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Region Schwandorf
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 3

Festakt

Mehr Platz für den Polizei-Nachwuchs

Innenminister Joachim Herrmann übergab Unterkunfts- sowie Lehr- und Verwaltungsgebäude an die Bereitschaftspolizei Nabburg.
Von Max Schmid

  • Leitender Baudirektor Henner Wasmuth (2. v. l.) übergab einen symbolischen Schlüssel für die drei neuen Gebäude an Minister Herrmann (2. v. r.), Polizeipräsident Wolfgang Sommer (r.) und Leitenden Polizeidirektor Josef Strobl (l.).Fotos: Schmid
  • Herrmann mit Polizeiführungskräften vor einem der neuen Gebäude
  • Leitender Polizeidirektor Josef Strobl
  • Das Bläserquintett der Jugendblaskapelle Nabburg unter Leitung von Sepp Weber

NABBURG. In Anwesenheit zahlreicher Politiker und Behördenvertreter übergab Leitender Baudirektor Henner Wasmuth einen symbolischen Schlüssel für die drei neuen Gebäude an Minister Herrmann, Polizeipräsident Wolfgang Sommer und Leitenden Polizeidirektor Josef Strobl, den Leiter der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung.

Herrmann zeigte sich froh über die schnelle Fertigstellung der Gebäude, die Erweiterung auf dem Fichtenbühl sei sowohl für die Polizei als auch für die Stadt Nabburg wichtig, der Standort sei damit gesichert. Herrmann verwies auf die großen Herausforderungen an die Polizei: Kriminalität und Terrorismus sowie die Cyber-Sicherheit, aber auch die anstehenden Pensionierungen starker Jahrgänge in den Dienststellen würden die Schaffung neuer Stellen nötig machen. Bereits jetzt habe die Bayerische Polizei mit rund 42 000 Stellen den höchsten Personalstand aller Zeiten.

Anwärter kommen in einem Jahr

2018 sei die Einstellung von 1700 neuen Polizisten geplant und bis 2020 sollen in jedem Jahr weitere 500 Stellen geschaffen werden. Nachdem die vorhandenen Ausbildungsplätze bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei in allen Abteilungen ausgelastet seien, müssen neue Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden, so wie dies in Nabburg der Fall ist. Bis zum Sommer 2018 soll die Unterkunft in Nabburg vorübergehend für die Fortbildung genutzt werden und ab September 2018 für die Ausbildung von Nachwuchsbeamten.

Der Minister informierte, dass laut „trendence-Schülerbarometer 2017“ die Polizei als Arbeitgeber in Deutschland sehr beliebt sei. Bei der Befragung von über 20 000 Schülerinnen und Schülern landete sie mit 15,5 Prozent auf dem ersten Platz.

Herrmann zollte allen am Bau Beteiligten seine Anerkennung. In nicht einmal einem Jahr seien die drei Gebäude fertiggestellt worden, in denen nun 168 Bettenplätze in Doppelzimmern sowie sieben Lehrsäle und 15 Büroräume genützt werden können.

Insgesamt biete der Standort Nabburg nun 577 Unterkunftsplätze sowie 102 Stammarbeitsplätze (66 Polizeibeamte und 36 Tarifbeschäftigte).

Die Entscheidung, in Nabburg auszubauen, sei auch eine strukturpolitische Entscheidung gewesen und eine wichtige Investition in die Sicherheit der Bürger. Die innere Sicherheit habe in Bayern traditionell einen sehr hohen Stellenwert, dennoch könne niemand hundertprozentige Sicherheit versprechen. Aber der Freistaat sei in der Tat erfolgreicher als andere, stellte Innenminister Herrmann unter Hinweis auf die Kriminalstatistik fest. In Bayern sei die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, viel geringer als anderswo. 2016 habe man die Aufklärungsquote auf 63,7 Prozent verbessern können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Täter gefasst werde, sei in keinem Bundesland so hoch, wie in Bayern.

Leitender Polizeidirektor Josef Strobl informierte, dass durch die drei Neubauten ab 2018 ein viertes Seminar installiert werden könne. Durch die Ausbildung werde sichergestellt, dass Polizeibeamte einen guten Dienst am Bürger leisten können.

Schärtl „stolz und hocherfreut“

Stolz und hocherfreut über die Erweiterung des Bereitschaftspolizei-Standortes in seiner Heimatstadt zeigte sich Bürgermeister Armin Schärtl. Am ehemaligen BGS-Standort gebe es nun eine hervorragende räumliche Versorgung für zukünftige Polizisten. Sie würden hier neben den gesetzlichen Grundlagen und der praktischen Ausbildung auch Persönlichkeits- und Menschenbildung erfahren. Schärtl dankte dem Freistaat Bayern für die Investitionen zum Ausbau des Standortes.

Polizeiseelsorger Diakon Martin Zenk und seine evangelische Kollegin Pfarrerin Heidi Gentzwein segneten die drei neuen Gebäude und ein großes Kreuz aus Holz und Edelstahl, das von der Vorzimmerdame von Josef Strobl, Anja Sippel, entworfen und von Beschäftigten der Unterkunft gefertigt worden war. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde übernahm das Bläserquintett der Jugendblaskapelle Nabburg unter Leitung von Sepp Weber.

Von der Bundespolizei übernommen

  • Geschichte:

    Seit 1998 hat der Freistaat Bayern mehr als 21 Millionen Euro in den Standort Nabburg investiert. 2016 hat der letzte Zug der Bundespolizei das Areal verlassen, die frei gewordenen Gebäude wurden ebenfalls saniert und von der Bereitschaftspolizei übernommen. Die Baukosten für die drei neuen Gebäude beliefen sich auf 8,6 Millionen Euro. Die Neubauten wurden als Stahl-Modulbauten errichten, alle nötigen Bauteile wurden innenliegend bereits mitgeliefert. Es wurden zwei dreigeschossige Unterkunftsgebäude und ein zweigeschossiges Lehr- und Verwaltungsgebäude errichtet.

  • Details:

    Damit stehen der Bereitschaftspolizei in Nabburg 4260 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Die Gebäude werden durch das ebenfalls neu errichtete Heizhaus im Holzpelletbetrieb mit Wärme und Warmwasser versorgt. Die Planungen und Ausschreibungen wurden durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach veranlasst. Der Auftrag an die Bauverwaltung erging am 4. Oktober 2016, der Baubeginn erfolgte im März 2017. (smx)

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