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Region Schwandorf
Mittwoch, 22. November 2017 3

Ermittlungen

Sohn greift eigene Mutter mit Messer an

Polizeistreifen rückten am Montag zum „massiven tätlichen Angriff“ in Burglengenfeld aus. Ein 55-Jähriger wurde festgenommen.
Von André Baumgarten

Burglengenfeld.Ein 55-Jähriger hat am Montagmorgen seine eigene Mutter offenbar mit einem Messer angegriffen. Albert Brück vom Polizeipräsidium Oberpfalz bestätigte auf Nachfrage unseres Medienhauses zunächst nur einen „massiven Angriff“ gegen eine 78-Jährige in einem Wohnhaus in der Burglengenfelder Vorstadt. Laut dem Polizeisprecher soll sich der mutmaßliche Täter zur Tatzeit „allem Anschein nach in einer psychischen Ausnahmesituation befunden“ haben.

Gegen 8.30 Uhr hatte offenbar der Vater des 55-Jährigen per Notruf die Polizei informiert. Mehrere Streifenwagen eilten daraufhin zum Tatort in der Rote-Kreuz-Straße. Der mutmaßliche Täter wohnt dort gemeinsam mit seinen Eltern. Nach der Erstversorgung durch den alarmierten Notarzt – die Tat geschah wohl im Erdgeschoss des zweigeschossigen Hauses – kam die verletzte Frau mit dem Rettungswagen des BRK in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht laut den aktuellesten Informationen derzeit keine.

Nach am Vormittag nahm die Spurensicherung die Arbeit auf. Foto: ba

Beim Eintreffen der Polizeistreifen aus Burglengenfeld habe sich „die Situation schon wieder beruhigt gehabt“, erklärte Albert Brück weiter. Der Mann wurde im Haus vorläufig festgenommen und nach der ersten Spurensicherung an seiner Kleidung zur Polizeiinspektion in Burglengenfeld verbracht. Ermittler trugen zudem einen Aservatenbeutel mit verschiedenen Gegenständen, unter anderem ein Messer und ein K. o.-Spray zu einem Zivilfahrzeug, das direkt vor dem gepflegten Anwesen parkte.

Die Ermittler stellten verschiedene Gegenstände sicher. Foto: ba

„Es gibt einen ersten Hinweis, dass möglicherweise ein Messer verwendet wurde“, bestätigte Brück auf MZ-Nachfrage. Der Mann habe die Geschädigte auch mit Schlägen traktiert. Die Kriminalpolizei Amberg habe die Ermittlungen vor Ort übernommen. „Wir müssen schauen, wie sich das im Detail darstellt“, erklärte der Polizeisprecher weiter. Die Kripo traf kurz nach 10 Uhr fast zeitgleich mit den Beamten der Spurensicherung ein. In weißen Overalls betraten die Spezialisten für ihre Arbeit den Tatort.

Der Tatort war ein schmuckes Wohnhaus in der Burglengenfelder Vorstadt. Foto: ba

Nähere Information zu den Hintergründen der Bluttat in der ruhigen Wohnstraße nahe dem Burglengenfelder Zementwerk gab es zunächst nicht. Sichtlich schockiert wurde der Ehemann der 78-Jährigen am Tatort von Polizeibeamten vernommen. Bekannte der Familie beschrieben den Sohn als einen „absoluten Einzelgänger“, der das Haus mit akkurat getrimmtem Rasen nur selten verlassen habe. Dass er nun seine eigene Mutter angegriffen haben soll, können die Nachbarn dennoch kaum glauben.

Im Erdgeschoss dieses Hauses griff der 55-Jährige seine eigene Mutter an. Foto: ba

Widerstandslos ließ sich der 55-Jährige von der Polizei schließlich abführen und stieg in den unmittelbar im Hof des Anwesens bereitgestellten Streifenwagen. Auskünfte zu der Tat in der Burglengenfelder Vorstadt kündigte Polizeisprecher Albert Brück im Laufe des Tages an. Die Ermittler müssten ihrer Arbeit in Ruhe nachgehen. Ermittelt werde gegen den 55-Jährigen zunächst wegen gefährlichere Körperverletzung. Ob ein versuchtes Tötungsdelikt oder Ähnliches infrage kommt, stand zunächst nicht fest. Das sei in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft in Amberg abzustimmen.

„Aufgrund der Gesamtumstände“, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums am Nachmittag, „erfolgte noch am Montag die Einweisung des Beschuldigten in ein Fachklinikum“.

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