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Region Schwandorf
Freitag, 15. Dezember 2017 11

Verkehr

Im Italo-IC-Waggon durch die Oberpfalz

Mehr Züge, besserer Komfort, WLAN, und langes Warten auf den ICE: Das bringt der Fahrplanwechsel auf den Strecken der Region.
Von Reinhold Willfurth

  • Der Alex fährt ab Montag noch öfter von München via Schwandorf nach München, Hof oder Prag. Fotos: Länderbahn/flohagena.com

Schwandorf.Bequeme Sessel im Abteil, laufruhige Waggons: Alex-Reisende von und nach München und Hof haben sie schon kennen- und schätzen gelernt, die Intercity-Wagen aus Italien, die in den vergangenen Wochen zum gewohnten Bild auf dem Schwandorfer Bahnhof geworden sind. Die in dezentem Grau lackierten Waggons des Länderbahn-Mutterkonzerns, der italienischen Staatsbahn Netinera, sollen den Komfort in den Alex-Zügen weiter verbessern.

Zum Fahrplanwechsel am Sonntag bietet die Länderbahn außerdem mehr Zugverbindungen, kostenloses WLAN und, verknüpft damit, digitale Fahrgastinfos auf jeweils zwei Bildschirmen pro Waggon. Die Deutsche Bahn verdichtet ihr Angebot auf der Strecke nach Nürnberg und Regensburg, vornehmlich im morgendlichen Berufs- und im Feierabendverkehr.

Ab 4 Uhr in die Landeshauptstadt

Von München nach Marktredwitz bietet der neue Fahrplan neun, nach Hof acht statt heute sechs Direktverbindungen je Werktag. Eine neue Frühverbindung gibt es gegen 4 Uhr von Schwandorf nach München. Abends können Fahrgäste noch um 22.44 Uhr und damit eine Stunde später als bislang von München nach Schwandorf zurückreisen. Unterwegshalte in beiden Richtungen gibt es auch in Regenstauf und Maxhütte-Haidhof. Die Reisezeiten bleiben mit rund dreieinhalb Stunden bis Hof im Wesentlichen unverändert. Immerhin fünf Minuten schneller sind Reisende zwischen München und Regensburg im Zwei-Stunden-Takt mit Zwischenhalten in Freising, Landshut und Neufahrn.

Auch auf der Strecke München-Prag via Schwandorf tut sich etwas: Die Zahl der Zugverbindungen steigt von derzeit vier auf sieben pro Werktag.

Neues von der Bahn

  • Deutsche Bahn: Die Deutsche Bahn verstärkt ihr Angebot auf den Strecken nach Regensburg und Nürnberg im Morgen- und Feierabendverkehr mit fünf zusätzlichen angeboten. So startet z. B. um 8.02 Uhr ein RE nach Regensburg, um 18.30 Uhr ein RE nach Nürnberg.

  • Länderbahn: Die Länderbahn setzt bis zum Sommer auf allen Alex-Zügen moderne IC-Waggons aus Italien ein, deren Klimaanlage auch tropischen Temperaturen gewachsen sein soll. In allen Waggons wird es kostenloses WLAN und ein Fahrgastinfocenter geben.

  • Reiseziel Prag: Nicht schneller, aber öfter ist die „Goldene Stadt“ das Reiseziel. Ab Schwandorf steigt ab dem 10. Dezember die Zahl der Zugverbindungen von München nach Prag von derzeit vier auf sieben pro Werktag. Auch in Tschechien ist kostenloses WLAN an Bord.

  • Ade, ICE?: Die Bahn preist die neue Schnellfahrstrecke von München nach Berlin als Alternative zu Flugzeug und Auto an. Fahrgäste aus der Oberpfalz, die das nutzen wollen, werden in Nürnberg ausgebremst: 45 Minuten Wartezeit auf den ICE schmälern das Vergnügen.

Im Alex ersetzen moderne italienische Intercity-Waggons ältere Wagen, die Zug um Zug aus dem Verkehr gezogen werden. Die Klimaanlagen sollen auch tropischen Temperaturen wie in Süditalien gewachsen sein. Ergänzt werden die IC-Wagen aus dem Süden durch umgebaute Alex-Wagen. Der Umbau aller Wagen soll bis Sommer 2018 komplett abgeschlossen sein.

Surfen und Hörbücher testen

Die neuen Displays in den Alex-Zügen zeigen nicht nur Haltestellen und Auskünfte zu Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie Anschlussinformationen zu ausgewählten Buslinien an. Wer will, kann sich die Zeit im Zug mit Hörbuchproben vertreiben oder die neuesten Nachrichten studieren. Das WLAN funktioniert dank mehrerer SIM-Karten übrigens auch jenseits der tschechischen Grenze. „Wir freuen uns sehr, dass wir im ostbayerischen Raum als erstes Unternehmen diesen Service, der von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft finanziert wird, im Alex anbieten können“, sagt Steffen Schaller, Bereichsleiter Netze Bayern bei der Länderbahn.

Die Deutsche Bahn setzt ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag fünf Züge zusätzlich ein. Wochentags startet um 8.02 Uhr ein Regionalexpress nach Regensburg (Ankunft 8.30 Uhr). Um 17.02 Uhr fährt ein weiterer RE von Schwandorf nach Regensburg ab. Von dort fährt ab Montag um 13.32 Uhr ein RE nach Schwandorf, allerdings nur freitags. Auf der Strecke nach Nürnberg verdichtet die Bahn den Takt mit Abfahrt ab Schwandorf um 15 Uhr und 18.59 Uhr. Das Städtedreieck muss auf zwei Alex-Halte verzichten. Weil außerhalb der Stoßzeiten die Fahrgäste fehlen, hält der Fernzug um 9.19 Uhr und um 13.19 Uhr nicht mehr dort.

Keine Entwarnung konnte ein Sprecher der Bahn auf Anfrage beim Anschluss der Oberpfalz an die neue schnelle Fernverbindung von München nach Berlin via Nürnberg geben. Die REs nach Nürnberg aus Schwandorf und Weiden sind so getaktet, dass Reisende aus der Oberpfalz 45 Minuten auf den ICE warten müssen. Die Bahn will auf der Neubaustrecke über Erfurt, die ebenfalls am 10. Dezember offiziell in Betrieb geht, mit einer Fahrzeit von bis zu unter vier Stunden dem Flugzeug und dem Auto Paroli bieten.

MdB Albert Rupprecht (CSU) hat erfolglos Verbesserungen im Winterfahrplan der Bahn gefordert, um die Wartezeit für die Oberpfälzer in Nürnberg zu reduzieren. Die Anschlussknoten Regensburg und Hof dominierten die Angebotsstruktur in Ostbayern, lässt die Bahn mitteilen.

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