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Jubiläum

Seit 80 Jahren dem Brauchtum treu

Der Heimat- und Volkstrachtenverein Pirkensee feiert am 3. September sein Gründungsfest mit der Stodlkirwa.
Von Otto Rappl

  • Dass die Trachtler aus Pirkensee keine Nachwuchssorgen haben, zeigten sie beim Jugendtag im vergangenen Jahr. Fotos: Rappl
  • Sogar beim Münchner Oktoberfest (links) waren die Pirkenseer dabei – Inge Gollwitzer (rechts) führt den Traditionsverein seit 2012 als Vorsitzende an.

MAXHÜTTE-HAIDHOF.Der Heimat- und Volkstrachtenverein kann in diesem Jahr auf sein 80-jähriges Bestehen zurückblicken, das am 3. September mit der Stodlkirwa gefeiert wird. Der Verein hat sich in den vergangenen Jahren wieder zu einer rührigen und aktiven Gemeinschaft entwickelt. Die Verantwortlichen legen sehr viel Wert auf die Jugendarbeit.

Die Liebe zur Heimat, zu Pflege und Erhalt der alten Sitten und Bräuche, der Schuhplattler und Volkstänze sowie die Geselligkeit waren wohl am 9. Mai 1937 die Beweggründe der Gründer, den Trachtenverein ins Leben zu rufen. An der Spitze stand damals Johann Sperl als erster Vorsitzender und Ludwig Stegerer als sein Vertreter. Und auch heute noch, nach 80 Jahren gehen die Mitglieder ihrem Wahlspruch „ Treu dem guten alten Brauch“ nach.

41 Gründungsmitglieder

Vor dem Gründungstag fanden im damaligen Heldsaal zwei Werbeabende statt, bei denen der Saal jedes Mal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Schließlich erklärten 41 Buam und Moidln ihre Bereitschaft zum Vereinsbeitritt und zur Mitarbeit im neuen Verein. Beim Aufbau des Vereins wurden die Pirkenseer Trachtler von den Nachbarvereinen Teublitz, Schwandorf und Burglengenfeld unterstützt. Im August 1937 fand dann das erste Parkfest statt, was dann immer mehr zur Tradition wurde. Leider spielte immer öfter das Wetter nicht mit und das Parkfest wurde schließlich 1985 durch die Stodlkirwa ersetzt. In den Kriegsjahren kam das Vereinsleben zum Erliegen und erst 1947 wurde der Verein nach Überwindung vieler Schwierigkeiten wieder in Schwung gebracht.

Im Juli 1949 fand dann wieder ein Parkfest statt. In den nachfolgenden Jahren machte der Verein dann alle Höhen und Tiefen durch, feierte verschiedene Jubiläen und gründete wieder eine Erwachsenentanzgruppe. Es wurde ruhiger um den Verein und man hatte 2012 Probleme einen Vorsitzenden zu finden.

Neuer Schwung mit neuer Vorsitzender

Erst im dritten Anlauf übernahm Inge Gollwitzer als erste Frau die Vereinsführung und mit Baubeginn des neuen Vereinsheims im gleichen Jahr erlangte der Verein wieder neuen Schwung. Die Wahl von Gollwitzer zur ersten Vorsitzenden sei ein absoluter Glücksgriff gewesen. Im Juni 2013 konnte das Vereinsheim feierlich eingeweiht und der Öffentlichkeit im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“ vorgestellt werden. Die Wichtigkeit dieses Vereinsheims zeigte sich bald, nachdem der Vereinswirt Effenhauser den Wirtschaftsbetrieb aufgab, verlagerte sich ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens in das Dorfhaus, vor allem zum Vereinsheim der Trachtler. Dort werden auch viele Veranstaltungen abgehalten und der Verein blühte auf. Bereits zum vierten Mal nahmen die Trachtler im letzten Jahr am Schützen- und Trachtenfestzug beim Oktoberfest in München teil. Natürlich wurde dabei wieder der Festwagen mit dem Modell „Schloss Pirkensee“ mitgeführt. Es hat sich ein Verein mit 350 Mitgliedern entwickelt, der das ganze Jahr lang aktiv ist.

