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Region Schwandorf
Donnerstag, 23. November 2017 4

Bürgerversammlung

Hochwasserschutz genießt Priorität

Bürgermeister Bley berichtete über die Infrastruktur. „Mängelreporter“ soll helfen, Schäden daran schnell zu beseitigen.

Hochwasserschutz (im Bild die Flut von 2002) und der Neubau der Großen Regenbrücke sind die dringlichsten Großprojekte, sagte Bürgermeister Bley in der ersten Bürgerversammlung. Foto: Stadt Nittenau

Nittenau.Mit 28 Teilnehmern, ohne Stadträte, Bürgermeister Karl Bley, Geschäftsleiter Jakob Rester und Mitarbeiter Stefan Fürnstein von der Stadtverwaltung, startete am Donnerstagabend die diesjährige Reihe der Bürgerversammlungen in Nittenau im Gasthaus Schmidbauer in Muckenbach. Den Nachfragen nach zu urteilen, scheint es unter Nittenaus Bevölkerung insgesamt keine allzu großen Probleme zu geben. Eingangs berichtete Bürgermeister Karl über die Eckdaten.

Dass sich Nittenau zu einem interessanten Wohnstandort entwickelt habe, belegte der Bürgermeister in einer detaillierten Baustatistik. „Das meiste Geld wird im Boden vergraben“, sagte Bley. Er verwies dabei auf die Kanalbaumaßnahmen Neuhaus, Entermainsbach, Kaspeltshub, Öd und Tiefenhof mit 5,3 Millionen Euro, Eckartsreuth, Gunt und Vorderkohlstetten mit 866000 Euro sowie die Anbindung der Kläranlagen im Bereich Fischbach nach Nittenau zur Zweckverbandskläranlage mit einem Kostenvolumen von 1,8 Millionen Euro in den Jahren 2019 bis 2020.

Baugebiete abgewickelt

Während Nittenauer Baugebiete, wie Rosenstraße II und Stefling West II größtenteils abgewickelt seien, werde in Fischbach zurzeit ein neues Baugebiet mit 16 Parzellen sowie ein Gewerbegebiet mit Mischnutzung und Mischgebiet Wohnen erschlossen. Beim ehemaligen Schlingmanngelände gäbe es noch zehn Mischgebietsparzellen als Lärmpuffer zur Firma Krones, die aber deswegen für reine Wohnbebauung nicht in Frage kämen. Weitere Verbrauchermarktentwicklungen würden dort ebenfalls erwartet.

Ab 2019 erfolge die Fertigstellung der Nord-Ost-Umfahrung und man verspreche sich dadurch eine große Verkehrsentlastung in Nittenau. Der Radwegebau beschäftigte die Stadt ebenfalls: Bei der Trasse Nittenau-Bruck behinderten eine Zeit lang Zauneidechsen den Weiterbau, auf interkommunaler Ebene sei eine Radverbindung ab Muckenbach nach Reichenbach geplant, wobei man auch eine Anbindung zur Regentalstraße nach Stefling und Marienthal anstrebe. „Hemmnisse durch Grundstücksbesitzer verhinderten aber bisher eine durchgehende Planung“, bedauerte Bley.

2. Bürgermeister Albert Meierhofer moderierte die Bürgerversammlung mit 28 Teilnehmern.Foto: tah

Dringende Großprojekte seien der Neubau der großen Regenbrücke und weitere Hochwasserschutzmaßnahmen mit aufwendigem Abstimmungsbedarf. Am 28. Oktober kann das neue Kinderhaus mit zwei Gruppen und einer Krippengruppe an der Bodensteiner Straße eingeweiht werden. Die Kosten dafür betragen 2,15 Millionen Euro, die Förderung 875000 Euro, der Eigenanteil der Stadt beträgt 1,2 Millionen Euro. Ganz aktuell sei auch ein Wettbewerb zur Gestaltung der Angerinsel.

Weiter angesprochen hatte der Bürgermeister die Punkte Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link, die wohl über den Stadtbereich Nittenau führen werde und ein drittes Förderprogramm DSL mit der Erschließung weiterer Außenbereiche.

