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Region Schwandorf
Dienstag, 26. September 2017 19° 1

Soziales

Kraftakte für mehr Betreuungsplätze

In Kindergärten und -krippen herrscht wieder Leben. Grund genug, die Lage in Burglengenfeld und Maxhütte zu beleuchten.
Von Thomas Rieke

  • Im Kinderhaus „Zum Guten Hirten“ in Pirkensee ist gerade erst eine weitere Kindergartengruppe entstanden. Insgesamt erweiterte die Stadt Maxhütte-Haidhof ihr Betreuungsangebot um fünf Gruppen. Foto: Spitzer
  • Aus 18 Containern ist vor vier Wochen der Übergangskindergarten in der Burglengenfelder Johann-Baptist-Mayer-Straße aufgebaut worden. Zwei Gruppen sollen hier unter Trägerschaft des BRK betreut werden. Foto: Baumgarten

Burglengenfeld.Das Städtedreieck boomt! Vor allem in Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof haben die Bevölkerungszahlen in den letzten Jahren zugenommen – und mit ihnen die Zahl junger Familien mit Kindern.

So erfreulich dieser Umstand ist, so sehr stellt dieser Zuwachs für die Verantwortlichen in den Rathäusern auch eine Herausforderung dar. Die Infrastruktur, sprich Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen, müssen mit der Entwicklung Schritt halten – und in vielen Bereichen besteht akuter Handlungsbedarf.

„Der Ausbau von Kindertagsstätten ist ein ganz heißes Eisen“, bringt es denn auch Jugendpfleger Alexander Spitzer seitens der Stadtverwaltung Maxhütte-Haidhof auf den Punkt. In seinem „Gäu“ war nach Ablauf der Anmeldefrist für das neue Kindergartenjahr klar, dass nicht weniger als fünf neue Gruppen benötigt würden.

Nächster Spatenstich folgt

Weil sich die Entwicklung abgezeichnet habe, habe die Stadt schon vor geraumer Zeit damit begonnen, die Betreuungsplätze im Stadtgebiet deutlich aufzustocken, erklärt Bürgermeister Dr. Susanne Plank. Und dieser Trend werde sich „dieses, nächsten und vermutlich auch in den folgenden Jahren fortsetzen“. Aktuell ist im Kinderhaus „Zum Guten Hirten“ in Pirkensee gerade erst eine weitere Kindergartengruppe entstanden; im katholischen Kindergarten St. Leonhard in Leonberg beginnen im Spätherbst die Bauarbeiten für eine Krippengruppe.

Für nächste Woche ist der Spatenstich für den Bau zweier Krippengruppen im BRK-Montessori-Kinderhaus terminiert. „An diesem Standort entsteht außerdem eine professionelle Küche, welche für die Versorgung des gesamten Kinderhauses mit frischem, gesunden Essen zuständig ist“, berichtet Jugendpfleger Spitzer.

Weit fortgeschritten seien außerdem die Planungen für eine weitere Kindergartengruppe beim Kindergarten St. Josef. Hier dürfte in 2018 die neue Gruppe entstehen.

Eine neue Gruppe kostet bis zur Fertigstellung in etwa 500000 bis 600000 Euro. Und die Stadt gehe hierbei in Vorleistung, erläutert Spitzer die Finanzierung. Erst nach Abschluss der Baumaßnahme erfolge die Auszahlung des Förderanteils. „Dieser beträgt derzeit etwa 70 Prozent der förderfähigen Kosten.“ Nicht eingerechnet sind allerdings die Folgekosten. Damit sind vor allem gesetzlich geregelte, jährliche Zuschüsse, höhere Personalkosten in der Verwaltung und Betreuung, die Deckung möglicher Defiziten sowie Ausgaben für den Gebäude- und Geräteunterhalt gemeint. Aktuell belastet dies den Stadtsäckel von Maxhütte jährlich mit rund einer Millionen Euro.

