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Region Schwandorf
Freitag, 24. November 2017 11° 2

Kultur

„Sagenhaftes Bayern“ im Kinosaal

Regisseur Joseph Vilsmaier präsentiert sein neuestes Werk. Burglengenfeld und Nittenau waren die ersten Stationen.
Von Josef Schaller und Rudolf Hirsch

  • Regisseur Joseph Vilsmaier mit Burglengenfelds Kinobetreiber, Thomas Preißner Foto: Schaller
  • Regisseur Joseph Vilsmaier stößt in Nittenau mit den Premierenbesuchern auf seinen Film „Bayern – Sagenhaft“ an. Links „G’stanzlsängerin“ Evi Kugler, rechts die Kinobesitzer Christine und Franz Mauerer. Foto: xih

Burglengenfeld.In der ganzen Welt ist Joseph Vilsmaier herumgekommen. In hohem Alter besinnt sich der Regisseur nun seiner Wurzeln und entdeckt seine Zuneigung zur bayerischen Heimat. Nachdem der Produzent und Kameramann bereits 2012 mit seinem Streifen „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ eine Liebeserklärung an das Bayernland abgegeben hatte, erneuert er diese nun mit einer weiteren Sympathiebekundung in Form eines neuen Films mit dem Titel „Bayern – Sagenhaft“.

Nach atemberaubenden Landschaften, diversen Städten und viel Kultur in seinem ersten Bayern-Film stellt Vilsmaier nun vor allem den Menschen und seine Bräuche in den Mittelpunkt. Von Januar bis Dezember werden die unterschiedlichsten Traditionen, Feste und Festspiele in den sieben Regierungsbezirken vorgestellt. Dabei wird auch erklärt, auf welche Sagen, christlichen Legenden oder historischen Ereignisse diese zurückgehen. Der Titel „Bayern – sagenhaft“ steht auch als Kompliment für die Einzigartigkeit dieser Gegend.

Musik von „Haindling“

Gedreht wurde der Film mit einer hochauflösenden Kamera. Natürlich ist ein waschechter Bayer für die Filmmusik zuständig. Mit „Haindling“ sorgt Hans-Jürgen Buchner spätestens mit dem Stück „Das ewige Lied“ für Gänsehaut. Offizieller Kinostart ist am 26. Oktober. Dann wird die 90-Minuten-Produktion in 102 Kinos in Bayern zu sehen sein. Das Starmexx-Kino Burglengenfeld und das Kino-Center Nittenau zeigten den Film schon vorab am Freitagabend einem ausgewählten Publikum.

Den Trailer zu Joseph Vilsmaiers Fim „Bayern – Sagenhaft“ können Sie sich hier ansehen!

Der Grund: Im Rahmen einer Premieren-Kino-Tour besucht Vilsmaier insgesamt 59 Kinos, um sein neues Werk vorzustellen. Burglengenfeld und Nittenau waren die ersten Stationen seiner knapp dreiwöchigen Rundreise durch sein geliebtes Bayernland. Dabei suchte der sympathische Filmemacher auch das Gespräch mit dem Publikum. Und Autogramme gab es natürlich auch zu ergattern. „Dieser Film ist eine gute Möglichkeit, Bayern kennenzulernen, wie es wirklich ist“, war die Einschätzung einer Kinobesucherin aus Burglengenfeld. „Flüchtlinge sollten ihn deshalb unbedingt anschauen, aber auch Schulklassen“, sagte sie. Vilsmaier selbst meint: „Jeder Bayer sollte den Film mal gesehen haben!“

Stehende Ovationen im Nittenauer Kino-Center: Die Besucher waren begeistert vom neuen Vilsmaier-Film: „Bayern – Sagenhaft“. Foto: xih

Auch in Nittenau war man begeistert. „Der Film vermittelt pure Lebensfreude“, stellte ein Besucher fest. Dort allerdings wurde der 78-Jährige sogar vom 2. Bürgermeister und mit Livemusik empfangen. Die „Neihauser Loamsiader“ spielten auf, und Evi Kugler sang auf den Regisseur ein paar „Schnodahüpfl“.

Vier Jahre hat Vilsmaier an dem Streifen gedreht und sich dabei die Kabarettistin und Schauspielerin Monika Gruber ins Boot geholt. „Auch Menschen mit einer großen ,Goschn‘, die sich nicht verbiegen lassen, gehören zu Bayern“, wie Vilsmaier im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung andeutete. Monika Gruber sei in ihrer Art hierfür ein Paradebeispiel.

Die Gruberin als Astronautin

Im Astronauten-Anzug fliegt die „Gruberin“ durchs All, schaut herab auf die Erde und ruft: „Ich möcht’ hoam.“ Sie will wieder die sieben bayerischen Kontinente sehen (gemeint sind die Regierungsbezirke). „Wen interessieren da die kleinen Inseln USA und China?“ Nicht in der Rakete, sondern im „Heli“ fliegt Gruber übers Bayernland und kommentiert Brauchtum.

Ein Interview mit dem beliebten Regisseur lesen Sie hier:

Es sind beeindruckende Aufnahmen zu sehen von den Alphornbläsern in Berchtesgaden, der Fronleichnamsprozession in Murnau, vom Ochsenrennen in Münsing, von den Ritterspielen in Kaltenbrunn, vom religiösen Brauchtum in Altötting, von den Rinchnacher Wolfsaustreibern, vom Further Drachenstich und nicht zuletzt von der Wiesn. Ferner enthält der Film Szenen von spektakulären Skiabfahrten, vom Wellenreiten auf der Isar oder von der Bootsregatta auf dem Königssee. Auch Erinnerungen an die Triumphzüge des FC Bayern dürfen nicht fehlen.

Nittenaus 2. Bürgermeister Albert Meierhofer (links) überreichte Joseph Vilsmaier (rechts) ein Buch über Nittenau. Foto: xih

25 Stunden Material waren bei den Dreharbeiten zusammengekommen. „Unmöglich, dies alles in 90 Minuten zu verpacken“, so der Regisseur. „Da mussten wir eine Menge weglassen.“ So landete auch der Flug über den Oberpfälzer Wald und über das Seengebiet auf der Streichliste. Dafür aber erinnert das Werk an den ehemaligen Landesvater und Hobby-Rennradfahrer Franz-Josef Strauß, der mit dem Aufbau der Kernenergie den Wandel Bayerns vom Agrar- zum Industriestaat eingeleitet hatte. Keine Erwähnung findet dagegen der amtierende Ministerpräsident – im Gegensatz zu seinem möglichen Nachfolger Markus Söder, der sich gerne mit Trachtlern und Böllerschützen umgibt.

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