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Region Schwandorf
Dienstag, 26. September 2017 19° 2

Jubiläum

Gütenland fiebert Fest entgegen

Gütenland feiert seine erste urkundliche Erwähnung anno 1017. Zudem begehen Kapellenverein und Stammtisch Jubiläen.
Von Karl-Heinz Probst

  • Die Gütenlander freuen sich auf das Dreifachfest am kommenden Wochenende in ihrem Dorf. Foto: Markus Greiner
  • Adolf Greiner mit Dorfchronik, Kerze und Tasse, die zum Jubiläum „1000 Jahre Gütenland“ angeboten werden. Foto: Probst

Neunburg.Außer Neunburg vorm Wald können heuer auch drei seiner Ortsteile auf ihre 1000-jährige Geschichte zurückblicken: Diendorf, Gütenland und Wenigrötz. Kaiser Heinrich II. schenkte laut der am 28. April 1017 in Ingelheim ausgestellten Urkunde die königlichen Eigengüter Retsiz inferior (Wenigrötz), Tenindorf (Diendorf) und Gotilinlant (Gütenland) dem von ihm 1007 gegründeten Bistum Bamberg. Diendorf, Gütenland und Wenigrötz gehören somit zu den ältesten Orten im Altlandkreis Neunburg und dürfte noch vor 1000 gegründet worden sein.

Hattrick am Wochenende

Diendorf und Wenigrötz haben ihre Jubiläumsfeiern bereits hinter sich gebracht, die Gütenlander fiebern ihren Feierlichkeiten noch entgegen. Die Ortschaft Gütenland begeht jedoch nicht nur ihre erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren; außerdem feiert der Kapellenverein sein 25-jähriges Bestehen, und der Stammtisch „Gemütliche Runde“ freut sich über seinen 40. „Geburtstag“. Das Dreifachfest findet am 26. und 27. August statt.

Adolf Greiner, als Sprecher der Dorfgemeinschaft, stellte unserem Medienhaus das geplante Programm vor. Am Samstag steigt das Stammtischjubiläum ab 18 Uhr im Festzelt am Dorfplatz; für Unterhaltung sorgt „Narrisch pack ma’s a“. Auf einer Leinwand wird während des ganzen Abends laufend eine Bilderschau „40 Jahre Stammtisch“ gezeigt.

Der Festsonntag beginnt um 9 Uhr mit einem Kirchenzug (Aufstellung beim Festzelt an der Kreisstraße), dem um 9.30 Uhr ein Gottesdienst mit Pfarrer Theo Schmucker bei der Dorfkapelle folgt; die musikalische Umrahmung besorgt das Seebarner Gwiach mit der Schubert-Messe. Anschließend wird 2. Bürgermeisterin Margit Reichl an der Kapelle einen Gedenkstein enthüllen und eine kurze Rede halten. Die weltliche Feier schließt sich ab 11 Uhr mit Frühschoppen und Mittagessen an; es spielt wieder das Seebarner Gwiach. Nachmittags stehen ab 14 Uhr ein großes Oldtimer-Treffen und eine Bilderschau „25 Jahre Kapellenverein“ auf dem Programm. Zur Stärkung gibt es Kaffee und Kuchen. Zum Ausklang des Jubelfestes musizieren ab 18 Uhr die „Kulzer Boum“. Der Schaustellerbetrieb Nübler ist beim Fest mit einem Kinderkarussell, einem Schießstand und einem Süßigkeitenstand vertreten.

Die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest laufen seit Herbst 2016, berichtet Adolf Greiner. Die Hauptarbeit bewältige der eigens gegründete Festausschuss. Rund 20 Personen seien hier mit großem Engagement tätig. Der Ausschuss habe sich mittlerweile 14-mal getroffen. Ein jetzt schon bemerkbarer Ausfluss des Jubiläums sei, dass die Dorfgemeinschaft stärker zusammengewachsen sei, betonte Greiner. Die größte Herausforderung sei die Suche nach einem geeigneten Festplatz gewesen. Zunächst war der Hof beim alten Wirtshaus ausersehen, der sich beim Fortschreiten der Planungen aber bald als zu klein erwiesen habe. Schließlich habe Franz Gubo seine Wiese an der Kreisstraße in der Nähe der Ortseinfahrt zur Verfügung gestellt. Dort ist bereits das 300-Mann-Zelt aufgestellt. Aktuell stehen noch das Aufstellen eines Triumphbogens und das Schmücken der Dorfkapelle auf der Agenda.

Zurück zur Ortsgeschichte: Nach der ersten urkundlichen Erwähnung schweigen die Quellen für über 300 Jahre. Es spricht einiges dafür, dass unser Gütenland den Sulzbacher Grafen gehörte und 1185 in den Besitz der Staufer gelangte. Nach Konradins Tod 1268 fiel der Ort den Wittelsbachern zu. 1360 übertrug Pfalzgraf Ruprecht I. sein Gut zu Gütenland dem Neunburger Bürger Ruger den Fraysleich. 1379 ist urkundlich überliefert, dass Pfalzgraf Ruprecht III. zwei ewige Messen auf dem St. Georgsaltar in der Neunburger Burgkirche stiftete, dotiert war die Stiftung mit einem Gut zu Gütenland. Gemeint ist damit das pfalzgräfliche Lehen „Fraysleich-Hof“. Die nächste Verfügung des nunmehrigen Königs Ruprecht I. betraf das neugegründete Spital zu Neunburg. 1398 stattete er dort das Predigtamt unter anderem mit dem Ertrag von vier Gütern zu Gütenland aus. Gütenland gehörte ursprünglich zur Pfarrei Neunburg; 1872 wurde der Ort in die Pfarrei Seebarn inkorporiert. Die älteste Dorfkapelle in Gütenland, mehr ein Bildstöckl, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde 1921 abgebrochen und an der Stelle eine neue errichtet. Diese wiederum wurde 1991 beseitigt und 1992 eine neue Kapelle durch den eigens gegründeten Kapellenverein erbaut.

Dorfchronik fast ausverkauft

Mehr zur Geschichte der Ortschaft können Interessierte im Neunburger Heimatbuch oder in der Ortschronik von Gütenland nachlesen. Letztere hat Josef Drexler mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft erarbeitet. Von dem 186 Seiten starken Buch sind nur noch wenige Restexemplare zum Kauf erhältlich. Weiter werden zwei Erinnerungsstücke angeboten: eine Tasse mit der Aufschrift „1000 Jahre Gütenland“, welche auch alle Teilnehmer am Oldtimer-Treffen erhalten, und eine Kerze zum Kapellenjubiläum.

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Jubiläum in Kürze

  • Samstag, 26. August:

    18 Uhr Festauftakt mit Bierzeltbetrieb und der Band „Narrisch pack ma’s o“

  • Sonntag, 27. August:

    9 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug; 9.30 Uhr Festgottesdienst mit Gedenkstein-Segnung; 11 Uhr Frühschoppen und Mittagstisch mit „Seebarner Gwiach hot ana“; 14 Uhr Oldtimer-Treffen, Kaffee und Kuchen; 18 Uhr Bierzeltbetrieb mit den „Kulzer Buam“

  • Veranstalter:

    Dorfgemeinschaft Gütenland, vertreten durch den Kapellenverein

  • Festbier:

    Genossenschaftsbrauerei Rötz

  • Festküche:

    Schneider aus Tännesberg

  • Festplatz:

    Wiese von Franz Gubo an der Kreisstraße, daneben Parkplatz

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