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Region Schwandorf
Freitag, 24. November 2017 11° 3

Pädagogik

Lebkuchenherzen für Prager Freunde

Gymnasiasten aus Ortenburg besuchten die „Goldene Stadt“. Das Programm umfasste auch dunkle Seiten der Geschichte.

Die deutschen und die tschechischen Partner des Austauschprogramms wurden vom stellvertretenden Leiter Christopher Vickers in der Repräsentanz des Freistaates Bayern in Prag empfangen. Foto: glg

Oberviechtach. Schüler des Ortenburg-Gymnasiums hielten sich im Rahmen des Austauschs mit der Prager Obchodní Akademie zusammen mit den begleitenden Lehrkräfte Dr. Christine Paschen, Ulrich Wohlgemuth und Jan Patocka in der tschechischen Hauptstadt auf.

Bei der Begrüßung durch die neue Schulleiterin, Ing. Alena Kocourková, übergab Dr. Christine Paschen als Sprecherin der deutschen Gruppe passend zum Oktoberfest drei Lebkuchenherzen, deren Aufschriften „I mog di“, „Wiesen Gaudi“ und „O’zapft is“ sie humorvoll zum Schüleraustausch in Beziehung setzte.

Auf Attentat folgte Vergeltung

Außerdem wies sie darauf hin, dass trotz allen Spaßes bei den gemeinsamen Unternehmungen nicht zu vergessen sei, dass ein derartiges Projekt immer auch Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit und Verantwortung gegenüber der Zukunft bedeute.

Dies machten alle Beteiligten beim diesjährigen Programm deutlich, bei dem das Attentat auf den NS-Statthalter Reinhard Heydrich vor 75 Jahren und die darauf folgenden Vergeltungsaktionen der Nazis einen Schwerpunkt bildeten.

So besuchten sie am Mittwoch die nationale Gedenkstätte für die Heydrich-Attentäter in der Prager Kyrill-und-Method-Kirche, wo sich nach dem Attentat im Jahr 1942 das Versteck der Attentäter befand.

Nachdem die sieben Widerstandskämpfer verraten worden waren, konnten sie sich einige Stunden gegen Gestapo und SS-Einheiten verteidigen, bis die letzten Überlebenden Selbstmord begingen, um einem schlimmeren Schicksal zu entgehen.

Nationale Gedenkstätte besucht

Als Vergeltung für das Attentat kam es zu einer brutalen Verfolgungswelle, die zu Tausenden von Hinrichtungen und der planmäßigen Vernichtung der Orte Ležáky und Lidice führte.

Der Besuch der Gedenkstätte in Lidice mit einer Führung durch das Gelände am folgenden Tag löste tiefe Betroffenheit bei allen Teilnehmern aus. Deutsche und tschechische Schüler legten im Namen der beiden Schulen am Denkmal ein Blumengebinde nieder.

An den anderen Tagen standen traditionelle Ziele wie die Prager Altstadt und die Prager Burg auf dem Programm, wobei tschechische Schüler an markanten Punkten wie dem Altstädter Ring oder dem Ständetheater Kurzinformationen für die deutschen Partner vortrugen.

Dass trotz der ernsten Punkte die „Gaudi“ nicht zu kurz kam, zeigte sich am Freitag bei einem Ausflug auf den Aussichtsturm auf dem Petrin-Hügel und einem Gang durch das Spiegellabyrinth.

Nach dem in den Gastfamilien verbrachten Wochenende besuchten deutsche und tschechische Schüler die 2014 eröffnete Repräsentanz des Freistaats Bayern in Prag. Hier wurde die Gruppe vom stellvertretenden Leiter Christopher Vickers begrüßt und erhielt in einem zweisprachigen Vortrag Informationen zu bayerisch-tschechischen Wirtschafts- und Kulturbeziehungen. (glg)

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