So hat sich das Starkbierfest im Effenhauser-Saal, das im Turnus von zwei Jahren stattfindet, schon fest im Veranstaltungsplan des Vereins verankert und ist weit über die Grenzen von Maxhütte-Haidhof hinaus bekannt und beliebt. Osterwanderung, Muttertagsfeier, Jugendtag, Jugendzeltlager, Stodlkirwa, Weihnachtsmarkt und Adventssingen, sind nur einige Veranstaltungen, die das Vereinsleben des Trachtenvereins das ganze Jahr über prägen.

Schwerpunkt in der Jugendarbeit

Auch die Jugendarbeit hat der Verein in letzter Zeit forciert und eine stattliche Jugendgruppe mit etwa 40 Jugendlichen aufgebaut. Die Jugend besteht aus einer Tanzgruppe und mehreren Musik- und Gesangsgruppen. Natürlich gibt es auch bei den Erwachsenen eine Volkstanzgruppe, die sich vierzehntägig zum Vereinsabend und zur Tanzprobe trifft. Durch seine vielen Aktivitäten und das Engagement seiner Mitglieder ist der Verein weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus bekannt und geschätzt.

Aus dem Verein heraus bildeten sich auch verschiedene Gruppen, so wie die Stubnmusi, die in diesem Jahr auf das 30-jährige Bestehen zurückblicken konnte. Auch die drei Dorfheiligen entstammen dem Trachtenverein und feiern bei der Stodlkirwa am Samstag, 2. September, das 20-jährige Bestehen. Am Sonntag, 3. September, findet dann das Jubiläumsfest des Trachtenvereins statt.

Chronologie und Ausblick

  • Erste und zweite Vereinsvorstände: 1937 Johann Sperl und Ludwig Stegerer; 1947 bis 1949 Michael Gröninger und Franz Schoierer; 1949 Johann Stegerer, Michael Gröninger; 1949 – 1950 Michael Gröninger, Josef Hoffmann; 1950 Alois Gröninger, Ludwig Mauerer; 1950 – 1953 Johann Kirchner, Michael Gröninger; 1953 – 1955 Josef Gröninger und Johann Kirchner; 1955 – 1956 Richard Stegerer, Johann Kirchner; 1956 – 1957 Richard Stegerer, Johann Kapfhammer; 1957 – 1960 Richard Stegerer, Karl Berger sen.; 1960 – 1962 Josef Gröninger, Karl Berger sen.; 1962 – 1969 Richard Stegerer, Karl Berger sen.; 1969 – 1975 Richard Stegerer, Peter Schafberger; 1975 – 1978 Johann Kirchner, Franz Prinz jun.; 1978 – 1981 Manfred Feigt, Albert Gröninger; 1981 – 1984 Manfred Feigt, Josef Gröninger jun.; 1984 – 1990 Josef Gröninger jun., Franz Janker; 1990 – 1995 Josef Gröninger jun., Ludwig Haslbeck jun.; 1995 – 2005 Ludwig Haslbeck jun., Manfred Stegerer; 2005 – 2008 Manfred Stegerer, Englbert Dietl; 2008 – 2012 Karl Berger jun., Englbert Dietl; Seit 2012 Inge Gollwitzer, Englbert Dietl.

  • Festprogramm: 8.30 Uhr, Kirchenzug vom ehemaligen Gasthaus Effenhauser zum Haslbeck-Anwesen; 9 Uhr, Festgottesdienst an der Marienkapelle, anschließend Frühschoppen mit Weisswurstfrühstück; 14 bis 16 Uhr Tänze und Plattler der anwesenden Vereine. Die Festkapelle St. Martin aus Neukirchen sorgt für die Musik. Ab 16 Uhr beginnt das gemütliche Beisammensein mit de Roferer. Die drei Dorfheiligen entstammen dem Trachtenverein und feiern im Rahmen der diesjährigen Stodlkirwa am Samstag, 2. September, das 20-jährige Bestehen.

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