebrochenes Pflaster mit unregelmäßigen Kanten verlegt werden, was die Frage aufwarf, ob dadurch Rollstuhl- oder Rollatorfahrer nicht behindert würden. Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Andreas Feller wurde deshalb einem gleichmäßigeren gesägten Pflaster der Vorzug gegeben.

Dieser Systemschnitt zeigt den geplanten Straßenquerschnitt:

Beim Pflaster für die Gehwege stellte Planer Jochen Baur dem Bauausschuss zwei Varianten vor, die sich vor allem durch die Körnung des Granitmaterials unterschieden: Variante eins (auf dem Bild ganz links) ist gleichmäßig fein gekörnt, Variante 2 (ganz rechts) besitzt laut Baur eine „lebendigere Struktur“ mit verschiedenen Körnungen. Die Oberflächenbeschaffenheit und Griffigkeit sei bei beiden Varianten gleich, sagte der Planer, empfahl wegen des optischen Eindrucks aber die zweite Variante. Dem folgte der Bauausschuss mit einem einstimmigen Votum.

Zement statt Splitt und Sand

Beim Pflaster für die Fahrbahn plädierte Jochen Baur für atmende Fugen mit Splitt- und Sandfüllung, wie sie etwa auch bei der Verkehrsinsel am Unteren Marktplatz verwendet wurden. Anders als die ebenfalls im Bauhof verlegten Zementfugen erlaube diese sogenannte offene Verfugung einen Austausch von Feuchtigkeit, schaffe ein besseres Mikroklima und heize sich im Sommer weniger auf. Außerdem gebe es dafür eine DIN-Norm, was bei Fragen der Gewährleistung von Vorteil sein könne.

Das Bild, wo Sie mit dem Schieberegel entscheiden können, welchen Teil Sie sehen möchten, zeigt die Straße, wie sie im Moment aussieht und in Zukunft aussehen soll (Foto: Willfurth/Plan: SEP Baur).

Der Bauausschuss teilte diese Sicht der Dinge allerdings nicht. Wegen des geringeren Pflegeaufwands entschied sich das Gremium einstimmig für Zementfugen, die außerdem einen robusten Einsatz der Kehrmaschinen erlauben. OB Andreas Feller hatte zuvor daran erinnert, mit welchem Aufwand erst kürzlich die Pflasterfugen am Unteren Marktplatz erneuert werden mussten. Verlegt werden soll auf der Fahrbahn ein gesägtes Großpflaster mit einem Maß von 16 mal 16 Zentimeter. Die Fugen (Mindestbreite laut Bauamtsleiter Roland Stehr: 15 Millimeter) sollen aber deutlich enger sein als bei dem Probepflaster, das im Bauhof verlegt wurde.

Baubeginn im April 2018

Ernst wird es für Autofahrer und Anwohner dann im April, wenn nach Angaben der Stadt der Startschuss für den Umbau fällt. Gearbeitet wird nach Angaben des städtischen Pressesprechers Lothar Mulzer in zwei Bauabschnitten: Bauabschnitt eins reicht vom Fußgängerüberweg am Reiner-Eck, also an der Einmündung zum Marktplatz, bis zur Einmündung der Bahnhofstraße; der Abschnitt soll bis zum Spätherbst (Ende November, Anfang Dezember) 2018 fertiggestellt sein.

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Bauabschnitt zwei, von der Einmündung der Bahnhofstraße bis einschließlich Wendelinplatz, wird nach diesem Zeitplan im Frühjahr 2019 in Angriff genommen und bis Spätherbst 2019 fertiggestellt werden. Die genannten Termine stehen laut Mulzer unter dem Vorbehalt, dass keine historischen Denkmäler im Boden entdeckt werden – eine Fachkraft des Landesamts für Denkmalschutz begleitet sämtliche Erdarbeiten.

Umbau der Friedrich-Ebert-Straße

  • Kosten:

    Für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße sind nach Angaben von Pressesprecher Lothar Mulzer Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Wie viel davon bei der Stadt hängenbleibt, hängt von der Höhe der Mittel aus der Städtebauförderung ab, die bereits in Aussicht gestellt worden sind. Wichtig für die Anlieger: Straßenausbaubeiträge werden laut Mulzer „ausschließlich für die Kosten eines Standardausbaus fällig (also ohne einen baulichen Mehraufwand)“.

  • Maßnahme:

    Der Umbau erfolgt in zwei Bauabschnitten. Von April bis voraussichtlich Ende November/Anfang Dezember soll der Abschnitt vom Fußgängerüberweg am Rainer-Eck beim Marktplatz bis zur Einmündung der Bahnhofstraße ausgebaut werden, vom Frühjahr 2019 bis zum Spätherbst 2019 der Abschnitt von der Einmündung der Bahnhofstraße bis einschließlich Wendelinplatz. Erneuert werden auch Wasser- und Gasleitung sowie ein Teil der Kanalisation. (hh)

Erneuert wird nicht nur der Belag von Fahrbahn und Gehwegen, die künftig höhengleich verlaufen sollen, sondern auch das Bündel von Versorgungsleitungen unter der Erde. Auf voller Länge müssen laut Mulzer die Wasserleitung aus dem Jahr 1909 und die Gasleitungen, auf immerhin noch 60 Prozent der Hauptkanal mit den zugehörigen Hausanschlüssen ausgetauscht werden. Je nach Bedarf kommen noch sonstige Versorgungsleitungen für Strom oder Telekommunikation dazu.

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