Ebenso soll mit zwei LTE-Antennen in der Brucker Straße und in Oberhof die Versorgung mit schnellem Internet weiter verbessert werden. Mittlerweile etabliert hätten sich auch zusätzliche Fahrten der Linie 43 im Stundentakt nach Regensburg, so Bley, der für rege Benutzung warb. Die Moderation für die anschließenden Bürgeranfragen übernahm zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer. Auf die Bitte, die Grüngutannahmestelle im Bauhof auszulagern, sagte Bley, dass es bereits Gespräche gebe, diesen Bereich zu entkoppeln und in private Hände zu geben. Albert Meierhofer regte an, bis dahin den Untergrund zu pflastern, da sich gerade dort bei schlechtem Wetter ziemlicher Matsch ansammle.

Nachfragen gab es auch wegen der Abschaltung der öffentlichen Beleuchtungen am Regen wegen der Eintagsfliegen Mitte August. In den 14 Tagen habe man nur die Beleuchtung unter der Regenbrücke an, da sonst reinstes Chaos herrschen würde. Warum die Straßenlampen nicht auf LED umgerüstet würden, fragte ein weiterer Bürger. Angesichts der 1468 Lampen im Stadtbereich würde dies erhebliche Umrüstkosten verursachen, antwortete Bley. Man habe schon mal auf Sparlampen umgerüstet, Leuchtmittel in Doppelleuchten halbiert und erziele damit ordentliche Einsparungen.

Die Bürger hakten nach

Der Radweg in Verbindung mit der neuen Regenbrücke und die Dauer der Bauarbeiten beschäftigten ebenfalls. Es wurde noch nicht einmal ein Planfeststellungsverfahren eingereicht, entgegnete der Bürgermeister, und falls keine Einwendungen dazwischen kämen, könne 2019 bis 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Dass die Anbindung der Radfahrer über die sogenannte Hierl-Kurve problematisch sei, weiß auch der Bürgermeister und ein langgehegter Wunsch einer eigenen Radwegbrücke über den Regen sei nicht durchführbar. Jedenfalls werde ein Radweg auf der neuen Brücke mit vorgesehen. Durch den Hochwasserschutz werde auch der Bestand des Kanuverleihs tangiert, so ein weiterer Bürger. Der Bürgermeister argumentierte: „Was ist wertiger? Hochwasserschutz oder Kanuverleih? Die Aufgabe der Stadt ist vorrangiger Hochwasserschutz.“ Für den Kanuverleih werde sich aber eine Lösung finden.

Eck- und Versammlungsdaten

  • Das Gesamthaushaltsvolumen 2017 beträgt 25, 43 Millionen Euro, Verwaltungshaushalt 16,2 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 9, 2 Millionen Euro.

  • Kreisumlage: 3,5 Millionen Euro.

  • Personalausgaben: 3,13 Millionen Euro.

  • Schuldenstand: 10,8 Millionen Euro.

  • Pro-Kopf-Verschuldung: 1157 Euro und damit über dem Landesdurchschnitt von 958 Euro in 2016.

  • Einwohner: 9311, davon 1029 Ausländer.

  • Für die neue FFW-Drehleiter betrug der Eigenanteil der Stadt nur 300 000 Euro der 610 000 Euro Anschaffungskosten.

  • Weitere Bürgerversammlungen: Asang, Gasthaus Auburger am 25. Oktober, Fischbach, Gasthaus Zur Sonne in Brunn am 27. Oktober, Neuhaus, Gasthaus Fuchs am 3. November.

Der Angersteg war auch ein Thema, da der Belag sehr schadhaft geworden sei. Den Belag wolle man mit speziellem Alu-Material ersetzen. Kopfschütteln herrschte bei den Anwesenden, als auch zur Sprache kam, dass Autos verbotener Weise die Fußgängerbrücke am Anger überquerten.

Löcher im Birkenweg, obwohl nicht im Besitz der Stadt, will man beseitigen und das Muckenbacher Bushäuschen reparieren. Albert Meierhofer verwies noch auf die Möglichkeit, anhand des „Mängelreporters“, einer Nittenau-App, Foto und Text schnell und verlässlich an die Stadt zu übermitteln. Zum Ende zeigte Bürgermeister Karl Bley den Image-Film der Stadt Nittenau. (tah)

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