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Schwandorf - Nachrichten
Mittwoch, 5. August 2015 30° 3

Überflutung

Pegel erreichen neue Höchststände

Im Landkreis sind Naab und Regen über die Ufer getreten. Der Scheitelpunkt des Hochwassers wird für die Nacht erwartet.

  • Der Pegel in Münchshofen maß am Freitagmittag noch knapp drei Meter, in der Nacht wurden 3,75 Meter erwartet.
  • Zwischen Bubach und Münchshofen stieg der Wasserpegel konstant an.
  • Zwischen Bubach und Münchshofen stieg der Wasserpegel konstant an.

Landkreis.Durch die Regenfälle der vergangenen Tage und die Schneeschmelze sind die Pegel an Naab, Regen und ihren Nebenflüssen deutlich angestiegen. So erreichte der Wasserstand in Unterköblitz am Freitagabend einen historischen Höchststand von 3,86 Metern. An der Schwarzach bei Warnbach wurden 3,07 Meter gemessen – der höchste Stand seit 1997. An Schwarzach, Pfreimd und Naab wurde deshalb vom Wasserwirtschaftsamt teilweise Meldestufe vier ausgelöst – dann sind auch bebaute Gebiete in größerem Umfang vom Hochwasser betroffen.

Aufgrund des Hochwassers mussten vor allem in Nittenau und im Städtedreieck Straßen gesperrt werden. In der Stadt Nittenau erreichten die Fluten des Regens die Innenstadt. Im Schwandorfer Stadtgebiet war am Freitagabend vor allem der Bereich von Bubach Richtung Münchshofen stark betroffen. In Schwarzenfeld erreichte die Naab am Abend im Ortsteil Badeanger die ersten Häuser.

Aufgrund des Hochwassers wurden die Feuerwehren im gesamten Landkreis Schwandorf in Alarmbereitschaft versetzt. Schon am Nachmittag waren alle Führungskräfte der Feuerwehrstationen im Landkreis vorgewarnt. Eine zentrale Einsatzleitung hielten die Einsatzkräfte laut Franz Pfeffer, Pressesprecher im Landratsamt, aber nicht für erforderlich.

In Schwandorf gingen die Verantwortlichen zunächst davon aus, dass Meldestufe drei nicht überschritten werde. Man erwartete eine ähnliche Hochwasserlage wie in den Jahren 1995 und 2003, griff aber dennoch zu Vorsorgemaßnahmen. Mitarbeiter des Schwandorfer Bauhofs schlossen am Freitag Klappen im Kanalsystem und sperrten überflutete Bereiche ab. Außerdem bereiteten sie Straßenschilder vor und stellten Absicherungen vor überschwemmten Flurbereinigungswegen auf. „Das aktuelle Hochwasser betrifft alle Schwandorfer Stadtteile, die an der Naab liegen, also Fronberg, Krondorf, Ettmannsdorf, Dachelhofen, Büchelkühn und Klardorf“, so Pressesprecher Lothar Mulzer. Auch eine Anlaufstelle für Notfälle hat die Stadt vorsorglich eingerichtet. Die Telefonnummer soll den Bürgern allerdings nicht als Info-Hotline dienen, sondern nur in wichtigen Fällen angerufen werden. Informationen zum Hochwasserstand können im Internet eingesehen werden.

Bis in die Abendstunden hinein stiegen die Pegel von Naab, Pfreimd und Schwarzach weiter an und setzten bereits gegen 18 Uhr Teile der Marktgemeinde Schwarzenfeld unter Wasser. „Wie sich die Lage hier weiter entwickelt, können wir noch nicht einschätzen“, sagte Kreisbrandrat Robert Heinfling auf MZ-Anfrage. Der Scheitelpunkt des Hochwassers werde zwischen 22 und 2 Uhr erwartet. Im schlimmsten Fall müssten weiträumig Straßen abgesperrt und Abdichtungen vorgenommen werden. „An der Naab-Achse liegen aktuell pro Feuerwehrstation drei- bis fünfhundert Sandsäcke bereit“, so Heinfling. Zahlreiche Sandsäcke seien bereits gefüllt. Und das THW hat für den Landkreis zusätzlich 2000 bis 3000 Säcke auf Bereitschaft hinterlegt.

In Schwandorf werden am Wochenende vier Mitarbeiter des Bauhofs im Einsatz sein und die Lage im Blick behalten. Im Einzugsgebiet der Naab sollen nach Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes in Bayern die Pegel weiter steigen. Frühestens ab Samstagnachmittag rechnet das Wasserwirtschaftsamt Weiden mit einer Entspannung.

Am Freitag waren bereits Straßen in Teublitzer Stadtteilen überflutet, auch in Burglengenfeld wurde die Lage als kritisch eingestuft. In Neunburg war die Hochwasserlage an der Schwarzach noch relativ entspannt. Dagegen mussten in Schwarzhofen und den Gemeindeteilen Meischendorf und Altenhammer einige Straßen bereits gesperrt werden. Die große Welle konnte durch den Eixendorfer Stausee gebremst werden.

Aktuelle Informationen zum Wasserstand gibt es auf der Internetseite des Wasserwirtschaftsamts www.hnd.bayern.de

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