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Rettung

Klug GmbH findet neuen Investor

Das Intralogistik-Unternehmen aus Teunz in der Oberpfalz musste im April Insolvenz anmelden. Neuer Geldgeber ist die TGW Logistics Group.

Die TGW hat die Teunzer Klug GmbH übernommen.Foto: Willfurth

Teunz.Die Firma Klug GmbH aus Teunz in der Oberpfalz ist gerettet. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Teunz (Kreis Schwandorf) mit. Neuer Eigentümer ist die österreichische TGW Logistics Group. Anfang Mai hatte die Intralogistik-Firma Klug mit der Suche nach einem neuen Hauptanteilseigner begonnen. Zuvor war bekannt geworden, dass das Unternehmen nach einer langen Phase steilen Wachstums in die Insolvenz schlitterte.

Wie die mit dem Insolvenzverfahren beauftragte Anwaltskanzelei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen verkünden ließ, will TGW die rund 320 Mitarbeiter von Klug übernehmen. Der Geschäftsbetrieb soll in der TGW Software Services GmbH weitergeführt werden. Über die wirtschaftlichen Konditionen der Übernahme wurde Stillschweigen vereinbart.

Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach gab bekannt, dass die Gläubiger einen Anteil ihrer Forderungen im „deutlich zweistelligen Prozentbereich“ bekämen. Bierbach sprach von rund 20 Millionen Euro, die die Firma bis zuletzt angehäuft hatte.

Zu den Anteilseignern von Klug gehörte vor der Insolvenz auch der Getränkeanlagenhersteller Krones aus Neutraubling (Lkr. Regensburg). Der Konzern hatte sich Anfang 2013 mit fünf Millionen Euro bei Klug eingekauft und 26 Prozent der Anteile gehalten. Diese Summe muss Krones abschreiben, die Beteiligung ist wertlos. Noch nach der Insolvenz hatte Krones-Finanzvorstand Christoph Klenk Klug als „verlässlichen Partner“ bezeichnet.

Krones hatte um eine Übernahme des Teunzer Intralogistikers mitgeboten. „Wir haben das beste Konzept vorgelegt“, erklärte Krones-Sprecherin Danuta Kessler-Zieroth auf MZ-Anfrage selbstbewusst. TGW habe offenbar finanziell mehr geboten als Krones. Die Neutraublinger hätten sich in dieser Hinsicht stärker zurückgehalten, weil Klugs Aktivitäten nicht zum Hauptgeschäft zählten. Ob Krones weiterhin mit Klug zusammenarbeiten werde, sei noch völlig offen, sagte die Sprecherin. Die eigenen Abläufe seien durch die Entwicklung nicht gestört. Krones hatte im Zuge der Beteiligung an Klug die eigene Abteilung Intralogistik aufgelöst.

„Zu schnelles Wachstum“ und stellenweise mangelnde kaufmännische Kompetenz sind laut Insolvenzverwalter Bierbach die Gründe für die Insolvenz von Klug im Frühjahr dieses Jahres. „Die Verluste wurden zu spät erkannt, und die Banken wollten kein neues Geld mehr geben“. Die Firmenleitung habe sich aber korrekt verhalten und die Insolvenz nicht verschleppt.

Erleichtert zeigte sich der Insolvenzverwalter darüber, dass unter den drei Hauptinteressenten für die Übernahme ausschließlich Firmengruppen aus der Branche und keine Finanzinvestoren befunden hätten. Über 100 potenzielle Interessenten habe man im Insolvenzverfahren angefragt, mit drei Firmen habe man unterschriftsreife Kaufverträge ausgehandelt.

TGW-Geschäftsführer Georg Kirchmayr freute sich, dass die IT-Kompetenz von Klug die eigenen Stärken im Maschinenbau „wunderbar“ ergänzten. Mit-Geschäftsführer Dr. Harald Schröpf, ein gebürtiger Weidener, bezeichnete die TGW als „einen der Top Player der Branche“, der stark wachse und dabei das soziale Engagement für seine 1700 Mitarbeiter nicht aus dem Auge lasse.(ma/fl/fu)

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