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Region Schwandorf
Dienstag, 20. Februar 2018 5

Ausblick

Projekte von der Halle bis zur Krippe

Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter hat in diesem Jahr einiges vor. Ein Schwerpunkt ist das Thema Kinderbetreuung.
Von Hubert Heinzl

Viele Projekte stehen in Wackersdorf heuer im Fokus. Foto: Zwick

Ein Bürgermeister kümmert sich um die Wirtschaft

Noch immer hat die Gemeinde Wackersdorf mehr Arbeitsplätze (5520) als Einwohner (5211). Kein Wunder also, dass Bürgermeister Thomas Falter nach eigenen Angaben einen Großteil seiner Zeit als Kümmerer für die Betriebe unterwegs ist: „Wirtschaftspolitik ist Chefsache“, lautet Falters Credo. Und der Erfolg gibt ihm recht. Sein neuester Coup: Am Mittwoch, 24. Januar, steht der Bauantrag der Firma Welco auf der Tagesordnung.

Laser-Spezialist Arges erweitert seine Produktionsflächen. Foto: Ippisch

Der Spezialist für Oberflächenveredelung zieht von Bruck nach Wackersdorf. 110 Beschäftigte sollen in Bälde auf zwei Hektar an der Ottostraße die Arbeit aufnehmen. Vollzug dürften 2018 auch Laser-Spezialist Arges (Verdopplung der Produktionsflächen) und die Firma Maschek melden, die heuer in Alberndorf ihr Škoda- und Seat-Autohaus errichten will.

Aber auch in Wackersdorf sind die Ressourcen endlich. An der Ottostraße stehen noch genau 80 000 Quadratmeter Gewerbefläche zur Verfügung, die aber nur in Portionen von mindestens einem halben Hektar abgegeben werden.

„Momentan werden aber vor allem Flächen für Kleingewerbe gesucht. Doch die kann ich aktuell nicht bedienen.“

Bürgermeister Thomas Falter

Das Problem: „Momentan werden aber vor allem Flächen für Kleingewerbe gesucht, 1000, vielleicht 2000 Quadratmeter. Doch die kann ich aktuell nicht bedienen“, wie Falter einräumt. Das Interkommunale Gewerbegebiet könnte da eine Option sein. Auch für eine irgendwann denkbare Erweiterung des Innovationsparks will sich nach den Worten des Bürgermeisters die Gemeinde wappnen. Eine 42 Hektar große Fläche im Südosten des Areals, Richtung Altenschwand, soll einmal als Industriegebiet ausgewiesen werden. Zur Zeit läuft die Auslegung für den Flächennutzungsplan.

Wo gearbeitet wird, steigt der Bedarf an Wohnraum

Bürgermeister Thomas Falter hat in diesem Jahr einiges vor. Foto: Heinzl

Wo es viele hochwertige Arbeitsplätze gibt, steigt auch der Bedarf an attraktivem Wohnraum. Nach anfangs eher schleppender Vermarktung erweisen sich die Baugebiete an der Bundesstraße B 85 inzwischen als Renner. Von Bauabschnitt zwei ist gerade noch eine Parzelle zu haben – deshalb will die Gemeinde im dritten Abschnitt des Baugebiets Wackersdorf-Süd weitere 44 Parzellen zur Verfügung stellen. Ob man selbst erschließt oder sich eines Bauträgers bedient, ist laut Falter noch nicht klar.

„Es gibt schon jetzt sehr, sehr viele Anfragen für die Parzellen im neuen Baugebiet in Wackersdorf-Süd.“

Bürgermeister Thomas Falter

Fest steht für ihn: „Wir wollen in dem Verfahren den Hut aufhaben“. Und: „Es gibt schon jetzt sehr, sehr viele Anfragen“, so der Bürgermeister. Noch heuer soll mit der Erschließung begonnen werden, deren Kosten auf rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt sind, zuzüglich 420 000 Euro für eine Verbindungsstraße. Die Größe der Parzellen liegt im Schnitt bei 600 bis 650 Quadratmetern. Bei der Vergabe ist an einen festen „Schlüssel“ zwischen Ortsansässigen und „Auswärtigen“ gedacht, um auf jeden Fall den heimischen Bedarf zu decken.

