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Region Schwandorf
Mittwoch, 24. August 2016 28° 1

Polizei

Leberkäse wird auf Gift untersucht

Unter Hundebesitzern in Dachelhofen geht die Angst um: Sie fürchten, dass ein Bürger Giftköder auslegt – wie den zerstückelten Leberkäse.
Von Elisabeth Hirzinger

Hundehaufen sorgen derzeit für Ärger unter den Bürgern in Dachelhofen. Foto: dpa

Dachelhofen.Es begann mit einem anonymen Anruf bei der Polizei: Am 24. Juli hatte sich ein Mann gemeldet und sich darüber aufgeregt, dass viele Hundebesitzer beim Gassigehen die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde nicht entfernen. Er bezog sich auf den Ortsteil Dachelhofen, „im Bereich Alustraße, Libourne-Allee und Dachelhofer Straße“. In seiner Wut drohte er gegenüber dem Polizeibeamten sogar damit, Giftköder auszulegen, wenn sich die Situation nicht bessere.

Mit dieser Ankündigung hat der verärgerte Bürger die Hundehalter in Dachelhofen in Alarmbereitschaft versetzt. Die Angst war möglicherweise nicht unberechtigt. Ende August hat eine Hundebesitzerin „In der Flur“ neben dem Weg eine Tüte mit Leberkäse gefunden, der in Stücke geschnitten war. Sie vermutete, dass die Wurst vergiftet sei, und verständigte die Polizei.

Die Polizeibeamten nahmen den Vorfall ernst. Gleich am nächsten Tag nahm der stellvertretende Inspektionsleiter Kontakt zur Staatsanwaltschaft auf. Um „auf Nummer sicher zu gehen“, wurden daraufhin, laut Peter Badewitz, Teile der Wurst zur Rechtsmedizin gebracht. Bis das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, kann es allerdings noch dauern. „Frühestens in sechs bis acht Wochen“, schätzt der stellvertretende Inspektionsleiter, könne man sagen, ob es sich bei dem Leberkäse um einen Giftköder handelte oder nicht.

Bis dahin bleiben die Hundebesitzer in Dachelhofen wachsam. Viele von ihnen können die Verärgerung des anonymen Anrufers grundsätzlich nachvollziehen. Auch sie sehen entlang der Gehwege die Kothaufen liegen, die rücksichtslose Hundebesitzer zurückgelassen haben. Dass es unter den Hundebesitzern schwarze Schafe gibt, ist unbestritten. Das räumte auch ein Betroffener aus Dachelhofen ein, der sich in einem Leserbrief mit dem Drohanruf auseinandersetzte.

Fakt ist: Grünstreifen, Gehwege und Straßen sind überall im Stadtgebiet mit Hundehaufen gepflastert. Und das, obwohl allen Hundebesitzern bekannt ist, dass sie verpflichtet sind, den Dreck zu entfernen. Wer das ignoriert, muss im Übrigen mit einem Bußgeld rechnen. Darauf wies die Polizei nach dem Gespräch mit dem anonymen Anrufer in einer Pressemitteilung eigens hin.

Trotzdem: Nichts rechtfertigt aus Sicht der Hundebesitzer das Auslegen von Giftködern. Die Leidtragenden wären unschuldige Hunde, die, wenn sie den Köder fressen, möglicherweise qualvoll verenden würden, klagte auch der Leserbriefschreiber. Er wies auch darauf hin, dass es den Hundehaltern nicht leicht gemacht werde, die Kothaufen zu entsorgen. In Dachelhofen gebe es, vor allem entlang der „Gassigeh-Routen“, zu wenig Abfalleimer, so seine Kritik.

Die MZ hat diesen Vorwurf an die Stadt weitergeleitet, die daraufhin tätig wurde. Am 8. August hat der städtische Bauhof in der Libourne-Allee einen neuen Abfallbehälter aufgestellt, auf halbem Weg, auf Höhe der Einmündung Alustraße. „Durch die Positionierung“, teilt die Pressestelle der Stadt mit, könne gewährleistet werden, „dass Hundeführer die Tütchen nicht allzu weit tragen müssen, egal aus welcher Richtung sie kommen.“ Im Übrigen, so Pressesprecher Lothar Mulzer, sei dies nicht der einzige Abfallbehälter in Dachelhofen. Ein Abfalleimer steht in der Dachelhofer Straße im Kreuzungsbereich zur Libourne-Allee. Weitere Behältnisse gebe es im Ortskern, unter anderem am Parkplatz vor dem Friedhof, in der Dachelhofer Straße/Ecke Bäckerstraße, in der Dachelhofer Straße/Ecke Seidelbaststraße, in der Hallenbadstraße oder Am Schafacker.

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