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Region Schwandorf
Dienstag, 21. November 2017 7

Bundeswehr

Größter Auftrag für das Bataillon

300 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 sind vom Einsatz in Litauen zurückgekehrt und bei einem Appell begrüßt worden.
Von Karl-Heinz Probst und Maria Bauer

Bürgermeister Heinz Weigl und Bataillonskommandeur Christoph Huber schreiten die Front der angetretenen Soldaten ab. Foto: Karl-Heinz Probst

Oberviechtach.Das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Zu Beginn des Jahres verlegten knapp 300 Soldaten der Oberviechtacher Grenadiere von der Grenzlandkaserne nach Litauen. Dort leisteten sie im Rahmen der einsatzgleichen Verpflichtung enhanced Forward Presence (Verstärkte Vorne-Präsenz) ihren Dienst. Verstärkt wurden sie dabei mit Soldaten aus vielen anderen Standorten unter anderem vom Panzerbataillon 104 aus Pfreimd, vom Versorgungsbataillon 4 aus Roding sowie vom Panzerpionierbataillon 4 aus Bogen.

Zusammen mit Soldaten aus Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen bildeten sie die enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen. Unter Führung des Kommandeurs des Panzergrenadierbataillons 122, Oberstleutnant Christoph Huber, nahm der multinationale Verband unter anderem an der größten, multinationalen Übung des Jahres 2017 in Litauen teil. Im August kehrten die Soldaten dann an ihren Heimatstandort zurück.

Sehen Sie Impressionen vom Appell in unserer Bildergalerie:

Rückkehr des Panzerbataillons

Am Donnerstag hieß die Garnisonsstadt Oberviechtach ihre Soldaten zurück in der Heimat willkommen. Dazu fand zunächst am Nachmittag in der Stadtpfarrkirche ein Gottesdienst statt. Anschließend ging im Jahn-Stadion ein feierlicher Rückkehrerappell unter musikalischer Begleitung des Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen über die Bühne. Kommandeur Christoph Huber konnte dazu zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, unter anderem Regierungspräsident Axel Bartelt und MdB Karl Holmeier, viele Bürger sowie Angehörige der Soldatinnen und Soldaten begrüßen.

Der Oberstleutnant erinnerte in seiner Ansprache daran, dass das Bataillon den Auftrag erhalten habe, schon ab Anfang 2017 den Kern sowie die Führung des multinationalen Gefechtsverbandes im Rahmen der NATO-Operation enhanced Forward Presence zu stellen. Von Beginn an sei klar gewesen, dass es sich nicht um eine Übung, sondern um einen realen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung handelte. Einen Auftrag mit dem Ziel, Litauen gegen jegliche Aggression zu schützen.

Enhanced Forward Presence Battlegroup

  • Die NATO-Battlegroup Lithuania

    ist eine Sicherungseinheit in Litauen. Sie ist seit Mai 2017 im Einsatz und besetzt mit rotierenden Truppenteilen aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Kroatien, Norwegen und Luxemburg, die eine Stärke von 1200 Mann haben. Der Kampfverband steht unter Führung der deutschen Bundeswehr in Rukla.

  • Der Aufbau der Battlegroup

    geschah im Rahmen der von der Allianz beschlossenen NATO Enhanced Forward Presence. Damit soll den baltischen Staaten und Polen die Unterstützung des Bündnisses versichert werden und eine Abschreckung gegenüber Russland deutlich werden. In allen vier Ländern wurde jeweils eine NATO-Battlegroup aufgebaut.

  • Die Enhanced Forward Battlegroup

    wurde beim Bündnisgipfel im Juli 2016 beschlossen. Die Führungsnationen sind Deutschland in Litauen, Großbritannien in Estland, die USA in Polen und Kanada in Lettland. Russland sieht die Truppenstationierung der eFP als Provokation.

  • Die Bundeswehr

    stellt etwa 450 Soldaten, bestehend aus einer Kampfkompanie des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach mit 20 Schützenpanzern Marder, sechs Kampfpanzern Leopard 2A6 und weiteren Fahrzeugen sowie einer Versorgungskompanie und einem Stabszug. Die zweite Rotation der Truppen besteht aus Soldaten der Einheiten Panzergrenadierbataillon 371, Panzerbataillon 393, Pionierbataillon 701 und Versorgungsbataillon 131

Zunächst galt es in Litauen die Gefechtsbereitschaft bis Juni herzustellen und diese Einsatzbereitschaft in der freilaufenden Volltruppenübung Iron Wolf nachzuweisen. „Die erfolgreiche Auftragserfüllung ist nur durch Sie alle möglich gewesen“, betonte Huber. Die Soldaten hätten hervorragende Arbeit geleistet, egal auf welchem Dienstposten. Enhanced Forward Presence sei nicht nur der größte Auftrag für das Bataillon in seiner Geschichte gewesen. Es sei auch eine Aufgabe gewesen, die das Bataillon in seiner Gesamtheit gefordert, aber am Ende auch in seiner Professionalisierung erheblich nach vorne gebracht habe.

Der stellvertretende Brigadekommandeur, Oberst Klaus-Peter Berger, und Bürgermeister Heinz Weigl dankten in ihren Grußworten allen Soldaten für ihren Einsatz. Sie seien würdige Vertreter Deutschlands in Litauen gewesen und hätten den Namen Oberviechtachs weltweit bekannt gemacht. Nachdem noch elf Soldaten mit dem Verdienstkreuz der Bundeswehr in Bronze ausgezeichnet worden sind, gab Kommandeur Huber das Ortsschild von Oberviechtach zurück, das Bürgermeister Weigl der Truppe bei der Verabschiedung mitgegeben hatte.

Eintrag ins Goldene Buch

Colonel Mindaugas Steponavicius trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Oberviechtach ein. Foto: Maria Bauer

Im Vorfeld des Rückkehrerappells des Gefechtsverbands „Enhanced Forward Presence“ hat sich der litauische Kommandeur Colonel Mindaugas Steponavicius in das Goldene Buch der Stadt Oberviechtach eingetragen. Bürgermeister Heinz Weigl begrüßte den litauischen Gast sowie den Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122 Oberstleutnant Christoph Huber dazu am Vormittag im Rathaus. Weigl betonte, er sei stolz, dass sich das Bataillon als eine der ersten Truppen nach Litauen aufgemacht habe, um dort den NATO-Beschluss umzusetzen. Steponavicius zeigte sich dankbar für die Einladung und den Empfang und lobte die Professionalität der Oberviechtacher Soldaten. In seinem Eintrag in litauischer Sprache bedankte er sich besonders für die schnelle Unterstützung des Panzergrenadierbataillons und die gute Zusammenarbeit.

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