Immer mehr Kinder: Betreuungsplätze müssen her

Sechs Kindergarten- und vier Kindergruppen sind in der Gemeinde eingerichtet – doch der Bedarf nimmt weiter zu. Bis zum Kindergartenjahr 2019/20 soll es je eine weitere Kindergarten- und Krippengruppe geben, unklar ist bisher nur, wo. Noch laufen die Standortuntersuchungen für einen Neubau, der rund 1,7 Millionen Euro kosten dürfte. Die Frage, wo gebaut wird, hängt von einer weiteren Entwicklung ab, die die Betreuung an der Schule betrifft. Noch vor Jahren machte sich die Regierung der Oberpfalz Sorgen über die Zukunft des Schulstandorts Wackersdorf, was unter anderem zur Ansiedlung der Wirtschaftsschule in der Industriegemeinde führte.

Das Thema Kinderbetreuung ist nach wie vor aktuell: Jeweils eine zusätzliche Kindergarten- und Krippengruppe sind geplant. Foto: Ippisch

Doch jetzt platzt das Grundschulgebäude aus allen Nähten. „Der Bedarf für die offene Ganztagsbetreuung steigt enorm, weil wir mehr Kinder und längere Buchungszeiten haben“, sagt Bürgermeister Falter. Eine mögliche Lösung wäre ein Neubau auf dem Gelände des Alten Schulhauses, das inzwischen ja abgerissen wurde, möglicherweise auch eine Kombi-Lösung aus Schülerbetreuung, Kindergarten und Krippe. Aber auch ein Anbau ist denkbar. Die Planung soll 2018 über die Bühne gehen.

Weichen stellen für eine neue Multifunktionshalle

Größtes Projekt in der Gemeinde mit einem geschätzten Kostenvolumen von acht Millionen Euro ist die geplante neue Multifunktionshalle. Mit dem Bau soll erst im kommenden Jahr begonnen werden, doch entscheidende Weichen werden schon 2018 gestellt. Nachdem der Gemeinderat im vergangenen Jahr den Bolzplatz an der Fabrikstraße als Standort beschlossen hat, geht es jetzt um die Ausführung.

Die Wackersdorfer Sporthalle soll durch eine zusätzliche Multifunktionshalle ergänzt werden. Foto: Ippisch

Eine Jury aus den Bürgermeistern, Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung wird im Rahmen eines Architektenwettbewerbs aus fünf Vorschlägen den Entwurf der Wahl bestimmen. „Bis Ende April könnte die Entscheidung fallen“, schätzt Bürgermeister Falter. Die geplante neue Halle soll die Sporthalle ergänzen, die für andere Veranstaltungen nur begrenzte Zeit und mit Ausnahmegenehmigung zur Verfügung steht. Geplant ist eine Zweifachhalle für bis zu 600 Besucher, die auch für Sportarten wie Tischtennis oder Taekwondo zur Verfügung steht. Die Einweihung ist für 2020 angesetzt.

Der Recyclinghof bringt für die Bürger Erleichterungen

Keine Gemeinde ohne Infrastruktur: Neben dem Straßenausbauprogramm steht 2018 vor allem der Recyclinghof im Blickpunkt, der heuer oberhalb des Bauhofs für 600 000 Euro neu errichtet werden soll. Für die Bürger besonders wichtig: Die Container werden abgesenkt, die Grüngutannahme ab sofort für ein Jahr zum Nulltarif möglich. Beim schnellen Internet bleibt nur noch eine Lücke von einem Prozent an unterversorgten Haushalten. Für die geplante Umgehungsstraße läuft der Grunderwerb langsam, aber stetig. Falter hofft, dieses Thema noch im ersten Halbjahr abzuschließen.

Nahversorgung bleibt wichtige Aufgabe

Lebensmittler Edeka will am jetzigen Standort erweitern. Foto: Ippisch

Lebensmittler Edeka hat sich klar zum Standort Wackersdorf bekannt und will die Verkaufsfläche von derzeit 875 Quadratmetern deutlich ausweiten. Ein Bauantrag dafür ist zwar noch nicht eingereicht, Bürgermeister Falter geht jedoch von einem Baubeginn schon im kommenden Jahr aus. Als wichtiges Ziel sieht es Falter außerdem, die Zahl von drei Arztsitzen zu erhalten. Zukunftsmusik ist dagegen noch ein Zentrum mit Geschäften und Dienstleistungsbetrieben, das ihm ebenfalls vorschwebt.

Lesen Sie auch unseren Jahresrückblick 2017 für die Gemeinde Wackersdorf.

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