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Region Schwandorf
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Landkreis.

Krankenhaus-Defizit: fünf Millionen

Der Landkreis kommt mit seinen Krankenhäusern weiter unter Druck. Die Suche nach Kooperations-Partnern geht in die entscheidende Phase.

Von Ernst Fischer

Genau 4,95 Millionen Euro. So hoch ist die Summe, die der Landkreis voraussichtlich für den Betrieb der drei Krankenhäuser in Burglengenfeld, Oberviechtach und Nabburg im Jahr 2008 ausgleichen muss. Landrat Volker Liedtke nennt auf MZ-Nachfragen diesen Betrag.

Aus dem Kreistags-Umfeld waren zuletzt noch ganz andere Summen in die Öffentlichkeit gedrungen: In der jetzt festgestellten Bilanz der Krankenhaus GmbH für das Jahr 2008 soll eine Rote Zahl von über sechs Millionen Euro stehen. Das wird vom Landrat auch mit einem konkreten Betrag von rund 6,2 Millionen Euro bestätigt. Darin enthalten seien aber „vorsorglich“ 1,2 Millionen Euro, die eventuell nach der Schließung des Krankenhauses Neunburg aus früheren Zuschüssen zurückbezahlt werden müssten. Der Landrat sieht diese Zuschuss-Rückzahlung aber vom Tisch. „Nach Verhandlungen mit der Regierung gehe ich davon aus, dass diese Zahlen nicht anfallen“, so Liedtke.

Der Defizit-Ausgleich für 2008 liegt also bei 4,95 Millionen Euro. Das sind 1,15 Millionen mehr als im Vorjahr (3,8 Millionen). Und unter Landkreispolitikern geht eine Angst um: Ab 2010 könnte das Defizit sprunghaft auf über zehn Millionen Euro steigen, hat ein Kreisrat zur MZ gesagt.

Hintergrund: Ende 2009 läuft der sogenannte Beschäftigungs-Sicherungsvertrag aus, den die Krankenhaus GmbH mit den rund 700 Mitarbeitern geschlossen hat. Die Beschäftigten verzichten danach auf sechs Prozent Gehalt. Wenn ab 2010 wieder Tariflohn bezahlt würde, dann mache das bei der vorhandenen Krankenhaus-Belegschaft rund eine Million Euro zusätzlich aus, erklärt Dr. Holger Stiller, der vom Landkreis seit Januar als Interims-Geschäftsführer bestellt ist, nachdem sein Vorgänger Matthias Rauwolf kurzfristig gekündigt hatte.

In dieser Summe sieht Dr. Stiller aber nicht das Kernproblem der drei übrig gebliebenen ehemaligen Kreiskrankenhäuser. „Das Problem ist, dass heute kleine Häuser in dieser Größenordnung nicht mehr allein existieren können“, so Dr. Stiller. Für ihn die einzige Lösung: „Man muss sich einen großen und starken Partner suchen!“

Genau dieser Prozess läuft jetzt gerade, erklärt Landrat Liedtke. Drei mögliche Partner hat der Landkreis zu Kooperationsgesprächen geladen: die Barmherzigen Brüder aus Regensburg, die auch am Schwandorfer Barbara-Krankenhaus beteiligt sind – die Kliniken Nordoberpfalz aus Weiden und das Amberger Klinikum.

In einem förmlichen „Bieterverfahren“ unter Begleitung von professionellen Unternehmensberatern konnten die drei Verhandlungspartner ihre konkreten Vorstellungen abgeben. „Die Vorschläge werden Ende Juni dem Lenkungsausschuss vorgestellt“, erklärt Liedtke den weiteren Zeitplan. Konkretere Details könne er allein deshalb noch nicht in der Öffentlichkeit sagen, weil erst dieses Handlungsgremium beraten müsse, das identisch mit dem Verwaltungsrat der Krankenhaus GmbH ist. Im Übrigen würden die Vorschläge noch von der Unternehmensberatung geprüft.

Im Herbst solle dann eine Entscheidung fallen, so der Landrat. Jedenfalls sehe der Zeitplan das so vor. Auch das lässt Liedtke aber vorerst noch offen: „Kann ja auch sein, dass kein Vorschlag dabei ist, der vom Kreistag akzeptiert würde.“

Die Vorgabe, die der Landkreis den Partnern gemacht hat: Die drei Häuser in Burglengenfeld, Oberviechtach und Nabburg sollen möglichst erhalten bleiben. Ist das eine Wunschvorstellung oder Conditio sine qua non? Glaubt der Landrat, dass diese Bedingung halten wird? Liedtke auf diese Frage: „Dazu sage ich nichts.“

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