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Region Schwandorf
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Vereine

Skat ist ein anspruchsvoller Denksport

Jeden Montag treffen sich die Skatspieler im Café Großer in Schwandorf. Mit dabei: Stefan Hengst, der „Skatprofessor“.
Von Ingrid Hirsch

Der Skatclub Schwandorf richtet im Jahr zwei Turniere aus – das nächste ist am 25. November: die Stadtmeisterschaft in der Fischerhütte. Foto: xih

Schwandorf.Kopfrechnen sollte können und ein gutes Gedächtnis haben, wer ein erfolgreicher Skatspieler werden will. Einer, der über beide Fähigkeiten verfügt, ist Stefan Hengst. Seine Mitspieler nennen in „Skatprofessor“. Er hat das Abonnement auf den Vereinsmeistertitel.

Stefan Hengst hat in seinem Heimatland Sachsen in der zweiten Bundesliga gespielt, ehe er nach Schwandorf zog und sich hier dem Verein anschloss. Jeden Montagabend treffen sich die Skatfreunde im Café Großer und spielen zwei Serien zu je 48 Partien. Zweimal im Jahr richtet der Club ein offenes Turnier aus und erwartet dazu Skatspieler aus ganz Bayern.

Beim nächsten Turnier geht es am 25. November um 10 Uhr in der Fischerhütte um die Stadtmeisterschaften 2017. Dabei werden drei Serien zu je 48 Partien gespielt. Gegen 17 Uhr steht der Sieger fest.

Zehn Gründungsmitglieder

Zehn Skatfreunde haben den Verein 2006 aus der Taufe gehoben. Gründungsvorsitzender war damals Otto Herdegen. Heute steht „Skatprofessor“ Stefan Hengst an der Spitze des Vereins mit aktuell 20 Mitgliedern. Er blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Fünf Tandem- und drei Einzelsiege stehen bei den bayernweiten Turnieren zu Buche. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete Antonia Stangl, die schon in der Damen-Bundesliga gespielt hat und 2012 bayerische Meisterin wurde. Die Schatzmeisterin ist Mitglied der Landesligamannschaft des Skatclubs und will mit ihr in die Oberliga zurückkehren. Fast jedes Wochenende sind die Turnierspieler unterwegs in ganz Bayern.

Nachwuchssorgen beim Skatclub

  • In Deutschland gibt es

    knapp 1700 Skatclubs, die Mitglied im offiziellen Skatverband sind.

  • Hinzu kommen viele

    Stammtisch- und Internetrunden. Millionen Spieler kennen sich hierzulande aus mit dem Reizen, Stechen oder Abwerfen.

  • Der Siegeszug des Spiels

    begann vor 200 Jahren. Der 4. September 1813 gilt als Geburtsstunde des Skatspiels. Seither gehört es zum deutschen Kulturgut.

  • Aber viele Vereine plagen

    Nachwuchssorgen. So wie den Schwandorfer Skatclub, dem eine Blutauffrischung gut täte. (xih)

Der Verein würde gerne mehr Leute für das Skatspiel begeistern und lädt an den Trainingsabenden zum Schnuppern ein. „Einfach am Montagabend um 19 Uhr im Clublokal Großer vorbeikommen“, sagt Stefan Hengst. Er würde bei entsprechendem Interesse auch einen Anfängerkurs organisieren. Und wer nur mal zuschauen möchte, sei ebenfalls herzlich willkommen.

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Skat ist ein Kartenspiel für drei Personen. Jeder Spieler erhält 32 Karten. Die beiden übrigen, zunächst verdeckt bleibenden Karten, sind der namensgebende Skat. Die Akteure „reizen“ und ermitteln damit den Alleinspieler, der sich gegen die beiden anderen behaupten muss. Die deutsche Unesco-Kommission hat Skat 2016 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Von so einem Blatt träumt jeder Skatspieler. Foto: xih

Wer Schafkopf kann, kann auch Skat, sagen die Experten. Es gibt aber doch feine Unterschiede. Beim „Null-Spiel“ darf der Alleinspieler keinen Stich machen. Der „Wenz“ ist der „Grand“. Hier sind die „Unter“ Trumpf. Und der „Solo“ beim Schafkopf entspricht dem „Farbspiel“ beim Skat.

Zwischen Trumpf und Reizen

Die Besonderheit beim Skat ist das „Ouvert“. Wenn der Alleinspieler sich seiner Sache sicher ist, legt er seine Karten für alle sichtbar offen hin. Die beiden entscheidenden Begriffe beim Skat sind „Trumpf“ und „Reizen“.

Robert Lippert aus Büchelkühn hat erst mit 58 Jahren angefangen, Skat zu spielen. Er war früher ein „Schafkopfer“ und hat dann umgesattelt. „Ich bin lernfähig“, sagt Robert Lippert. Auch Reinhold Lehmer ist ein leidenschaftlicher Kartenspieler. Er trifft sich mehrmals in der Woche mit Freunden zur Schafkopf- oder Skatrunde. Zudem geht er zum Online-Skat auch noch ins Internet.

Peter Link, Antonia Stangl und Stefan Hengst (von links) bilden den Vorstand des Vereins. Foto: xih

Für Peter Link ist Skat „ein anspruchsvoller Denksport“, den er seit seiner Jugend betreibt. Antonia Stangl aus Wackersdorf ist Gründungsmitglied des Vereins und kam über ihre Familie zum Skat. Die bayerische Meisterin und Pokalsiegerin hat immer noch Spaß am Spiel mit Kreuz, Pik, Herz und Karo. Das Internet bietet für Anfänger eine ideale Plattform. Dort sind unzählige Spieler mit unterschiedlichem Leistungsstand registriert. Im Online-Liga-System können sich die Spieler turnierartig miteinander messen.

Alle Beiträge aus unserer Serie „Mein Verein“ finden Sie hier.

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