Obwohl man schon früh mit der Planung begonnen habe, sei es nicht möglich (gewesen), alle Baumaßnahmen rechtzeitig fertigzustellen, berichtet Alexander Spitzer weiter. Genehmigungen durch die bischöfliche Finanzkammer, den Landkreis, die Regierung und natürlich die Ausschreibungen brauchen Zeit und dauerten manchmal länger als geplant. Beim derzeitigen Bauboom seien außerdem die Auftragsbücher der Firmen sehr voll, „was die Planung zusätzlich erschwert“. Die Träger, Einrichtungen, Leiter und Mitarbeiter sind deshalb oft gefragt kreative Übergangslösungen zu finden. „In allen Fällen ist dies geglückt“, sagt Spitzer. In Rappenbügl zum Beispiel werde der Pfarrsaal aktuell auch als Bewegungsraum genutzt, was der Kirchengemeinde einiges an Organisationsgeschick und Arbeit zusätzlich bereite. Schließlich müssen nahezu täglich Tische hin- und her geräumt, Unfallgefahren entfernt und Veranstaltungen koordiniert werden.

30 Prozent mehr Kita-Kinder

Auch in Burglengenfeld ist man laut Stadtverwaltung stetig bemüht, den Bedürfnissen junger Familien in puncto Kinderbetreuung gerecht zu werden. Wie groß der Druck ist, verdeutlicht ein simpler Vergleich: Stand Juli 2016 waren es 325 Kinder, die in Burglengenfeld einen Kindergarten besuchten; zwölf Monate später 472. Das entspricht einem Plus von rund 30 Prozent.

Aus diesem Grund musste zuletzt ein Übergangskindergarten gegründet werden. Weil die Standortsuche einige Zeit erforderte, gab es am Ende nur noch einen Träger (BRK), der sich in der Lage sah, den Betriebsstart Anfang September zu garantieren. Tatsächlich füllt sich die Einrichtung in der Johann-Baptist-Mayer-Straße derzeit nur langsam. 16 Kinder stehen aktuell unter den Fittichen von Theresa Riedl und ihrer Kolleginnen; für 50 Kinder wäre in der Containeranlage an der Johann-Baptist-Mayer-Straße Platz.

Im Übergangskindergarten in der Johann-Baptist-Mayer-Straße läuft gerade die Eingewöhnungsphase. Aktuell werden rund 16 Kinder betreut. Unser Bild zeigt den kleinen Fahad mit der Leiterin der Einrichtung, Theresa Riedl. Sie sagt: „Wir haben noch Plätze frei!“ Die Betreuungszeit ist zwischen 7 und 17 Uhr; Eltern können je nach Bedarf buchen. Für jedes Kind gibt es mittags eine warme Mahlzeit aus der Küche des Seniorenheims. Foto: Rieke

Bürgermeister Thomas Gesche hält Kritik aus dem Ferienausschuss, er habe Zeit vergeudet und dadurch die Auswahl der Träger unnötig eingeschränkt, für Humbug. Für ihn zählt: „Es ist noch in jedem Jahr gelungen, jedem Kind, das zum jeweiligen Stichtag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz hatte, einen solchen anbieten können“.

Und trotzdem sind nach Informationen unseres Medienhauses nicht alle Eltern zufrieden. Über einen speziellen Fall (Versorgung mit warmem Mittagessen) berichten wir in einer unserer nächsten Ausgaben.

Mehr Nachrichten aus dem Städtedreieck lesen Sie hier:

Das Angebot im Überblick

  • Burglengenfeld:

    Es gibt sechs Kindergärten und zwei Krippen mit unterschiedlicher Trägerschaft. Das BRK hat neben dem Waldkindergarten „Eidexln“auch den neuen Übergangskindergarten in Containerbauweise übernommen. Eine dritte Krippe ist gerade erst genehmigt.

  • Maxhütte-Haidhof;

    Es existieren sechs Betreuungseinrichtungen für Kinder bis sechs Jahren. Die Kapazitäten wurden und werden an mehreren Stellen fast zeitgleich ausgebaut. Jüngstes Beispiel: Das Kinderhaus „Zum Guten Hirten“ in Pirkensee“.

  • Gut zu wissen:

    Die Zahl der Plätze stimmt oft nicht mit der der tatsächlich betreuten Kinder überein. Das liegt unter anderem an den unterschiedlichen Buchungszeiten der Eltern. Ein Ganztagsplatz kann beispielsweise an zwei Kinder vergeben werden, die die Kita nur halbtags besuchen. (ht)

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