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Region Schwandorf
Donnerstag, 18. Januar 2018 9

Wirtschaft

Leben in interessanten Zeiten

Eine erfolgreiche Bilanz zog das Neunburger Unternehmen F.EE bei seiner Weihnachtsfeier. Die Auftragsbücher sind voll.
Von Ralf Gohlke

F.EE bemüht sich bereits erfolgreich darum, das Interesse von Mädchen an Metallberufen zu wecken, um den Facharbeiternachwuchs zu sichern. Foto: F.EE

Neunburg.Wenn alle Mitarbeiter von F.EE zur Weihnachtsfeier gekommen wären, hätte selbst die Schwarzachtalhalle nicht mehr ausgereicht. Im November diesen Jahres hatte die Unternehmensgruppe, einschließlich ihrer Niederlassungen im europäischen Ausland und in Übersee, die magische Marke von 1000 Mitarbeitern überschritten. In seiner Ansprache erinnerte Geschäftsführer Hans Fleischmann noch einmal an die Anfänge mit drei Mitarbeitern im Jahr 1985. Bereits 100 seien es zehn Jahre später gewesen, die dann bis 2011 auf 500 angestiegen waren. Mittlerweile sei allerdings ein Punkt erreicht, an dem der Facharbeitermangel das Wachstum bremse.

Chinesisches Sprichwort

Die Geschäftsführer Hans, Gerlinde und Robert Fleischmann (außen von rechts) ehrten Mitarbeiter für 25 Jahre Treue zum Unternehmen. Foto: ggo

Seine Ansprache an die Mitarbeiter unterwirft Hand Fleischmann immer einem Leitgedanken. „Heuer haben wir uns, mitunter auch in Anspielung auf die weltpolitsche Lage, für ein altes chinesisches Sprichwort entschieden: Mögest Du in interessanten Zeiten leben!“, sagte er. Allerdings sei dies anstelle eines „frommen Wunsches“ schon mehr ein Fluch. Berühmtheit habe der Satz erlangt, als ihn Robert Kennedy, 1966 in einer Rede zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung eingebaut habe.

Ein Fluch sei es in sofern, als das Historiker im Rückblick von „interessanten Zeiten“ sprächen, wenn es sich um Perioden von Veränderungen, Revolutionen, Umwälzungen sowie Zeiten von Unruhe und Unsicherheit handelte.

Die Zahl der zu ehrenden Mitarbeiter bei F.EE wächst wie das Unternehmen. Foto: ggo

„Ich fürchte, Historiker werden unser Jahrzehnt einmal höchst interessant finden“, mutmaßte Hans Fleischmann. Dazu rechnete er das „Rütteln Chinas am Thron der Weltmacht USA“, dessen Prozess Donald Trump sicher beschleunigt habe. In Europa quäle sich der Brexit-Prozess vor sich hin und die Katalanen hätten die Einheit Spaniens auf die Probe gestellt. Das in Deutschland veranstaltete Spektakel um die Regierungsbildung habe es seit dem Kriegsende nicht mehr gegeben.

Die Ehrungen

  • Zehn Jahre

    bei F.EE sind bereits Andreas Bader, Karin Dirnberger, Nicole Eigenbrodt, Stephan Fischer, Stefan Gebhard, Claudia Gleißner, Brigitte Götz, Janine Groß, Christian Gschrei, Gabriele Häusler, Andreas Hubatsch, Heidi Keilhammer, Thomas Krämer, Tobias Leitmeier, Carmen Loewe, Manfred Lottner, Marco Mehltretter, Eileen Mensing, Matthias Neef, Michael Niegel, Anja Niklas, Nuria Prat Diaz, Agnes Prey, Thilo Reimann, Josef Scheuerer, Patrick Schießl, Nicole Schlagenhaufer, Franz Schön, Roland Seebauer, Esma Torlakcik, Thorsten Vogl, Cornelia Walbrun, Christine Weitzer und Micheal Wild.

  • Für 25 Jahre

    Treue zum Unternehmen zeichneten die Geschäftsführer Hans, Gerlinde und Robert Fleischmann die Mitarbeiter Sebahat Akbas, Christian Flierl, Franz Laubmeier, Norbert Scherr, Hakki Torlakcik und Rainer Walbrun persönlich aus. Ihnen widmete Personalleiter Udo Starck zudem einige persönliche Anmerkungen.

  • Erfolgreich abgeschlossene Weiterbildungen

    konnten Sebastian Dietrich und Matthias Janker vorweisen und wurden dafür geehrt, ebenso wie Thomas Walbrun für den Abschluss seines dualen Studiums.

Zu diesem Szenario passe der wirtschaftliche Boom eigentlich gar nicht. Deutschland stehe blendend da und die Oberpfalz, einst das Armenhaus, sei nun Vorreiter in Bayern. „Interessante Zeiten“, sagte er noch einmal. Die Folge sei allerdings ein leer gefegter Arbeitsmarkt, der momentan auch das Wachstum von F.EE bremse. Erstmals mussten nicht wenige Aufträge unbesehen abgesagt werden. Es sei eine schmerzliche und neue Erfahrung gewesen, Aufträge und Kunden in größerem Stil ziehen zu lassen.

Hans Fleischmann (links) freute sich über die Teilnahme von Julio Cervera, Geschäftsführer von F.EE Mexico. Foto: ggo

Um so wichtiger seien daher die Bemühungen um die Aus- und Weiterbildung, was F.EE schon immer beherzigt habe. Seit dem Start der Ausbildung 1988 seien rund 300 junge Leute ausgebildet oder durch ein duales Studium geführt worden. Bereits zum fünften mal in Folge sei das Unternehmen als „Bester Ausbildungsbetrieb im Bereich Elektroniker – Automatisierungstechnik“ ausgezeichnet worden. Im bundesweiten Vergleich sei F.EE bei einer Umfrage unter den 5000 größten Betrieben der Elektroindustrie auf Rang sechs gelandet.

Stärken noch besser platziert

Trotz steigender Anforderungen der Kunden könne man angesichts der erzielten Entergebnisse ins Schwärmen geraten, bilanzierte Hans Fleischmann im Hinblick auf die erledigten oder noch in der Produktion befindlichen Projekte.

Die speziellen Stärken der Abteilungen der Unternehmensgruppe könnten immer besser positioniert werden. Auch im Bereich der Software-Entwicklungen sie es gelungen, „ein gewaltiges Stück vom Kuchen abzubekommen“. Nicht unerwähnt ließ er die Auftragspakete der großen deutschen Automobilhersteller im In- und Ausland. Dazu zählten auch Projekte, die bereits für 2018 eine hervorragende Auslastung garantierten.

Hans Fleischmann schloss mit Worten des Dankes an viele Adressen, unter anderem auch den Party-Service Haberl, die Band Trixi & die Partylöwen und nicht zuletzt an die Mitarbeiter, die aus betrieblichen Gründen nicht teilnehmen konnten.

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