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Region Schwandorf
Donnerstag, 23. November 2017 4

Technik

Nittenauer Studentin gibt Vollgas

Tanja Brauner (21) baut zusammen mit über 70 anderen Studenten Rennfahrzeuge und gewinnt als Pilotin am Steuer weltweit Wettbewerbe.
von Bianca Hofmann

  • Tanja Brauner, Fahrerin für Formula Student Regensburg, präsentiert stolz das Elektroauto RP13e der Regenics.Foto: Hofmann
  • Tanja Brauner voll in Fahrt, beim Training mit dem E-Auto. Foto: Regenics

Regensburg/Nittenau.Das Formula Student Team Regensburg ist gerade erst aus Barcelona, Spanien, zurückgekommen. Dort hat das Elektroauto RP13e den fünften Platz für den Verein Regenics gemacht. Das Verbrennungsfahrzeug RP13c der Dynamics schaffte es sogar auf Rang drei.

Tanja Brauner aus Nittenau studiert an der Technischen Hochschule in Regensburg Maschinenbau im 5. Semester. Die 21-Jährige leitet das Team Fahrwerk bei den beiden Rennvereinen Regenics und Dynamics. Außerdem ist sie die einzige Frau im Fahrerlager der Formula Student Regensburg.

„Nur das Team zählt“

Eigentlich hätte Brauner in Barcelona an den Start gehen sollen, die Flugtickets waren bereits gebucht, aber kurzfristig kam leider eine familiäre Angelegenheit dazwischen. Die junge Fahrerin bedauert zwar, dass sie in Spanien nicht dabei sein konnte, trotzdem freut sie sich über die gute Platzierung der Regensburger: „Nur das Team zählt.“

Im August war die Nittenauerin dafür beim Rennen in Hockenheim dabei. Sie und der zweite Fahrer Thomas König holten für das Team Dynamics mit dem Verbrennungsfahrzeug den ersten Platz. Besonders in der Disziplin „Skid Pad“, bei der eine liegende Acht gefahren werden musste, war für die Regensburger Nervenkitzel angesagt. Die Strecke war feucht, die Reifen kalt, also kein Grip mehr vorhanden. Tanja Brauner stieg in den RP13c und konnte eine gute Zeit vorlegen. Allerdings wurde sie vom Team Esslingen um wenige Hundertstelsekunden geschlagen. König übertrumpfte die Esslinger im zweiten Durchgang wiederum knapp um ein paar Hundertstelsekunden, aber diese machten den Sieg der Regensburger aus.

Brauner erzählt: „Ich stand oben beim Team. Wir haben geschrien und gejubelt.“ Dann sei sie runtergelaufen, um Thomas zu umarmen. Der habe nur noch gezittert. Die 21-Jährige lacht: „Thomas hat den Moment verpasst, mit dem Team gemeinsam unseren Sieg zu feiern. Er war zur richtigen Zeit am falschen Ort.“

Faszination Motorsport

Die Nittenauerin hatte von Anfang an die besten Voraussetzungen für die Dynamics und Regenics zu fahren. Brauner sammelte ihre ersten Rennerfahrungen beim Automobilslalom in Nittenau und beim Rallyefahren mit ihrem Fahrschullehrer Gert Weinzierl.

Autos faszinierten die Maschinenbaustudentin schon lange. Sie störte sich immer daran, dass sich andere über Fahrzeuge unterhielten und sie keine Ahnung hatte, worüber geredet wurde. Einer der Gründe, warum Brauner beschloss, bei BMW eine Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife (DBFH) zu machen. Danach begann sie, an der Fachhochschule Regensburg Maschinenbau zu studieren und stieg bei Formula Student ein.

In der vergangenen Saison ging die Nittenauerin zum ersten mal für die Regensburger Hochschule an den Start. Die von den Studenten gebauten Rennwagen sind Prototypen, die innerhalb von 3,5 Sekunden von null auf hundert beschleunigen können. Kein Grund für Tanja Brauner Angst zu haben.

„Es gelten sehr strenge Sicherheitsvorschriften. Die sind zwar manchmal nervig, aber notwendig.“, erklärt Brauner. 2010 war ein Teamkollege von Brauner mit dem Verbrennerfahrzeug auf der Hockenheimer Rennstrecke gerade dabei, eine super Platzierung zu erreichen, als eine Stichflamme aus dem hinteren Teil des Wagens schoss. Dem Fahrer ist wegen seines feuerfesten Anzuges und des abnehmbaren Lenkrads, das es möglich macht, innerhalb von fünf Sekunden aus dem Auto herauszukommen, nichts passiert.

Brauner sagt, sie habe keine Angst, dass der Rennwagen einmal in Flammen aufgehe, eher davor, das Auto kaputt zu fahren. „Die Arbeit von 70 bis 80 Studenten ist dann vernichtet!“

Zurzeit ist die Nittenauerin während ihres Praxissemesters wieder bei BMW in München und beschäftigt sich mit Automatikgetrieben. Ihre Praxiserfahrung mit Fahrzeugtechnik, die Brauner bei Formula Student sammeln konnte, hilft ihr bei BMW jeden Tag. Obwohl jeder, der bei dem Konstruktionswettbewerb mitmacht, in der Regel ein Semester länger studiert, überwiegen für sie die Vorteile.

Ein eigenes kleines Unternehmen

Die Maschinenbaustudentin erläutert, Formula Student sei wie ein eigenes kleines Unternehmen. Die Teilnehmer lernen zum Beispiel einiges über Projektmanagement, sammeln Praxiserfahrung und knüpfen erste Kontakte zu Unternehmen. Aber der Konstruktionswettbewerb ist nicht nur interessant für Maschinenbaustudenten. Bei Formula Student werden Studierende aller Fachrichtungen gebraucht. Vom Informatiker bis zum Betriebswirtschaftler kann jeder sein Wissen einbringen.

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