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Region Schwandorf
Montag, 18. Dezember 2017 3

Karneval

„Ohne Fasching geht es nicht“

Die Prinzengarde der FG Allotria fiebert dem Inthronisationsball am 11.11. entgegen. Seit dem Frühjahr trainieren sie eifrig.
Von Renate Ahrens

Der Gardetanz sitzt bereits schon perfekt – und die Vorfreude auf den Fasching ist groß.Foto: Ahrens

NITTENAU.Noch ist es nur eine Probe, doch bereits da soll alles perfekt sein: Eifrig schnüren sich die 14 Gardemädchen die Stiefel, machen Dehnübungen und flechten sich fröhlich unterhaltend gegenseitig die Haare zu Zöpfen. Groß ist die Vorfreude, nur noch wenige Wochen Vorbereitungszeit hat die Faschingsgesellschaft Allotria und endlich beginnt wieder die fünfte Jahreszeit in Nittenau. Am 11. November werden die Gardemädchen in ihren feschen Kostümen ihren ersten Auftritt dieser Saison haben, denn dann wird das neue Prinzenpaar feierlich inthronisiert – traditionell ein großes Ereignis in der Regentalstadt.

Der Spaß ist das Wichtigste

Die Trainerin ruft: „Alle aufstellen“, und jedes Mädchen nimmt eifrig ihre Position ein. Foto: Ahrens

Bis dahin muss auch der Gardetanz sitzen. Aufgeregt sind alle, doch der Spaß ist das Wichtigste, das ist allen deutlich anzumerken. Ob wohl auch dieses Mal die eine oder andere Panne vorkommt? Die Mädels lachen hellauf. „Ganz bestimmt“, kichern sie. „Letztes Jahr war ich die Pannenkönigin“, erklärt Bianca. Immer wieder seien ihr kleine Missgeschicke auf der Bühne passiert, sie sei ausgerutscht und während des Tanzens wäre ihr sogar schlecht geworden. „Einmal ist mein Kostüm auf der Rückseite komplett aufgerissen. Ich habe einfach weitergemacht“, sagt Bianca und winkt lachend ab. Alle nicken, jede kennt das Gefühl, einen falschen Schritt gemacht zu haben – doch Aufgeben kommt gar nicht in Frage. Wichtig sei es, sich gegenseitig zu unterstützen, und das tun die Mädels.

Alles ist gut einstudiert. Foto: Ahrens

Auch die fünf Neuen sind begeistert. Eine davon ist Madlen. Sie hat die Gardemädchen schon öfter bei ihren Auftritten bewundert, wie sie erzählt, und sich entschlossen, heuer an einem Probetraining teilzunehmen. Schon das sei lustig gewesen. Großen Spaß mache die Gemeinschaft und das Tanzen, beteuert sie. „Der Zusammenhalt unter uns ist großartig“, so die Medizinische Fachangestellte. Natürlich seien die vielen Auftritte neben der Arbeit zeitintensiv, aber sie freue sich sehr darauf.

Lesen Sie auch ein Interview mit der Gardeministerin der Nittenauer FG Allortia, Teresa Seebauer.

„Jedes Wochenende haben wir in der Faschingszeit Termine, man kann uns ja buchen.“ Oft darf man die feschen Mädels dann bewundern, ob in einer Disco in Cham, beim Kinderfasching in Mauth, und natürlich bei vielen Auftritten in und um Nittenau. Aber auch ehrenamtlich engagieren sie sich, treten unter anderem in Altenheimen und Behinderteneinrichtungen auf. Dort freut man sich besonders auf sie.

Unter den Tänzerinnen sind schon viele Freundschaften entstanden. Foto: Ahrens

Ein Bewohner in Reichenbach sei ein großer Fan der Gardemädchen, berichtet Allotria-Präsident Josef Süß. „Er kürt sich selbst zum Faschingsprinzen, erwählt eine Prinzessin und hält eine Rede“, erzählt er lachend. Natürlich bekäme das Reichenbacher Prinzenpaar jedes Mal einen Faschingsorden von Süß überreicht. Bei den Gardemädchen sind inzwischen alle Stiefel geschnürt und alle Zöpfe geflochten und das Training kann beginnen.

Jedes Jahr werde ein neuer Gardetanz einstudiert, sagt Katrin Nerl, zusammen mit Tamara Braun, ihrer Leiterin und Choreografin. Die 30-jährige ist seit 16 Jahren Mitglied der Faschingsgesellschaft. Sehr zufrieden sei sie mit dem Verlauf bisher. „Wir müssen nur noch Kleinigkeiten verfeinern“, sagt sie.

Ein wenig Sport müsse man schon machen, auch neben dem Training, sagen die Mädchen. Foto: Ahrens

Bald würde die Gruppe zudem mit der Einübung des Showtanzes beginnen, der traditionell unter anderem beim großen Hofball am Faschingssamstag vorgeführt wird. Dabei werden außer den Damen junge Männer mittanzen. Auch bei der heutigen Probe der Mädels sind drei Elferratsburschen gekommen und sehen zu. Daniel Fleischmann kann es kaum erwarten, bis die Saison endlich startet. Ohne Fasching geht es nicht“, sagt er begeistert.

Im Training sitzt jeder Schritt

Ein besonderes Highlight, so erzählen alle, wird das Ostbayerische Faschingstreffen in Sulzbach-Rosenberg sein, an dem neben der Allotria insgesamt 25 Gruppen teilnehmen. „Es ist immer interessant, was die anderen Mädchen so können“, sagen sie und stellen sich zu ihrer Formation auf. Fetzige Musik startet und alle setzen mit Feuereifer mit dem Tanz ein. Fehlerlos geht er über die Bühne, besser gesagt, über die Halle im Probenraum in der Fischbacher Straße – auch bei Bianca, der Pannenkönigin des vergangenen Jahres sitzt jeder Schritt perfekt. Seit Mai proben sie nun, noch intensiver seit Juli. Ihre Kostüme, die gerade vorbereitet werden, dürfen die Mädchen erstmals wieder am 11. November anziehen.

Wer zu spät kommt, dem wird geholfen: Alle Mädchen halten gut zusammen. Foto: Ahrens

Darauf fiebern alle hin. Gespannt sind alle außerdem auf die Kostüme für den Showtanz – diese werden nämlich jedes Jahr neu von der Hofschneiderin genäht. Verraten wird jedoch nichts darüber, alles ist streng geheim. Auch das neue Prinzenpaar wird erst am 11. November im Gasthof Pirzer bekanntgegeben. Die Spannung steigt, und jeder fragt sich, wer es wohl heuer sein wird. Doch noch ist es nicht soweit. Die Trainerin ruft erneut: „Alle aufstellen“, und jedes Mädchen nimmt eifrig ihre Position ein.

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