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Region Schwandorf
Montag, 18. Dezember 2017 3

Sicherheit

St.-Vitalis-Straße ist der Spitzenreiter

Nach Einführung der Verkehrsüberwachung wurden über 500 Autofahrer beanstandet. Auch am Krankenhaus wird zu schnell gefahren.
Von Hubert Heinzl

In der Tempo-30-Zone an der St.-Vitalis-Straße wird häufig zu schnell gefahren − trotz Schulbetrieb.

Schwandorf. Einen Monat nach Einführung der kommunalen Verkehrsüberwachung in Schwandorf zieht Maximilian Köckritz, der Geschäftsführer des verantwortlichen Zweckverbands, auf Bitten der MZ eine erste Bilanz. Die gute Nachricht: Von 8416 Autofahrern, die seine Mitarbeiter in rund 30 Stunden kontrolliert haben, hielten sich 7891 an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die schlechte: In 525 Fällen gab es Beanstandungen. Die Bandbreite der Bußgelder reicht von 15 Euro bis zu jenem unbekannten Spitzenreiter, der an der St.-Vitalis-Straße über 30 km/h zu schnell unterwegs war. Er (oder sie) muss 160 Euro Bußgeld zahlen; dazu kommen zwei Punkte, und auch ein einmonatiges Fahrverbot steht im Raum.

Vorerst elf Messstellen festgelegt

Die Stadt Schwandorf hat nach Angaben von Stefan Schamberger, dem Leiter des Ordnungsamts, fürs erste elf Messstellen festgelegt, an denen der Zweckverband in unregelmäßigen Abständen das Tempo überwachen soll. Vor allem an den Stellen, wo erst kürzlich Tempo-30-Zonen eingerichtet wurden, soll gemessen werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dass das Sinn macht, zeigen laut Schamberger die vorliegenden Zahlen. Denn hier gab es in den vergangenen vier Wochen auch die meisten Verstöße.

Trauriger Spitzenreiter bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen ist die Tempo-30-Zone bei der Förderschule an der St.-Vitalis-Straße. In drei Stunden wurden an dieser Stelle 330 Fahrzeuge gemessen – und 135 beanstandet. Der Anteil der Temposünder liegt bei über 40 Prozent. Im Klartext: Jedes dritte Kraftfahrzeug war hier zu schnell unterwegs, und das zum Teil auch noch deutlich. Drei Autofahrer überschritten die Geschwindigkeit um mehr als 26 km/h, was nicht nur saftige Bußgelder, sondern auch Punkte in Flensburg kostet.

Ein zweiter Brennpunkt bleibt die Tempo-30-Zone am St.-Barbara-Krankenhaus, die laut Schamberger deshalb überwacht wird, weil es sich um eine wirklich neuralgische Stelle an der Steinberger Straße handelt. „Die Straße ist oft zugeparkt und wird häufig auch von älteren Leuten überquert. Da ist es schon wichtig, für eine angepasste Geschwindigkeit zu sorgen“, ist der Leiter des Ordnungsamts überzeugt.

Bis jetzt lässt die Disziplin der Autofahrer allerdings zu wünschen übrig. In Zahlen: Sechs Stunden wurde im vergangenen Monat gemessen, bei rund 1000 Fahrzeugen lag die Beanstandungsquote immerhin bei rund 18 Prozent. Auch die Tempo-30-Zone an der Dachelhofer Straße, die vor allem die Schulkinder schützen soll, hat sich in den vergangenen Wochen als „Hotspot“ erwiesen. 215 Kraftfahrzeuge wurden überprüft, 32 Verstöße gegen die Geschwindigkeitsbeschränkung festgestellt. Macht einen Anteil an Temposündern von immer noch 14 Prozent.

Gut sechs Prozent Verstöße

Betrachtet man alle neun der insgesamt elf Messstellen, die bisher bedient wurden, ergibt sich ein etwas günstigeres Bild. Im Schnitt pendelt sich der Anteil der Verstöße nach den Worten von Maximilian Köckritz bei etwas über sechs Prozent ein. Und ob beispielsweise an der Neukirchener Straße am Ortseingang von Ettmannsdorf auch in Zukunft noch geblitzt wird, ist laut Schamberger noch nicht ausgemacht. Bei 686 Messungen wurden nur zwölf Temposünder festgestellt – da können die Blitzer wohl nicht mehr allzu viel für die Verkehrssicherheit tun.

Abgerechnet wird allerdings erst nach drei Monaten, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Dann nämlich wird der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz erstmals seine Quartalszahlen vorlegen. Stefan Schamberger ist überzeugt, „dass bei der Finanzierung am Ende ein Nullsummenspiel herauskommt“. Der Leiter des Ordnungsamts wird nicht müde zu betonen, dass es der Stadt bei der ganzen Aktion „nicht ums Geld, sondern um die Verkehrssicherheit“ geht. Auch eine erste „Manöverkritik“ ist Anfang des nächsten Jahres geplant. „Wir beobachten die Entwicklung und besprechen die Ergebnisse mit dem Zweckverband und der Polizei. Und dann wird über die einzelnen Messstellen entschieden“, sagt Schamberger.

In zwei bis drei Wochen draußen

Laut Zweckverbands-Geschäftsführer Köckritz belegt der Anteil an Temposündern, dass die Entscheidung der Stadt für eine verstärkte Verkehrsüberwachung richtig war. Das gilt nach seinen Worten auch für die Zukunft, und es gilt vor allem an den Brennpunkten, die sich nach den ersten Wochen herauskristallisiert haben. Das Bayerische Innenministerium empfehle bei Tempo-Verstößen über zehn Prozent eine verstärkte Überwachung, sagt Köckritz. Auch bei Hotspots mit noch deutlich höheren Quoten sei es in anderen Städten und Gemeinden „gut gelungen, die Verstöße auf ein vertretbares Maß zu drücken“, ist seine Erfahrung.

Übrigens: Weil die Geschäftsstelle des Zweckverbands in Amberg in diesen Tagen umgezogen ist, kann es zurzeit nach Angaben Köckritz’ ein wenig länger als üblich dauern, bis die Bußgeldverfahren anlaufen. In der Regel, verspricht er, sollten die Schreiben „innerhalb von zwei bis drei Wochen draußen sein“.

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