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Region Schwandorf
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Energie

Rathaus will Untersuchung abwarten

Der Thansteiner Gemeinderat fand nach erstem Gegenwind einen Kompromiss in Sachen Windenergieplanung.
Von Ralf Gohlke

Als gelungenes Beispiel zu Ansiedlung von Windkraft gilt die Anlage in Penting. So dicht möchten es zum Beispiel die Dautersdorfer aber nicht. Foto: Probst

Thanstein.Der Sachstandsbericht zum Planungsstand für Windkraftanlagen in der Gemeinde Thanstein stand erst an letzter Stelle auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung am Donnerstag. Beim Grundsatzbeschluss für die Planung zweier Anlagen in der vorausgegangenen Sitzung, stand der Gemeinderat noch geschlossen dahinter. Jetzt verkündete 3. Bürgermeister Josef Mösbauer, er sei in Dautersdorf dafür „massiv angegangen“ worden, weshalb er nicht erneut positiv stimmen würde. „So lasse ich mich nicht mehr herrichten“, sagte er.

Dass es infolge der Berichterstattung einiges an „Gegenwind“ gegeben hatte, bestätigte auch Bürgermeister Walter Schauer. Als Beispiel nannte er zwei Leserbriefe in den Tageszeitungen aber auch persönliche Interventionen, die ihn eigentlich verwundert hätten. Allerdings sei auch jemand bei ihm gewesen, der über Gebäuderisse durch Windrad-Infraschall berichtete, andererseits aber die Atomenergie als „natürlich und daher harmlos“, bezeichnet habe.

In dem Fall seien Diskussionen eher wenig hilfreich, meinte er. Schauer erinnerte noch einmal daran, dass die Gemeinde seit rund zehn Jahren bemüht sei, Flächen für Windkraftstandorte aus Schutzgebieten herauszulösen. Die Chance habe sich nun dadurch ergeben, dass sich der regionale Planungsverband aus dem Thema ausgeklinkt und die Verantwortung an die Gemeinden zurückgegeben habe.

Zudem unterstrich er noch einmal seine Haltung, dass jeder einen Beitrag leisten müsse, um die Energiewende zu schaffen. Darin unterstützten ihn auch die Gemeinderäte Josef Reitinger und Michael Maier. Reitinger vertrat die These, wenn Elektroautos mit Kohlestrom betrieben werden müssten, könnte man gleich bei Benzin oder Diesel bleiben. Maier meinte, ein Windrad sei in jedem Fall noch besser als ein Atomendlager.

Der Bürgermeister sprach sich grundsätzlich für eine sachliche Diskussion aus, jeder könne seine Meinung dazu äußern. Allerdings würden keine Beschimpfungen oder gar Diffamierungen geduldet, dies seien keine Mittel für den Umgang innerhalb einer Gemeinde. Er stellte aber ebenso klar: „Wir werden nichts über die Köpfe der Bürger hinweg beschließen oder etwas übers Knie brechen.“

Er schlug daher vor, zunächst die Ergebnisse der Erhebungen der Firma JUWI abzuwarten, um dann mit gesicherten Zahlen in die Bürgerinformation zu gehen. Parallel dazu sollen die Nachbargemeinden jetzt offiziell informiert werden. Diesem Vorgehen stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Damit blieb der Beschlussvorschlag der Verwaltung, entweder an der Planung festzuhalten oder den Beschluss aus der vorausgegangenen Sitzung zurückzunehmen, zunächst unberücksichtigt.

Nicht beteiligen will sich die Gemeinde vorerst an einem Förderprogramm, womit die Infrastruktur für Ladestationen für die Elektromobilität verbessert werden soll. Derzeit läge der Fördersatz bei 40 Prozent, was bei Gesamtkosten für den „Klassiker der Ladesäulen“ von rund 12 000 Euro noch einen Gemeindeanteil von rund 7200 Euro pro Station bedeuten würde. Walter Schauer betonte, im Rahmen der Dorferneuerung in Thanstein sei dies ohnehin eingeplant, aber nicht vor 2019.

Mögliche Standorte

  • Thanstein West:

    Anhöhe zwischen Dautersdorf und Prackendorf; Siedlungsabstand in beiden Richtungen circa 1200 Meter; Eigentümer sind die Bayerischen Staatsforsten; Gesamtfläche circa 40 Hektar; zwei Anlagen denkbar, eine Dritte in Abstimmung mit Dieterskirchen möglich; Problem: Lage im Landschaftsschutz- und Nähe FFH-Gebiet

  • Thanstein Süd:

    Anhöhe in der Nähe des Thansteiner Ortsteiles Berg; Siedlungsabstand dorthin circa 900 Meter; Gesamtfläche rund 23 Hektar; Eigentümer sind in vollem Umfang Privatpersonen; zwei Anlagen möglich; Problem: Lage im Landschaftsschutzgebiet und Nähe zum Schwarzwihrberg (Gemeinde Rötz) als FFH-Gebiet

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