mz_logo

Region Schwandorf
Montag, 23. Oktober 2017 11° 7

Aktion

Mit Klingelbeutel zu den Mandatsträgern

Die KAB diskutierte mit MdB Marianne Schieder und Bürgermeisterkandidat Alexander Werner über die Bekämpfung der Altersarmut.

Die KAB-Vertreter mit MdB Marianne Schieder und Alexander Werner Foto: KAB

Schwandorf.Im Rahmen der „Klingelbeutelaktion“ will die KAB Diskussionsanstöße zum Thema Altersarmut geben. Der KAB-Kreisverbandsvorstand Schwandorf hat kürzlich in Wernberg mit einem Klingelbeutel ausgestattet MdB Marianne Schieder und den Bürgermeisterkandidaten Alexander Werner auf das Problem hingewiesen. „Wer heute 2000 Euro brutto im Monat verdient, ist nach 40 Arbeitsjahren im Alter auf Grundsicherung angewiesen“, sagte Diözesansekretärin Christa Mösbauer . Um einen Rentenentgeltpunkt zu erwirtschaften, also einen Durchschnittsverdienst vorweisen kann, dann müsse man derzeit ein Stundenlohn von 18,18 Euro erhalten. Dagegen stehe aber, dass in Deutschland 21 Prozent aller Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor arbeiten. Die KAB stelle die legitime Forderung auf, dass Menschen, die ein Leben lang arbeiteten, mehr verdient hätten als die Grundsicherung. Dieser Forderung schloss sich Marianne Schieder an. Das bewährte Umlagesystem der Rente müsse beibehalten und verbessert werden. Gleichzeitig sei in der Arbeitsmarktpolitik anzusetzen. „Wir müssen konsequent die Situation für die Menschen, die dem Niedriglohnbereich zugerechnet werden, verbessern“, sagte Schieder. Denn faire Löhne seien der beste Schlüssel, um Altersarmut zu verhindern. Der allen voran von der SPD durchgesetzte Mindestlohn sei ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen. Christa Mösbauer erläuterte das Rentenmodell der Katholischen Verbände, das sog. „Cappuccino-Modell“, das die KAB in die politische Debatte einbringt. Hierbei gehe es darum, eine gerechte Rente auf drei Säulen aufzubauen: Eine Sockelrente in Höhe von 515 Euro, eine paritätisch finanzierte Pflichtversicherung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sowie eine betriebliche Altersvorsorge zur Lebensstandardsicherung.

Das Rentenniveau auf 48 Prozent halten, stabile Beiträge sichern und beim Höchst-Renteneintrittsalter von 67 Jahren zu bleiben, unterstrich MdB Marianne Schieder. Statt einer Sockelrente forderte Schieder die Solidarrente. Diese bedeute, dass für Menschen, die 35 Jahre einbezahlt haben, künftig eine Rente eingeführt wird, die zehn Prozent über der Grundsicherung liegt. KAB-Kreisvorsitzender Franz Pointl sah einen erheblichen Schwachpunkt in der Leiharbeit und den befristeten Verträgen. Schieder sagte, es müsse endlich Schluss sein mit der sachgrundlosen Befristung: „Wir geben damit vor allem jungen Menschen die Sicherheit, eine Familie gründen zu können.“ Eine weitere SPD-Forderung sei die problemlose Möglichkeit einer Rückkehr von Teil- in Vollzeit. Insbesondere für Frauen würde damit eine angemessene Rente ermöglicht. Auch beim Thema Mütterrente war man sich einig. „Wir brauchen dringend den dritten Rentenpunkt, aber die dafür erforderlichen Mittel müssen aus Steuermitteln kommen!“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht