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Region Schwandorf
Sonntag, 24. September 2017 17° 4

Mein Verein

Kaltes Wasser vertreibt die Krankheiten

Der Kneipp-Verein Schwandorf hat kaum Wechsel in der Vorstandschaft. Wen wundert’s – die Chefinnen achten auf Gesundheit.
Von Ingrid Hirsch

Kneippianer kennen kein schlechtes Wetter, auch wenn es beim Wassertreten von oben und von unten nass ist. Foto: xih

Schwandorf.Resi Lorenz hält sich an die Regeln des Geistlichen aus Wörishofen. Lebensordnung, ausgewogene Ernährung, Wasseranwendungen, Zufriedenheit und Bewegung. Die Vorsitzende des Kneipp-Vereins Schwandorf schwört auf den Rat des „Wasserdoktors und Kräuterpfarrers“ und fährt gut damit: „Ich bin selten krank und fühle mich wohl“.

Vor 13 Jahren wechselte die Übungsleiterin Resi Lorenz vom damaligen FC Linde zum Kneipp-Verein Schwandorf und löste 2009 die langjährige Vorsitzende Thea Zwick ab. Die Mitgliederzahl ist seitdem auf knapp 200 angestiegen. Resi Lorenz spricht mit ihrem Angebot auch jüngere Mitglieder an: Von „Body Fit“ bis zur „Powergymnastik“ und vom Morgenwellness über Kräuterwanderungen bis zu Vorträgen über gesunde Ernährung reichen die Offerten.

Viele Aktionen und Aktivitäten

Der Barfußgang enthält in verschiedenen Feldern, die barfuß durchschritten werden müssen, natürliche Materialien, die entspannen und beleben. Foto: xih

Nach dem Motto „Regen bringt Segen“ ist regelmäßig etwas geboten. Am Montag Powergymnastik in der Turnhalle der Lindenschule, am Dienstag „Qi Gong und Kneippen“ im Erlebnisbad, am Mittwoch gelegentlich „Morgenwellness mit Yoga und Frühstück“ im Erlebnisbad, am Samstag (2. September) Ausflug nach Dießen am Ammersee und am Sonntag (27. August) Tageswanderung ins „Charlottenhofer Weihergebiet“.

„Die Kneipp-Anlage im Schwandorfer Erlebnisbad gehört zu den schönsten in ganz Bayern.“

Evelin Hensel, Kneipp-Bezirksvorsitzende

Gründungsvorsitzende war Dr. Therese Malmendier im Mai 1954. 17 Mitglieder hatten sich von der „ganzheitlichen Therapie“ des Pfarrers Sebastian Kneipp überzeugen lassen und hoben den Verein im damaligen Hotel Kloster aus der Taufe. Mit dabei war auch Rosa Zwick, die Mutter der späteren Vorsitzenden Thea Zwick, die 1965 übernahm und 44 Jahre an der Spitze stand. Zum 50-jährigen Bestehen bekam der Verein ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. Die Stadt ließ im Erlebnisbad eine Kneippanlage errichten und erweiterte sie regelmäßig. Bei der Einweihung der Gradieranlage vor zwei Jahren versicherte Bezirksvorsitzende Evelin Hensel (Amberg): „Die Kneipp-Anlage im Schwandorfer Erlebnisbad gehört zu den schönsten in ganz Bayern“. Bäderleiter Rüdiger Frey ließ den bestehenden Pavillon zu einem „Freiluftsanatorium“ zur Stärkung von Herz, Kreislauf und Lunge umbauen.

Ein Armguss stärkt das Immunsystem. „Er wirkt wie ein Cappuccino, regt an, aber nicht auf“, meint Vorsitzende Resi Lorenz. Foto: xih

Im Storchengang durchschreiten die Anwender das Becken mit dem zehn Grad „kalten“ Wasser, das aus zwölf Metern Tiefe hochgepumpt wird. Resi Lorenz gibt dazu praktische Tipps: Nachher das Wasser nur abstreifen, nicht abtrocknen, und nass in die Socken schlüpfen. Wie ein „Cappuccino“ wirkt für die „Kneippianer“ das „Armbad, das an- aber nicht aufregt“, so die Vorsitzende. Mit den Aktionen „Kneippen und Entspannen“, „Morgenwellness“ und „Morgenstund‘ nach Kneipp“ versucht sie die Lehre des Gründers weiterzugeben.

„Alt werde ich später“

Nach dem Motto „Alt werde ich später“ bemühen sich die Mitglieder, Körper und Geist so lange wie möglich fit zu halten. Wer sich gesund ernährt, Sport treibt und Erholungspausen einlegt, steigert seine Vitalität, versichert Resi Lorenz. Mit seinem ganzheitlichen Konzept habe Pfarrer Kneipp vor über 100 Jahren den Menschen Vorschläge zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte gemacht. Basierend auf den heilenden Kräften des Wassers, einer natürlichen Lebensgestaltung, dosierter Bewegung, vielseitiger Ernährung und Linderung von Krankheiten durch Heilpflanzen.

Qi-Gong-Lehrerin Christine Wild bietet „Qi Gong und Kneippen“ in den Sommermonaten jeden Dienstag im Erlebnisbad an. Foto: xih

Diese fünf Säulen des Wohlbefindens hat die Vereinsvorsitzende im Hinterkopf, wenn sie präventive Wirbelsäulengymnastik, Ganzkörpertraining, Workshops und Ausflüge anbietet. Kneippen und Entspannen und sich eine Auszeit gönnen: Nach diesem Lebensmotto halten sich die Mitglieder fit. In Zukunft will die Vorsitzende das Programm weiter ausbauen und Kinder und Jugendliche stärker einbinden. Jeder Besucher findet in den Kneippschen Anwendungen persönliche Wohlfühlargumente. Für den einen ist es die schöne Anlage, für den anderen Qi Gong als die ideale Form, um das Gleichgewicht zu schulen. Alle sind sich jedoch einig: „Das wollen wir weitermachen“.

Alle Teile der Serie „Mein Verein“ finden Sie hier!

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Säulen der Anwendung

  • Ein Armguss

    stärkt das Immunsystem. „Er wirkt wie ein Cappuccino, regt an, aber nicht auf“, meint Vorsitzende Resi Lorenz.

  • Wassertreten:

    Im Storchengang durchschreiten die Anwender das Becken mit zehn Grad „kaltem“ Wasser, das aus zwölf Meter Tiefe gepumpt wird.

  • Der Barfußgang

    enthält in verschiedenen Feldern, die barfuß durchschritten werden müssen, natürliche Materialien, die entspannen und beleben.

  • Qi Gong und Kneippen:

    Qi-Gong-Lehrerin Christine Wild bietet es in den Sommermonaten jeden Dienstag im Erlebnisbad an.

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