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Region Schwandorf
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Politik

Großer Spaß, aber auch hohe Kosten

Der Zuschuss für Schwimmbäder ist ein Dauerbrenner. Auch in Nittenau wird diskutiert, ob die Eintrittspreise erhöht werden.
Von Ulrich F. Klein

  • Das Nittenauer Freizeit- und Erholungsbad lockt in den Sommermonaten immer viele Besucher an.Foto: Archiv
  • In der abgeschlossenen Saison haben 42 294 Gäste das Freibad besucht. Foto: Rieke
  • Die Rutsche ist eine der Attraktionen des Bades. Foto:Rieke

Nittenau.Seit ewigen Zeiten haben Bäder eine besondere kulturelle Bedeutung. Öffentliche Bäder sind Teil der sozialen Daseinsvorsorge und erfüllen zunehmend gesundheitspolitische Gemeinwohlaufgaben. So sehen das auch die Stadträte von Nittenau. Als erster Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Hauptausschusses stand der Jahresbericht des Freizeit- und Erholungsbades mit Campingplatz zur Diskussion.

Geschäftsleiter Jakob Rester trug stellvertretend für Schwimmmeister Andreas Hanka den Jahresbericht vor. Der Bericht von Hanka enthielt neben den üblichen statistischen Zahlen auch Empfehlungen an den Stadtrat für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen und Verbesserungsvorschläge für den laufenden Betrieb.

Die weitere Entwicklung prüfen

In der abgeschlossenen Saison haben 42 294 Gäste das Freibad besucht. Die Einnahmen betrugen 64 300 Euro. Allein rund 20000 Euro entfielen auf den Verkauf von Saisonkarten für Familien, Erwachsene und Schüler. Die Kosten und der Zuschussbedarf von Bädern sind ein Dauerbrenner in der kommunalpolitischen Diskussion. So auch an diesem Abend. Stadtrat Dr. Roland Gebhard (FW) stellte fest, dass die Wertschöpfung mit 1,50 Euro pro Besucher recht niedrig ausfällt. „Vielleicht sollten wir über eine Erhöhung der Eintrittspreise nachdenken“, regte Dr. Gebhard an. Stadtrat Willi Sturm (CSU) regte an, ein Gremium einzusetzen, dass sich mit der Weiterentwicklung des Freizeit- und Erholungsbades beschäftigt.

Bürgermeister Karl Bley hob noch einmal die Besonderheiten der Anlage hervor: Beheizte Becken, eine extra breite Spaß-Rutsche im beheizten Attraktionsbecken mit 29 Bodendüsen, Massagedüsen und Whirlpool-Liege, Schwimmbecken, Springanlage, Kinderplanschbecken, Spielplatz, Minigolf-Anlage und Beachvolleyballfeld und kostenlose Parkplätze hervor. „Allerding subventioniert die Stadt jährlich mit 120 000 bis 150 000 Euro das Freizeit- und Erholungsbad“, erinnerte Bley an die Kosten. Stadträtin Monika Kulzer (SPD) wies darauf hin, dass das oberstes Ziel die Sicherstellung eines preiswerten Freizeitangebots für alle Bevölkerungsgruppen sowie das Schul- und Vereinsschwimmen sein sollte.

Stadtrat sichtet die Vorschläge

Professor Kuno Hottenrott, ehemaliger Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), stellte in einem Expertenworkshop einmal fest: „Schwimmen zählt neben Rad fahren zur beliebtesten und meistausgeübten Sportart in Deutschland. Die positiven Wirkungen des Schwimmens auf Gesundheit und Fitness sind bis in hohe Lebensalter nachgewiesen.“ Zu den Aufgaben einer Stadt oder einer Kommune zähle es, sich für gesundheitsfördernde Angebote zu engagieren.

Dieses Engagement ist deutlich bei den Stadträten von Nittenau vorhanden: „Das Freizeit- und Erholungsbad muss sich ständig weiterentwickeln und den Bedürfnissen der Besucher anpassen“, war der einheitliche Tenor. Die Anregungen und Vorschläge aus dem Bericht von Hanka werden aufgegriffen und auf Realisierung und Finanzierbarkeit geprüft.

Folgende Förderungen beschlossen die Stadträte:

Das unterstützt die Stadt Nittenau

  • Freizeitbad:

    Die Stadt subventioniert das Freizeit- und Erholungsbad jährlich mit 120 000 bis 150 000 Euro.

  • In der abgeschlossenen Badesaison haben 42 294 Gäste das Freibad besucht. Die Einnahmen betrugen 64 300 Euro. Jeder Besucher war für die Stadt 1,50 Euro wert.

  • SV Fischbach:

    Den Kauf eines Mähroboters unterstützt die Stadt mit 798,34 Euro. Das entspricht fünf Prozent der Anschaffungskosten. Außerdem wird die

  • Tiefentlüftung der Fußballplätze mit 338,80 Euro und der Rasenmähtraktor 157,59 Euro gefördert.

  • KZV Nittenau:

    Für die Vereinsstandarte, ein Modellhühnerhaus und eine Tischstandarte gibt die Stadt 250 Euro hinzu. Eine Tagesfahrt der Jugendfeuerwehr wird mit 115 Euro gefördert, der Schützenverein „Edelweiß“ Bergham erhält 148 Euro für ein Luftgewehr.

  • TSV Nittenau:

    Für Jugendveranstaltungen des TSV gibt die Stadt 1040 Euro hinzu, für einen Tischtennisroboter 160 Euro. Außerdem segneten die Räte die Unterstützung für eine Bewässerungsanlage der Rasenspielfelder ab. Hier sollen maximal 6000 Euro fließen. (ph/tuk)

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die vom Bürgermeister angekündigte „Hundebestandsaufnahme“. Diese Maßnahme sei erforderlich, so Bley, da vermehrt Hundehalter aufgefallen sind, die ihre Hunde nicht ordnungsgemäß bei der Stadtverwaltung Nittenau zur Zahlung der Hundesteuer angemeldet haben. Diese Maßnahme erfolge auch im Sinne der Steuergerechtigkeit und im Interesse der vielen Hundehalter, die ihre Hunde korrekt angemeldet haben.

„Ein Verstoß gegen die Anmeldepflicht stellt eine Steuerhinterziehung dar, die mit Bußgeld geahndet werden kann“, mahnt Bürgermeister Bley. Laut der Hundesteuersatzung der Stadt Nittenau sind Hunde, die über vier Monate alt sind und im Gemeindegebiet Nittenau gehalten werden, vom Halter zur Hundesteuer anzumelden. Ausgenommen von der Hundesteuer sind Jagd-, Blinden, und Rettungshunde. „Falls ein Hund oder mehrere Hunde gehalten werden und bisher keine Anmeldung aller Hunde zur Hundesteuer erfolgte, so soll eine rückwirkende Anmeldung mit strafbefreiender Wirkung innerhalb eines Monats möglich sein“, verwies Bley auf ein Entgegenkommen der Nittenauer Stadtverwaltung.

Wie die Hundebestandsaufnahme durchgeführt werden soll, wurde nicht bekannt gegeben. „Wir erhalten für diese Maßnahme eine entsprechende Unterstützung“, sagte Bley in der Sitzung des Hauptausschusses.

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