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Region Schwandorf
Samstag, 23. September 2017 20° 3

Infrastruktur

ÖPNV: Die Bürger können mitsteuern

Der Landkreis will die Mobilität verbessern. Nach einer Fragebogenaktion sind jetzt fünf öffentliche Gesprächsforen geplant.
Von Hubert Heinzl

In den vergangenen Monaten hat es einige Verbesserungen beim ÖPNV im Landkreis gegeben, aber es ist noch Luft nach oben. Gelegenheit zur Diskussion gibt es bei fünf Bürgerforen, zu denen der Landkreis Schwandorf einlädt. Eine Veranstaltung findet auch in Schwandorf statt. Foto: Archiv

Schwandorf. Der Aufwand war beträchtlich: Am 20. Juni startete die Regionalbus Ostbayern GmbH im Auftrag des Landkreises Schwandorf eine groß angelegte Fragebogenaktion, um die Mobilität in der Region weiter zu verbessern. Alle Haushalte im Landkreis wurden angeschrieben, und auch Online konnten die Bürgerinnen und Bürger melden, wo sie beim Thema Verkehrsinfrastruktur der Schuh drückt.

Diskussion geht in zweite Runde

Inzwischen ist die Auswertung der auf zwei Wochen angelegten Umfrage abgeschlossen, und die Diskussion geht in die zweite Runde: Beginnend in Schönsee, hält der Landkreis im September fünf Foren ab, bei denen die Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen im Zusammenhang mit dem ÖPNV vorbringen können. Neben weiteren Veranstaltungen in Pfreimd, Schwarzhofen und Maxhütte-Haidhof ist auch eine öffentliche Veranstaltung in Schwandorf vorgesehen – am Dienstag, 26. September, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamts an der Wackersdorfer Straße.

Die Abläufe bei den einzelnen Foren sind jeweils identisch. In einem kurzen Vortrag werden zunächst „die wichtigsten Informationen zum Mobilitätskonzept sowie die bisherigen Ergebnisse präsentiert“, wie es in einer aktuellen Mitteilung aus dem Landratsamt heißt. Im Anschluss daran könne jede Bürgerin und jeder Bürger ihre bzw. seine Anliegen und Bedürfnisse vorbringen. „So können die Landkreisbewohner nochmals wichtige Hinweise für ein bürgernahes Mobilitätskonzept einbringen und zu einer Verbesserung des ÖPNV-Angebots beitragen. Zusammen mit der Analyse der bestehenden ÖPNV-Struktur und den Ergebnissen der Fragebogen-Aktion bilden die Bürgerforen die Grundlage für das Mobilitätskonzept im Landkreis Schwandorf“, so die Presseerklärung abschließend.

Das Thema ÖPNV beschäftigt den Landkreis Schwandorf seit Jahren, doch der Teufel steckt im Detail. Nicht immer bringen gut gemeinte Verbesserungsvorschläge auch wirklich den gewünschten Effekt. Das Projekt „Rufbus“ etwa wurde wegen der geringen Resonanz bei ausufernden Kosten wieder gekippt. Und im Raum Schönsee, berichtet Bürgermeisterin Birgit Höcherl, sei das Bürgerbusnetz auf allgemeinen Wunsch auf den Markt Eslarn im Nachbarlandkreis Neustadt/Waldnaab ausgedehnt worden. Nach einer Probephase wurde aber auch hier der von ehrenamtlichen Fahrern getragene Betrieb eingestellt – die Nutzung durch die Bürgerinnen und Bürger entsprach nicht den Erwartungen. Mit Spekulationen über das Umfrageergebnis hält sich die Bürgermeisterin zurück, geht aber davon aus, dass die Menschen im Schönseer Land vor allem an einer schnellen und flexiblen Verbindung nach Oberviechtach, Nabburg und von dort via Schiene in die Oberzentren Weiden oder Regensburg interessiert sind. Doch in Stein gemeißelt ist das nicht: „Ich bin wirklich gespannt auf das Ergebnis“, so Höcherl.

Gesucht: ein flexibles Angebot

Schwarzhofens Bürgermeister Maximilian Beer erhofft sich von den Experten „eine Antwort auf die geänderte demografische Struktur und auf das Bedürfnis der Leute nach einem möglichst flexiblen Angebot“, wie er es gegenüber der MZ formuliert. Dabei gehe es nicht nur um die Verbindung von den Hauptorten wie Schwarzhofen in die größeren Zentren (Neunburg v. Wald), sondern auch um die Frage, „wie einer vom Dorf nach Schwarzhofen kommt“. Das Thema betreffe nicht nur Senioren, sondern auch Familien mit Kindern, „die sich nicht immer zwei Autos leisten können“. Die Kosten müssten dabei im Rahmen bleiben, dürften aber nicht den Ausschlag geben. Beer: „Wenn man nur den Denkansatz hat, was rentiert sich, dann muss man den ländlichen Raum zusperren.“

Die Termine der Bürgerforen: Dienstag, 12. September, 18 Uhr, in Schönsee, Medienraum der Grundschule; Mittwoch, 13. September, 18 Uhr, in Pfreimd, Bürgersaal; Dienstag, 19. September, 18 Uhr, in Schwarzhofen, Aula der Dr.-von-Ringseis-Schule; Donnerstag, 21. September, 18 Uhr, in Maxhütte-Haidhof, Mehrgenerationenhaus; Dienstag, 26. September, 18 Uhr, in Schwandorf; Sitzungssaal Landratsamt.

Stimmen aus der Politik

  • Birgit Höcherl, Bürgermeisterin von Schönsee:

    Wir haben einen funktionierenden Bürgerbus, der von älteren Menschen sehr gerne genutzt wird. Ein Manko für die Bürgerinnen und Bürger hier ist die schlechte Verbindung Richtung Weiden zu den Fachärzten. Auch die Anbindung an die Bahn über Oberviechtach und Nabburg ist ausbaufähig.

  • Maximilian Beer, Bürgermeister von Schwarzhofen:

    Bei unserem Bürgerbus sinkt tendenziell die Nachfrage, aber es gibt weiter einen Kern von Menschen, die dringend auf ihn angewiesen sind. Ich erhoffe mir von den Experten Antworten auf die geänderte demografische Situation und auf den Wunsch der

  • Bürger nach einem flexiblen Angebot.

  • Arnold Kimmerl, stellvertretender Landrat aus Pfreimd:

    Bei uns fehlt es vor allem an Zubringern von den Ortsteilen in die Stadt oder umgekehrt, etwa nach Trausnitz. Bei der Bahnanbindung hapert es eher Richtung Amberg und Nürnberg. Und nicht alle Bahnhöfe entlang der Naab sind schon barrierefrei ausgebaut wie der Bahnhof Pfreimd.

  • Franz Brunner, 2. Bürgermeister von Maxhütte-Haidhof:

    Bei den Bürgern an erster Stelle steht nach meiner Einschätzung eine bessere Bahnverbindung Richtung Regensburg und auch

  • nach Schwandorf. Dazu müsste man alte Haltestellen wie in Ponholz wieder reaktivieren, so dass das wie bei einer S-Bahn läuft. Der Bedarf ist gegeben.

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